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Informationen für behandelnde Ärzte


    Ärztliche Behandlung von Flüchtlingen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Gina Sanders - fotolia

    Behandlung und Abrechnung

    Informationen zur medizinischen Behandlung von Flüchtlingen im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG)

    Personen, die Leistungen nach dem AsylbLG beziehen, benötigen für den Arztbesuch einen Krankenschein, den sie sich vor der anstehenden Behandlung bei der zuständigen Sachbearbeitung im  Amt für Wohnen und Migration abholen können. Für Ärzte ergeben sich bei der Behandlung von Flüchtlingen immer wieder die gleichen Fragen, die wir hier beantworten möchten.

    Welche Leistungen können abgerechnet werden?

    Allgemeinärzte, Frauenärzte und Kinderärzte

    Umfang der medizinischen Leistungen:

    Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandmittel sowie sonstige zur Genesung, zur Besserung oder zur Linderung von Krankheiten oder Krankheitsfolgen erforderlichen Leistungen.
    Werdende Mütter und Wöchnerinnen erhalten ärztliche und pflegerische Hilfe und Betreuung, Hebammenhilfe, Arznei-, Verband- und Heilmittel.
    Amtlich empfohlene Schutzimpfungen (laut STIKO) sowie medizinisch gebotene Vorsorgeuntersuchungen.

    Abrechnung und Besonderheit des Krankenbehandlungsscheins:

    Der Krankenbehandlungsschein ist grundsätzlich für ein Quartal gültig.
    Überweisungen sind mit diesem Schein leider nicht möglich. Sollten Sie die Hinzuziehung eines Facharztes oder einer Fachärztin für notwendig erachten, stellen Sie bitte eine Überweisung aus. Der Patient oder die Patientin kann dann unter Vorlage dieser Überweisung bei der zuständigen Sachbearbeitung im Amt für Wohnen und Migration einen weiteren Krankenbehandlungsschein erhalten.
    Sie rechnen den Krankenbehandlungsschein wie gewohnt über die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) ab. Diese übernimmt die Abrechnung mit dem Sozialreferat.

    Zahnärzte

    Umfang der medizinischen Leistungen:

    Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandmittel sowie sonstige zur Genesung, zur Besserung oder zur Linderung von Krankheiten oder Krankheitsfolgen erforderlichen Leistungen gemäß § 4 AsylbLG.
    Eine Versorgung mit Zahnersatz erfolgt nur, soweit dies im Einzelfall aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist. Diese Leistungen müssen jedoch vor Inanspruchnahme im Amt für Wohnen und Migration beantragt werden.
    Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) hat in Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) eine Positivliste bezüglich der nach § 4 AsylbLG abrechenbaren Leistungen entwickelt . Diese finden Sie auf der Internetseite der KZVB unter www.kzvb.de/zahnarztpraxis/asyl/

    Abrechnung und Besonderheit des Behandlungsscheins:

    Der Zahnbehandlungsschein ist grundsätzlich für ein Quartal gültig.
    Überweisungen sind mit diesem Schein leider nicht möglich. Sollten Sie die Hinzuziehung eines Facharztes oder einer Fachärztin für notwendig erachten, stellen Sie bitte eine Überweisung aus. Der Patient oder die Patientin kann unter Vorlage dieser Überweisung bei der zuständigen Sachbearbeitung im Amt für Wohnen und Migration einen weiteren Zahnbehandlungsschein erhalten.
    Sie rechnen den Zahnbehandlungsschein wie gewohnt über die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayern (KZVB) ab. Diese übernimmt die Abrechnung mit dem Sozialreferat.

    Handreichung zur zahnärztlichen Versorgung von Flüchtlingen in München (PDF, 69 KB)

    Was tun bei Verständigungsschwierigkeiten mit den Patienten?

    Ist für die Anamnese und Behandlung Ihrer oder Ihres Leistungsberechtigen nach dem AsylbLG die Hinzuziehung einer Dolmetscherin oder eines Dolmetscher unbedingt notwendig, kann dieser vom Amt für Wohnen und Migration gestellt werden.

    Hierzu ist folgendes Verfahren dringend einzuhalten:

    Sie bescheinigen formlos, dass die Hinzuziehung einer Dolmetscherin oder eines Dolmetschers dringend erforderlich ist.
    Sie vermerken den Termin, wann Ihre Patientin oder Ihr Patient wieder in Ihrer Praxis erscheinen muss.
    Sie vermerken die Anschrift Ihrer Praxis.
    Ihre Patientin oder Ihr Patient beantragt bei der zuständigen Sachbearbeitung im Amt für Wohnen und Migration die Bereitstellung einer Dolmetscherin oder eines Dolmetschers.
    Im Notfall wenden Sie sich bitte an die Koordinationsstelle für Sprachmittlerdienste,
    Telefon 089/ 233-40615 oder -40665.

    Können auch Sprechstunden in der Flüchtlingsunterkunft abgehalten werden?

    Sollten Sie Interesse daran haben, direkt in der Unterkunft eine Sprechstunde abzuhalten, so kann Ihnen ein entsprechender Raum für einfache Behandlungen zur Verfügung gestellt werden. Die Abrechnung der Behandlungen erfolgt gesondert, nicht über Ihr Budget.

    Kontakt

    Für weitere Fragen zur ärztlichen Versorgung von Flüchtlingen wenden Sie sich bitte per Mail an s3-m-fsa-steuerung.soz@muenchen.de oder telefonisch an 089 233-48704.