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Streetwork


    Schriftzug: Streetwork  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

    Allgemeine Informationen

    Das sozialpädagogisch fachliche Angebot Streetwork richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren,

    • die sich regelmäßig im öffentlichen Raum aufhalten,
    • die Schwierigkeiten bei ihrer Lebensbewältigung haben,
    • die durch andere Institutionen nicht mehr erreicht werden.

    Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen nehmen zu ihnen Kontakt auf und beraten und unterstützen sie, wie zum Beispiel im Umgang mit Behörden sowie mit dem Gericht. Darüber hinaus erarbeiten sie gemeinsam mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen Lösungen für deren Probleme und Anliegen und arrangieren alternative Angebote zur Freizeitgestaltung .
    Streetwork wird vom Stadtjugendamt München und von Freien Trägern angeboten. Das Angebot Streetwork des Stadtjugendamtes München ist in der Abteilung Angebote der Jugendhilfe verankert.
    Die Förderung der Vielfalt in unserer Stadtgesellschaft ist von grundsätzlicher Bedeutung für das Stadtjugendamt München. Daher sind alle Angebote von Streetwork offen für alle jungen Menschen, für Menschen mit Behinderung, Lesben, Schwulen, Transgender und Interkulturellem Hintergrund.

    Titelmotiv des Flyers "Streetwork": Drei männliche Jugendliche sitzen auf einer Mauer, einer trinkt.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    © Sozialreferat München / Stadtjugendamt

    Was ist Streetwork?

    Die hier tätigen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen im Stadtjugendamt München kümmern sich um Jugendliche und Heranwachsende, die sich weitgehend von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie Familie, Schule aber auch Ausbildung abgewendet haben und von keiner sozialen Einrichtung oder anderen Jugendhilfeangeboten mehr erreicht werden. Dabei bewegt sich Streetwork hier in einem Grenzbereich von Toleranz und Akzeptanz zum Verhalten ihres Klientels. Jugendliche und junge Erwachsene, die sich Ihnen anvertrauen, begegnen sie unvoreingenommen und erkennen sie als selbstbestimmte und selbstverantwortliche Expertinnen und Experten in eigener Sache an. Streetwork unterstützt seine Klientinnen und Klienten in ihrer Selbstverwirklichung, ohne dabei Rechte anderer zu verletzen.
    In der Rolle von „Fremden“ oder gar „Eindringlingen“ müssen die Streetworkerinnen und Streetworker mitunter viel Zeit und Energie investieren, um als Vertrauenspersonen Akzeptanz zu finden. Die verlässliche und andauernde Pflege des Beziehungsnetzes mit den Zielgruppen sowie die eigentliche Präventions-, Unterstützungs- und Betreuungstätigkeit bilden gleichgewichtige Säulen dieser milieuzentrierten Arbeit.
    Der Erfolg von Streetwork und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist nicht nur von deren fachlicher Handlungskompetenz abhängig, sondern im wesentlichen von deren lebensweltbezogenen Sachverstand.

    Informationsflyer zum Download

    Zielgruppe

    Streetwork wendet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren, die sich einzeln, in Gruppen, Cliquen oder Szenen an selbstgewählten Treffpunkten im öffentlichen Raum aufhalten (Straßen, Fußgängerzonen, Parks, Innenhöfe, Plätze,...).
    Kennzeichnend für diese Zielgruppen ist, dass sie bereits als auffällig, abweichend, sozial benachteiligt, stigmatisiert oder als kriminalisiert gelten. Sie meiden ganz oder teilweise vorhandene Freizeit- und Hilfsangebote aufgrund direkter oder indirekter Ausgrenzung.

    Gesetzliche Grundlagen

    Die gesetzlichen Grundlagen des Jugendhilfeangebotes Streetwork setzen mit ihren Angeboten im Vorfeld von Hilfen zur Erziehung an und zielen in besonderer Weise auf Prävention, Integration und Partizipation.
    Sie ergeben sich allgemein aus dem

    • § 1 SGB VIII (Recht auf Erziehung, Elternverantwortung, Jugendhilfe) und im Besonderen
    • aus dem § 13 des SGB VIII (Jugendsozialarbeit)

    Die gesetzlichen Grundlagen sichern grundsätzlich das Recht eines jungen Menschen, auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.
    Wird die Weite der Gesetzesformulierung ernst genommen, bedeutet dies, dass Menschen in ihren Lebenslagen akzeptiert werden, dass sozialpädagogische Arbeit dort ansetzt, wo die Menschen sich befinden und vorhandene Erfahrungen und Fähigkeiten nicht diskriminiert, sondern positiv verstärkt werden, um so den Aufbau einer eigenständigen, selbstbewussten Persönlichkeit zu fördern. (nachzulesen im Münder, Johannes und andere (1999) Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG/SGB VIII, 3. vollständig überarbeitete Auflage)

