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Münchner Kindl mit Schriftzug Landeshauptstadt München Landeshauptstadt München

Leitstelle Kinderschutz / Inobhutnahmen


Ein Mann und eine Frau halten ein Kind über der Silhouette Münchens (stilisiert)  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Ansprechpartnerin für Behörden und Institutionen bei akuter Kindeswohlgefährdung

Außerhalb der Öffnungszeiten der Sozialbürgerhäuser in München und den Dienstzeiten des Stadtjugendamtes klären die Mitarbeiter*innen der Leitstelle Kinderschutz die Situation von Kindern und Jugendlichen bezüglich einer vorliegenden Kindeswohlgefährdung ab. Diese müssen sich zum Zeitpunkt der Meldung innerhalb des Stadtgebietes München aufhalten.

Auf Grund der qualifizierten Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung entscheiden die Mitarbeiter*innen der Leitstelle Kinderschutz, als Vertreter*in der öffentlichen Jugendhilfe, über die Notwendigkeit einer vorläufigen Inobhutnahme (§§ 2 Absatz 3 Satz 1 und 42 SGB VIII) und führen diese gegebenenfalls durch.

Die Leitstelle Kinderschutz ist bei akuten Kindeswohlgefährdungen zu den angegebenen Zeiten umgehend und verbindlich hinzu zu ziehen.

Die Meldung einer möglichen Kindeswohlgefährdung erfolgt durch folgende Institutionen:

  • Polizei

  • Bundespolizei

  • Krankenhäuser/Kinder-Jugendpsychiatrie

  • Regierung von Oberbayern

  • Schutzstellen und Jugendhilfeeinrichtungen

Bei diesen Behörden und Einrichtungen ist die Pager-Nummer der Leitstelle Kinderschutz hinterlegt. Die Leitstelle ist an 365 Tagen außerhalb der üblichen Geschäftszeiten der SBH und des Stadtjugendamtes besetzt.

Bei den Betroffenen handelt sich sich beispielsweise um Minderjährige,

  • die spätabends oder nachts aufgegriffen werden oder

  • Minderjährige, die selbst um Inobhutnahme bitten.

  • Wenn Polizisten während eines Einsatzes in einem Haushalt mit Kindern akut Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung wahrnehmen wie beispielsweise

    • konsumierende Eltern (Alkohol, Drogen),

    • häusliche Gewalt,

    • massive Verwahrlosung und ähnliches.

Erreichbarkeit

Die Leitstelle Kinderschutz ist über die Pager-Nummer in folgenden Zeiten erreichbar:

Montag bis Donnerstag 16 Uhr bis 8 Uhr des folgenden Tages
Freitag ab 13 Uhr

Samstag, Sonntag und Feiertage rund um die Uhr, jeweils bis 8 Uhr des folgenden Werktages

Beratungen für städtische Mitarbeiter*innen

Zusätzlich bieten die Mitarbeiter*innen der Leitstelle tagsüber Beratung und Unterstützung bei der Einrichtungssuche für Kinder und Jugendliche mit speziellen Bedarfen und bei der akuten Suche von Inobhutnahmeplätzen oder geeigneten Anschlussmaßnahmen an.

Dieses Angebot besteht für städtische Mitarbeiter*innen der Bezirkssozialarbeit, der Vermittlungsstelle, des Jugendamtes und des Amtes für Wohnen und Migration.

Die Ansprechzeiten für Beratungen zu stationären Einrichtungen sind

Montag bis Donnerstag 9 bis 15.30 Uhr
Freitag 9 bis 14 Uhr. 

Gesetzliche Grundlagen für die Handlungskompetenz der Leitstelle ist § 42 des 8. Buches des Sozialgesetzbuches (SGB VIII), Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen:

(1) Das Jugendamt ist berechtigt und verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn

a) die Personensorgeberechtigten nicht widersprechen oder

b) eine familiengerichtliche Entscheidung nicht rechtzeitig eingeholt werden kann oder

1. das Kind oder der Jugendliche um Obhut bittet oder

2. eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen die Inobhutnahme erfordert und

3. ein ausländisches Kind oder ein ausländischer Jugendlicher unbegleitet nach Deutschland kommt und sich weder Personensorge- noch Erziehungsberechtigte im Inland aufhalten.

Die Inobhutnahme umfasst die Befugnis, ein Kind oder einen Jugendlichen bei einer geeigneten Person, in einer geeigneten Einrichtung oder in einer sonstigen Wohnform vorläufig unterzubringen; im Fall von Satz 1 Nummer 2 auch ein Kind oder einen Jugendlichen von einer anderen Person wegzunehmen.

(2) Das Jugendamt hat während der Inobhutnahme die Situation, die zur Inobhutnahme geführt hat, zusammen mit dem Kind oder dem Jugendlichen zu klären und Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung aufzuzeigen. Dem Kind oder dem Jugendlichen ist unverzüglich Gelegenheit zu geben, eine Person seines Vertrauens zu benachrichtigen. Das Jugendamt hat während der Inobhutnahme für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen zu sorgen und dabei den notwendigen Unterhalt und die Krankenhilfe sicherzustellen; § 39 Absatz 4 Satz 2 gilt entsprechend. Das Jugendamt ist während der Inobhutnahme berechtigt, alle Rechtshandlungen vorzunehmen, die zum Wohl des Kindes oder Jugendlichen notwendig sind; der mutmaßliche Wille der Personensorge- oder der Erziehungsberechtigten ist dabei angemessen zu berücksichtigen.

Kontakt

Leitstelle Kinderschutz / Inobhutnahmen

Öffnungszeiten:

Über die Pager-Nummer für Polizei und Institutionen zu folgenden Zeiten erreichbar:

Montag bis Donnerstag 16 Uhr bis 8 Uhr des folgenden Tages
Freitag ab 13 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage rund um die Uhr, jeweils bis 8 Uhr des folgenden Werktages

Für städtische Mitarbeiter*innen der Bezirkssozialarbeit, der Vermittlungsstelle, des Jugendamtes und des Amtes für Wohnen und Migration telefonisch erreichbar:

Montag bis Donnerstag 9 bis 15.30 Uhr
Freitag 9 bis 14 Uhr