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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

„Sichere Hafen München“ feiert seinen zweiten Geburtstag


Zwei Jahre Sicherer Hafen München

Am 18. Juli feiert der „Sichere Hafen München“ seinen zweiten Geburtstag. Am 18.07.2019 beschloss der Münchner Stadtrat, dass sich die Landeshauptstadt München zu einem „Sicheren Hafen“ erklärt und dem gleichnamigen Bündnis beitritt, das sich für die Rettung und Aufnahme von aus Seenot geretteten Geflüchteten einsetzt.

Beim Bündnis Städte Sicherer Häfen hat sich seitdem einiges getan: Zahlreiche weitere Städte und Kommunen aus Bayern und Deutschland sind dem Bündnis beigetreten und die Landeshauptstadt München ist zur Sprecherin der Bayerischen Städte Sicherer Häfen gewählt worden. Am 25.06.2021 unterzeichneten in Palermo Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus ganz Europa zusammen mit der Landeshauptstadt München die Erklärung von Palermo, die u.a. eine europäische Lösung bei der Verteilung von Geflüchteten fordert.

Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl: „Mit der Erklärung zum „Sicheren Hafen“ hat die Landeshauptstadt München zusammen mit anderen bayerischen und deutschen Städten Verantwortung übernommen, Organisationen zu unterstützen, die in Seenot gerettete Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten. Die jüngsten Rettungsaktionen des Patenschiffs Ocean Viking von SOS Mediterranee zeigen, wie wichtig es ist, dass sich Städte wie München solidarisch zur Aufnahme von geflüchteten Menschen bekennen. Die Landeshauptstadt München setzt sich als Vertreterin der bayerischen Städte auch weiterhin dafür ein, dass das Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ weiterlebt und sich künftig auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene für die Rettung und Aufnahme geflüchteter Menschen aus dem Mittelmeer stark macht.“

Im Dezember 2018 hatte der Stadtrat der Landeshauptstadt München beschlossen, die Patenschaft für das zivile Seenotrettungsschiff „Ocean Viking“ von SOS Mediterranee zu übernehmen. Mit einer erfolgreichen Spendenaktion konnte ein Spendenbetrag von über 100.000 Euro generiert werden, der von der Stadt um weitere 100.000 Euro erhöht wurde.

David Starke, Geschäftsführer von SOS Mediterranee, freut sich über das Engagement der Stadt: „Die Unterstützung der Landeshauptstadt München ist für uns ein wertvoller Beitrag zu unserem Einsatz. Zusammen können wir mehr Menschen erreichen, die nicht tatenlos zuschauen wollen, wie Menschen auf der Flucht ertrinken. Wir brauchen den Rückhalt und die Unterstützung aus der Zivilgesellschaft und die Münchner Bevölkerung hat gezeigt, dass sie sich engagieren wollen. Wir danken allen Münchnerinnen und Münchnern für ihre Hilfe in der Vergangenheit und Zukunft. Es ist weiterhin wichtig, möglichst viele Menschen auf die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer aufmerksam zu machen und unseren Einsatz dort zu unterstützen. Es geht um die Rettung von Menschenleben! Anfang Juli konnten wir 573 Menschen aus Seenot retten und an einen sicheren Ort bringen, aber wir werden weiter dringend gebraucht, denn noch immer ertrinken fast täglich Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer. Um sie zu retten brauchen wir die Zivilgesellschaft und wir freuen uns, die Landeshauptstadt München dabei an unserer Seite zu wissen!“

Bilder unter
https://media.sosmediterranee.org/web/6087aafc9d2c7e7e/rotation-014-ocean-viking/
(nur zu redaktionellen Zwecken, Quelle: SOS MEDITERRANEE)

Vielen Dank für Ihre Spende!

Die Landeshauptstadt München bedankt sich für die großherzigen Spenden für das Seenotrettungsschiff Ocean Viking von SOS MEDITERRANNEE! Mit Ihrer Hilfe haben wir 134.992,38 Euro gesammelt und legen nun 100.000 Euro dazu!

Die Spendenaktion war ein riesiger Erfolg, der vielen Menschen das Leben retten wird. Danke für diese menschliche Geste in dieser schwierigen Zeit!

Bürgermeisterin Verena Dietl: „Ich bedanke mich bei den Münchnerinnen und Münchnern und allen Personen, die so großherzig für die Seenotrettungsaktionen der Ocean Viking gespendet haben. Die jüngsten Rettungsaktionen mit 374 geretteten Flüchtlingen aus seeuntauglichen Booten vor der libyschen Küste sind dem beispiellosen Einsatz der Ocean Viking zu verdanken. Viele Menschen sind auf diese Weise vor dem Ertrinken gerettet worden! Als Patin des Schiffes wird sich die Landeshauptstadt München wie angekündigt mit der Verdopplung des Spendenbetrags in Höhe von maximal 100.000 Euro beteiligen, um dieses Engagement von SOS Mediterranee auch in weiterer Zukunft zu ermöglichen.“

Im Juni 2019 Jahr hat sich die Landeshauptstadt München zum „sicheren Hafen“ für Geflüchtete erklärt und im Dezember 2019 offiziell die Patenschaft für das Seenotrettungsschiff Ocean Viking von SOS Mediterranee übernommen. Mitte Dezember 2020 hat die Stadt München zusammen mit SOS Mediterranee einen Spendenaufruf an die Münchner Bürgerinnen und Bürger gestartet, um die Patenschaft mit der Ocean Viking zu unterstützen und Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten.