    Leistungsangebot

    Streetwork orientiert sich mit vielseitigen Angeboten in reflektierter Weise an den Bedürfnissen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der durch die Angebote ermöglichte Vertrauensaufbau, bis hin zu einer tragfähigen Beziehung, schafft die Grundlage um gemeinsam erarbeitete Ziel zu erreichen. Bei den anschließend genannten Leistungsangeboten handelt es sich um Tätigkeiten von Streetworkerinnen und Streetworkern. Gleichzeitig stellen sie aber auch die Vorgehensweisen dar, die im Rahmen methodischen Handelns eingesetzt werden.

    • Außendienst als mobiles Angebot bedeutet, dass die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen aufsuchend in ihrem Lebens- und Aufenthaltsraum erreicht werden.
    • Außenstelle als niederschwellige, jugendspezifisch gestaltete Anlaufstelle, bietet den Jugendlichen die Möglichkeit , sich in einem geschützten Raum zweckfrei aufzuhalten. Darüber hinaus werden die Räumlichkeiten für Einzelberatung, Gruppen- und Projektarbeit genutzt.
    • Begleitung ist aktive Unterstützung für Jugendliche und junge Erwachsene, gegenüber Ämtern, Behörden, Institutionen und Familienangehörigen (Anwalts- oder Beistandsfunktion).
    • Beratungsarbeit ist das punktuelle und lösungsorientierte Angebot mit Blick auf allgemeine und spezifische Themen, Krisen und Problemlagen.
    • Bus als mobile Außenstelle für Stadtteile mit geringer Infrastruktur und hohem sozialpädagogischen Handlungsbedarf.
    • Freizeitmaßnahmen sind ein vertrauensbildendes Angebot (beispielsweise mehrtätige Freizeitfahrten, erlebnispädagogische Maßnahmen, Tagesausflüge, Fußballturniere,...), um zentrale Themen (Beziehung, soziales Lernen,...) verstärkt bearbeiten und Methoden intensiv einsetzen zu können.
    • Jugendkultur/Großveranstaltung ist eine Plattform für Jugendliche und junge Erwachsene um ihre Fähigkeiten, ihre Kultur und ihre Lebenswelt vor einer breiteren Öffentlichkeit auszudrücken und dieser in gesellschaftlich anerkannter Weise näher zu bringen (beispielsweise Theatron, Konzertsommer).
    • Kontinuierlichen Kontakt als Angebot, regelmäßig und verlässlich über einen längeren Zeitraum als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.
    • Krisenintervention als direktes, promptes, flexibles und unbürokratisches Unterstützen von Jugendlichen in akuten Gefährdungs- und Problemlagen.
    • Mediation als Angebot zwischen zwei Problembeteiligten (beispielsweise Jugendlichen, Gruppen, Behörden, Anwohner,...), in einem bestehenden Konflikt zu vermitteln und bei dessen Lösung aktiv mitzuwirken.
    • Projektarbeit ist an einem Thema ausgerichtetes sozialpädagogisches Angebot (beispielsweise Film- oder Fotoprojekt) und mit einer bestimmten Schwerpunktzielsetzung, um selbst kreativ tätig zu werden. Dabei sollen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen Anerkennung vermittelt und neue Erlebnisräume eröffnet werden.
    • Interessensvertretung von Jugendlichen und Szenen, wenn die jungen Menschen sich bestimmten Szenen eng verbunden fühlen.
    • Weitervermittlung als Angebot, um Jugendliche und jungen Erwachsene über geeignete professionelle Einrichtungen zu informieren und sie auf Wunsch an eine solche zu vermitteln und zu begleiten.
    • Zugang zu Ressourcen als soziale Dienstleistung, einem jungen Menschen Arbeit, Ausbildung, eine Sache, eine Dienstleistung, Räume, Geld und Informationen etc. zu vermitteln (zum Beispiel Lehrmaterial für Ausbildung, Turnhallenbelegung für einfach zugängliche Sportangebote , aber auch Hinweise auf Rechtsansprüche).

    Arbeitsweisen

    Die anfängliche Kontaktaufnahme und Kontaktsicherung sowie der längerfristige Aufbau tragfähiger Beziehungen erfordern von den Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen im Arbeitsfeld Streetwork in der Regel ein hohes Maß an Eigeninitiative, Frustrationstoleranz, Beharrungsvermögen sowie Einfühlsamkeit.

