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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Mädchenbeauftragte


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    Unsere Themen

    Für Mädchen und junge Frauen hat sich in den letzten 25 Jahren ohne Zweifel vieles positiv verändert. Parteiliche Mädchenarbeit sowie geschlechtsspezifische Angebote für Mädchen und junge Frauen sind in vielen Bereichen der Kinder -und Jugendhilfe inzwischen ein fester Bestandteil. Doch noch längst nicht in allen Bereichen wirkt die Kinder -und Jugendhilfe geschlechtergerecht. Die gesellschaftlichen und soziokulturellen Bedingungen haben einen wesentlichen Anteil an der Identitätsentwicklung von Mädchen und jungen Frauen heutzutage. Beispielhaft ist hier die Auseinandersetzung mit dem „Körperbild“ zu nennen: Mädchen die sich in ihrer Lebensrealität einem klassischen Rollenbild fügen und mit den scheinbaren Schönheitsidealen der Modeindustrie vergleichen, sind in ihrer individuellen Identitätsentwicklung verunsichert. Die meisten Mädchen streben nach einem vermeintlich technisch machbaren „perfekten Körperideal“ und 50 % der Mädchen zwischen 14-17 Jahren empfinden sich als „zu dick“. Als Folge davon kommt es im Jugendalter häufig zu Essstörungen wie Magersucht und Bulimie (vgl. KIGGS-Studie).

    Diese Situation gilt es auch in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Kinder -und Jugendhilfe zu beachten und in der pädagogischen Arbeit sowie in den Angeboten der Erziehungshilfen zu berücksichtigen.

    Die Mehrzahl der Berufe, in die junge Frauen einmünden, zeichnen sich durch geringe Aufstiegs-und Verdienstmöglichkeiten aus. Der Ausbildungsmarkt ist nahezu geschlechtsspezifisch getrennt und dies wird dadurch bestätigt und untermauert, dass Mädchen zu einem hohen Anteil Berufsfachschulen im gesundheits- und sozialpflegerischen sowie im hauswirtschaftlichen Bereich besuchen. Die heutigen Lebensrealitäten von Mädchen und jungen Frauen stellen eine besondere Herausforderung für die Kinder -und Jugendhilfe dar. Es geht darum, die pädagogischen Handlungsfelder sowie die Hilfsangebote unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen anzupassen und zu optimieren.
     

    Gesetzliche Grundlage

    Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist in der „Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“ verankert.

    Grundlage für die geschlechtsdifferenzierte Betrachtung der Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen (siehe auch Jungenbeauftragter) ist das Kinder -und Jugendhilfegesetz, Paragraph 9 Absatz 3:

    „Bei der Ausgestaltung der Leistungen und der Erfüllung der Aufgaben sind die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern.“ (Auszug aus dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG))

     
    Unsere Aufgaben

    Die Angebote des Stadtjugendamtes müssen grundsätzlich für alle Kinder, Jugendliche und deren Familien erreichbar, erkennbar und benutzbar sein.

    Das Stadtjugendamt beschäftigt sich schon seit vielen Jahren in vielfältigster Weise mit den Ressourcen und Bedürfnissen von Mädchen und jungen Frauen und Jungen und junge Männer mit und ohne Migrationshintergrund und mit und ohne Behinderung sowie mit den Belangen von lesbischen, schwulen und transgender Kindern und Jugendlichen. Es wurden verschiedene Leitlinien im Rahmen der Kommunalen Kinder- und Jugendplanung erarbeitet und gerade die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Basis setzen diese Leitlinien in vielen Angeboten und Maßnahmen sehr engagiert um.

    Die Querschnittstelle GIBS hat die verbindliche, strategische Implementierung aller sechs Querschnittsthemen im ganzen Amt und eine gute Verknüpfung der Strategien zur Umsetzung der Querschnittsaufgaben zum Ziel.

    Aufgaben der Stelle sind:

    • die notwendigen Strukturen im Stadtjugendamt für ein „exklusionsfreies“  Miteinander zu gestalten (Exklusion = Risiken, gesellschaftlich ausgeschlossen zu werden)
    • dafür Sorge zu tragen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die verschiedenen Belange und Bedürfnisse aller Mädchen und jungen Frauen, Jungen und jungen Männer und ihrer Familien sensibilisiert sind
    • Die Anwendung der Gender Mainstreaming Strategie als Instrument zur Förderung von Mädchen und Jungen im Kindes- und Jugendalter
    • zu unterstützen, dass die Angebote und Maßnahmen des Stadtjugendamtes dem Bedarf entsprechend angepasst werden
    • die Querschnittsthemen weiter zu entwickeln
    • Lobbyarbeit für alle Kinder und Jugendliche und ihre Bedürfnisse zu leisten, den Bedarf in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, die Anliegen in der Politik, in Gremien und über die Presse zu thematisieren und auf eine adäquate Umsetzung hinzuwirken
       

    Organisation Kooperation und Vernetzung

    Die Stelle der Mädchenbeauftragten ist Teil der Fachstelle für Querschnittsaufgaben (GIBS), die bei der Jugendamtsleitung als Stabsstelle für die fachliche Bearbeitung der Themen Gender, interkulturelle Öffnung, Behinderung/Inklusion sowie sexuelle Identität zuständig ist. Zu dieser Fachstelle gehört ebenfalls der Beauftragte für die Belange von Jungen und jungen Männern

    Die Stelle ist organisatorisch innerhalb und außerhalb des Jugendamtes fest verankert durch:

    • direkte Anbindung an die Jugendamtsleitung als Stabstelle
    • regelmäßige Teilnahme an der Jugendamtslage (JULA), dem Gremium der Abteilungsleitungen, um die Einbindung in die Planungs- und Controllingprozesse zu gewährleisten
    • Beratung von Abteilungen, Sachgebieten, Produktteams etc.
    • Planung, Organisation und Durchführung von Fachtagen, Fortbildungen etc.
    • Kooperation mit referatsweiten und stadtweiten Gremien und der jeweiligen Fachszene
    • Kooperation mit der Frauengleichstellungsstelle, der Stelle für Interkulturelle Arbeit, der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweise, dem Münchner Fachforum für Mädchenarbeit, dem Jungennetzwerk, dem Behindertenbeirat usw.

    Für eine erfolgreiche Verankerung der Themen in der Basis ist eine enge Zusammenarbeit mit den Abteilungen unabdingbar. Dafür wurden drei Foren geschaffen, in denen ein regelmäßiger Austausch zwischen der GIBS-Stelle und den Querschnittsbeauftragten der Abteilungen stattfindet und Strukturen und Inhalte weiterentwickelt werden: das Forum Behinderung/Inklusion, das Forum Interkult und das Forum Jungen, Mädchen, Gender, sexuelle Identität.  

    Kontakt

    Landeshauptstadt München

    Sozialreferat
    Querschnitt Gender, Interkult, Behinderung, sex.Identität

    Prielmayerstraße 1
    80335 München

    Fax:
    089 233-49503