Sozialreferentin Dorothee Schiwy: „Ich bin überwältigt von der Spendenbereitschaft der Münchner Bevölkerung! Gerade in Zeiten wie diesen, wo uns die Pandemie eine der schwersten Zeiten beschert, halten die Menschen zusammen und setzen sich für das Leben anderer ein. Ein größeres Signal an die Menschlichkeit kann es kaum geben. Ich danke allen Bürgerinnen und Bürgern, die unserem Spendenaufruf gefolgt sind und appelliere zugleich an den Freistaat Bayern und die Bundesregierung, die Aufnahme von weiteren Geflüchteten aus den griechischen Lagern für die Stadt München zu ermöglichen. Die gemeldeten Plätze sind bisher noch nicht ausgeschöpft worden.“

 

München bekennt sich zum „Sicheren Hafen“

Die Landeshauptstadt München steht für eine weltoffene Gesellschaft und die Wahrung der Menschenrechte ein. Als „Weltstadt mit Herz“ vertritt sie diese Werte auch bundes- und europaweit.

Um ihrer Stimme mehr Gewicht zu verleihen, schließt sich die Landeshauptstadt regelmäßig Bündnissen und Initiativen an, angefangen vom deutschen Städtetag über europäische Bündnisse wie Eurocities bis hin zu kleineren Netzwerken, die die gleichen Ziele wie die Landeshauptstadt verfolgen.

Seit Jahren spielen sich dramatische Szenen auf dem Mittelmeer ab. Die Stadt München hat sich daher als Sicherer Hafen deklariert und ist im Juli 2019 dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ beigetreten. Damit erklärt die Landeshauptstadt ihre Solidarität mit Menschen auf der Flucht und setzt sich entschieden dafür ein, die Blockade der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer endlich zu beenden.

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat sich stellvertretend für die Stadt München bei den zuständigen Staats- und Bundesministerien dafür eingesetzt, eigene humanitäre Aufnahmeprogramme (HAP) für Bayern einzurichten, mehr Geflüchtete aus den Mittelmeeranrainerstaaten Italien und Griechenland aufzunehmen (insbesondere aus den Lagern auf den griechischen Inseln) sowie die Seenotrettung ohne Einschränkungen durchzuführen.

Mittlerweile haben sich mehr als 200 Städte und Kommunen zu einem „Sicheren Hafen“ erklärt, aktuell 83 Städte und Landkreise sind dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ beigetreten. Das Bündnis vernetzt aufnahmebereite Kommunen und Landkreise und bündelt die gemeinsamen Interessen. Es verfolgt aktuell das gemeinsame Ziel, Menschen zu retten, die auf ihrer Flucht aus dem Heimatland in Seenot geraten sind. Die Städte „Sicherer Häfen“ fordern im Namen ihrer Bürger*innen neue staatliche Rettungsmissionen. Sie heißen Geflüchtete in ihrer Mitte willkommen – und sind bereit, mehr Menschen aufzunehmen, als sie müssten.

Die Forderungen des Bündnisses „Städte Sicherer Häfen“ lauten unter anderem:

  • „Städte Sicherer Häfen“ sollen sich für neue und stärkere Programme zur legalen Aufnahme geflüchteter Menschen stark machen – und selbst mehr Kompetenzen fordern, um auch eigenständig Menschen helfen zu können.

  • Sie sollen deutlich signalisieren, dass sie bereit sind, mehr Menschen als bisher aufzunehmen. Sie sollen alle nötigen Ressourcen für die menschliche Versorgung und die gesellschaftliche Teilhabe der Ankommenden bereitstellen.

  • Sie setzen sich für sichere Bleibeperspektiven der Menschen ein.

München übernimmt Patenschaft für das Seenotrettungsschiff Ocean Viking

Im Dezember 2019 beschließt der Münchner Stadtrat, die Patenschaft für das Seenotrettungsschiff Ocean Viking zu übernehmen, um die Mission zu unterstützen, Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten. Betrieben wird das Schiff von der gemeinnützigen Organisation SOS MEDITERRANEE. Um die Rettungseinsätze und den kostspieligen Betrieb des gecharterten Rettungsschiffes zu gewährleisten, sind Spendengelder unerlässlich.

Auch in den besonders gefährlichen Wintermonaten brechen Jahr für Jahr viele Menschen auf, um über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten, um so der Bedrohung in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die Gefahren und Hürden auf dieser Route sind hoch, auch weil Griechenland und Italien als Länder entlang der EU-Außengrenze Geflüchtete oft nicht an Land lassen. Nur durch den Einsatz von zivilen Initiativen wie SOS MEDITERRANEE mit ihrem Seenotrettungsschiff Ocean Viking konnten viele Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden.

31.799 Menschen konnte SOS MEDITERRANEE seit Anfang 2016 vor dem Ertrinken bewahren. Sie alle haben versucht, in seeuntauglichen Holz- oder Schlauchbooten von Libyen über das zentrale Mittelmeer zu fliehen. Um ein Stück Menschlichkeit auf das Mittelmeer zurück zu bringen und dem Ausmaß der humanitären Krise entgegenzutreten, rettet SOS MEDITERRANEE mit der Ocean Viking Schiffbrüchige aus dem Meer. An Bord werden sie mit dem Nötigsten versorgt und medizinisch betreut. Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie herrschen an Bord strenge Hygieneregeln.

Das mit 69 Meter Länge größte zivile Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer fährt unter norwegischer Flagge. SOS MEDITERRANEE arbeitet im internationalen Netzwerk mit Vereinen in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz als einzige europäische Seenotrettungsorganisation.