    • Akzeptierender Ansatz Die individuellen Vorstellungen, Lebensentwürfe und Strategien der Jugendlichen werden als gegeben akzeptiert (im Sinne von annehmen). Dies ist Grundlage für den Zugang und die Arbeit mit ansonsten ausgegrenzten und stigmatisierten Personen. Eine akzeptierende Haltung gegenüber der Person schließt aber Kritik am Fehlverhalten nicht aus.
    • Anonymität Streetwork gewährt den Jugendlichen und jungen Erwachsenen Anonymität (personenbezogene Daten werden nur mit Einverständnis des Betroffenen erhoben) und behandelt Informationen absolut vertraulich.
    • Freiwilligkeit Die Entscheidung über Form, Intensität und Auswirkungen des Kontaktes erfolgt freiwillig. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen akzeptieren die Streetworkerinnen und Streetworker nur als persönliche, nicht als strukturelle Autorität.
    • Lebensweltnähe bedeutet aufsuchende Arbeit und regelmäßige Anwesenheit im natürlichen Lebensumfeld der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sowie eine Angebotsgestaltung, die sich an den Möglichkeiten, Gewohnheiten, Lebensrhythmen, Ausdrucksformen, kulturellen und ethnischen Identitäten und der Alltagskultur der Zielgruppe orientiert. Die Fachkräfte bewegen sich im Lebensumfeld der Gruppe/Szene und lassen sich dort auf deren Regeln, Werte und Normen ein.
    • Niederschwelligkeit bedeutet, dass keine Vorbedingungen oder Voraussetzungen an die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestellt werden. Orientiert am sozialen Lebensraum berücksichtigt Streetwork im besonderen Maße die ablehnende Haltung der Zielgruppe vor institutionellen Angeboten.
    • Parteilichkeit Streetwork ist parteiisch im Sinne einer Interessensvertretung (Lobby) für Jugendliche und junge Erwachsene und stellt in konstruktiv kritisch reflektierter Weise deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt professionellen Handelns.
    • Streetwork und Polizei Dialoge und inhaltliche Auseinandersetzungen erfolgen in verschiedenen Gremien. Einzelfallbezogen ist lediglich ein einseitiger Informationsfluss von der Polizei zu Streetwork vereinbart. Die Kommunikation und die Kontakte von Streetwork zur Polizei müssen so gestaltet werden, dass jede Jugendliche, jeder Jugendlicher, junge Erwachsener und junger Erwachsener weiß, „…wo Sozialarbeit endet und Polizeiarbeit beginnt“ (Fachliche Standards für Streetwork / mobile Jugendarbeit der Landesarbeitsgemeinschaft für Streetwork / mobile Jugendarbeit (LAG) Bayern e.V. München 2000, Seite 11)
    • Transparenz Das Hilfsangebot von Streetwork und die vorgeschlagenen oder vereinbarten Maßnahmen müssen für die Klientin und den Klienten durchschaubar und nachvollziehbar sein.
    Eingang der Streetwork-Außenstelle Blumenau  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Eingang der Streetwork-Außenstelle Blumenau
    © Sozialreferat München / Stadtjugendamt

    Gustav-Heinemann-Ring 135
    81739 München
    Tel. 089 673 50 37
    streetwork-neuperlach.soz@muenchen.de

    Oslostr. 10
    81829 München
    Tel. 089 233-58101
    stadtjugendamt-sw@yahoo.de

    Johannisplatz 12
    81667 München
    Tel. 089 489 14 72
    streetwork-johannisplatz.soz@muenchen.de

    August-Exter-Str. 1
    81245 München
    Tel. 089 821 16 52
    streetwork-pasing.soz@muenchen.de

    Blumenauer Str. 4
    80689 München
    Tel. 089 28 85 60 08
    streetwork-blumenau.soz@muenchen.de

    Ludlstr. 23
    80689 München
    Tel.: 089 56 35 56

    Westendstr. 93
    80339 München
    Tel. 089 502 30 55
    streetwork-westend.soz@muenchen.de

    Welzenbachstr. 30
    80992 München
    Tel. 089 12 17 79 94
    streetwork_moosach@yahoo.de

    Schulstr. 37
    80634 München
    Tel. 089 13 99 96 66
    streetwork.bunnyhill@gmx.de

    Schleißheimerstr. 253
    80809 München
    Tel. 089 35 04 27 78
    streetwork-nordost@gmx.de

    Ingolstädter Str. 217
    80939 München
    Tel. 089 31 88 19 83

    Streetwork für erwachsene Drogenkonsumenten

    Nützliche Links

    Dokumentation zum Fachtag "Über alte Probleme und neue Lösungen"

    Kontakt

    Landeshauptstadt München

    Sozialreferat
    Angebote der Jugendhilfe

    Luitpoldstraße 3
    80335 München