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Wie Kinder lernen, mit Geld umzugehen


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Tipps für Eltern

Daniela Obermair, Sozialpädagogin der Fachstelle Erziehungsinformation und Elternbriefe im Stadtjugendamt München gibt Tipps für Eltern.


Haben Kinder denn ein Recht auf Taschengeld?

Antwort: Nein, nicht im Sinne des Gesetzes. Eltern sind nicht verpflichtet, ihren Kindern Taschengeld zu bezahlen. Vom pädagogischen Standpunkt her ist es allerdings sehr zu befürworten.


Und warum?

Antwort: Je älter Kinder werden, umso wichtiger ist ein vernünftiger Umgang mit Geld. Indem die Eltern ihren Kindern Taschengeld geben, fördern sie diesen Prozess. Kinder und Jugendliche lernen mit dem zur Verfügung stehenden Geld hauszuhalten, sie sind es, die die Verantwortung über ihr Geld tragen. Es ist wichtig, dass bereits Kinder und Jugendliche lernen: Wenn ich mehr Geld habe, kann ich mir mehr leisten, wenn ich weniger Geld zur Verfügung habe, entsprechend weniger.


Wie viel Geld sollten die Kinder oder Jugendlichen erhalten?

Antwort: Hierbei spielen mehrere Dinge eine Rolle: Zum Beispiel das Alter des Kindes und die Möglichkeiten der Eltern. Wir halten es für sinnvoll, Kindern unter zehn Jahren das Taschengeld wöchentlich auszuzahlen, denn sie tun sich meist schwer, es über einen ganzen Monat zu verwalten. Prinzipiell sollte sich der Geldbetrag mit zunehmendem Alter des Kindes erhöhen. Das Stadtjugendamt München gibt eine Broschüre mit Orientierungswerten heraus.


Jugendliche möchten gerne noch selbstständiger mit ihren Wünschen umgehen. Gibt es da Möglichkeiten?

Antwort: Bei Jugendlichen ist es sinnvoll, das klassische Taschengeld etwas
zu erweitern und zum Beispiel ein monatliches Kleidergeld einzuführen. Dem Jugendlichen stehen beispielsweise 30 Euro Taschengeld im Monat zur freien
Verfügung, dazu kommen aber noch 30 Euro Kleidergeld. Er erlangt dadurch ein Stück Unabhängigkeit von den Eltern, weil er nicht fragen muss, wenn er sich eine neue Jeans kaufen möchte und er lernt gleichzeitig vorauszuplanen und bei Wünschen abzuwägen, was ihm wichtig und gleichzeitig bezahlbar ist.


Sollen sich Eltern einmischen in die Ausgaben ihrer Kinder?

Antwort: Diskutieren ja, verbieten nein. Eltern sollten es aushalten, wenn das Kind von dem Taschengeld auch mal etwas Unvernünftiges kauft. Wichtig ist, dass das Kind selbst erkennt, wann es sein Geld sinnlos ausgegeben hat. Eltern sollten deshalb vor allem den langfristigen erzieherischen Aspekt des Taschengeldes im Auge behalten.


Wo können sich Eltern oder aber auch ältere Kinder und Jugendliche weitergehend zum Thema Geld, Konsum und Finanzen informieren?

Antwort: Beispielsweise auf den Seiten von CASHLESS-MÜNCHEN dem Präventionsprojekt Jugendschulden unter http://www.cashless-muenchen.de/
Zum Thema Handykosten gibt es interessante Informationen von der Aktion Jugendschutz/ Landesarbeitsstelle Bayern e.V. unter http://www.handy-in-kinderhand.de/


Broschüre zum Thema: