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Hilfe zur Pflege


    Worum geht es?

    Bei der Hilfe zur Pflege handelt es sich um eine Hilfeart für Menschen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen ihrer Selbständigkeit oder ihrer Fähigkeiten haben und deshalb Hilfe durch Andere brauchen.

    Leistungen der Pflegeversicherung

    Wer kann Leistungen erhalten?

    Personen, die in folgenden Bereichen des täglichen Lebens Einschränkungen aufweisen:

    • Mobilität
    • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (z. B. örtliche und zeitliche Orientierung, Beteiligung an Gesprächen )
    • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
    •  Selbstversorgung (z. B. Duschen, An- und Auskleiden)
    • Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen
    • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (z. B. Ruhen und Schlafen, Kontaktpflege)

    Voraussetzung für Leistungen ist, dass einer der fünf Pflegegrade festgestellt wurde.

    Welche Leistungen können u. a. durch die Pflegeversicherung übernommen werden?

    • Das Pflegegeld dient dazu, Pflegeleistungen, die durch Angehörige, Nachbarn oder für persönliche Assistenz erbracht werden, zu finanzieren.
    • Pflegesachleistungen können dann in Anspruch genommen werden, wenn die Pflege von einem zu­gelassenen Pflegedienst erbracht wird.
    • Die Kombinationsleistung ist dann möglich, wenn sich z. B. Angehörige und ein Pflegedienst die pflegerische Versorgung teilen.

    Welche Pflegegrade gibt es und wie werden sie vergütet?

    Im jeweiligen Pflegegrad werden Zahlungen in folgender Höhe geleistet:

    Pflegegrad 1:

    • kein Pflegegeld
    • keine Sachleistungen
    • Entlastungsbetrag: 125 Euro

    Pflegegrad 2:

    • Pflegegeld: 316 Euro
    • Sachleistung: 689 Euro
    • Entlastungsbetrag: 125 Euro

    Pflegegrad 3:

    • Pflegegeld: 545 Euro
    • Sachleistung: 1.298 Euro
    • Entlastungsbetrag: 125 Euro

    Pflegegrad 4:

    • Pflegegeld: 728 Euro
    • Sachleistung: 1.612 Euro
    • Entlastungsbetrag: 125 Euro

    Pflegegrad 5:

    • Pflegegeld: 901 Euro
    • Sachleistung: 1.995 Euro
    • Entlastungsbetrag: 125 Euro

    Die Leistungen sind Höchstbeträge. Dies bedeutet, dass darüber hinaus keine weiteren Zahlungen möglich sind. Die Pflegekasse zahlt die Beträge unabhängig von Einkommen und Vermögen aus.

    Wichtige und ausführliche Informationen zu den Leistungen der Pflegeversicherung finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums „Leistungen für die Pflege zu Hause“.

    Hilfen im Rahmen der Sozialhilfe

    Wer kann Leistungen erhalten?

    Die Sozialhilfeleistungen (§§ 61 ff. Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch (SGB XII)) orientieren sich an den Graden und Beträgen der Pflegeversicherung. Es gibt aber folgende Unterschiede:

    • Bei Personen, die nicht pflegeversichert sind, erfolgt die Festlegung der Pflegegrade durch das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU).
    • Leistungen der Sozialhilfe sind abhängig von Einkommen und ggf. Vermögen. Ob und in welcher Höhe Hilfe möglich ist, wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Sozialbürgerhäusern berechnet.
    • Bei nicht ausreichendem Einkommen und Vermögen können die Pflegeaufwendungen übernommen werden, die für eine individuelle Versorgung nötig sind (z. B. Restkosten, die noch of­fen sind, wenn das Geld von der Pflegekasse nicht für den ambulanten Pflegedienst ge­reicht hat).

    Fachdienst Pflege - Feststellung des pflegerischen Bedarfs

    Der Fachdienst Pflege hat das Ziel, die häusliche Versorgung von pflegebedürftigen Menschen zu optimieren. Dabei erfolgt ein Hausbesuch durch pflegefachlich ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die aktuelle Versorgungssituation einzuschätzen. Der Fachdienst Pflege stellt keinen Pflegegrad fest. Er empfiehlt den individuellen Pflegebedarf, der durch die Sozialhilfe bezahlt werden kann. Den Auftrag für den Fachdienst Pflege erteilen die Sozialbürgerhäuser.

    Wo können Sie einen Antrag stellen und was benötigen Sie hierfür?

    Anträge stellen Sie bitte in Ihrem zuständigen Sozialbürgerhaus.

    • Wohnungslose Menschen sowie Personen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleis­tungsgesetz erhalten, wenden sich an das Amt für Wohnen und Migration.
    • Gehörlose und hörbehinderte Personen aus dem ganzen Stadtgebiet vereinbaren einen Termin mit dem Sozialdienst für Gehörlose.
    • Wer noch keinen Pflegegrad 2 hat, aber aus gesundheitlichen Gründen in eine Senioreneinrichtung einziehen möchte, wendet sich an das Amt für Soziale Sicherung.
    • Wer pflegebedürftig ab Pflegegrad 2 ist und Unterstützung in einer vollstationären Pflegeeinrichtung braucht, wendet sich an den  Bezirk Oberbayern.

    Bitte vereinbaren Sie mit der jeweiligen Stelle einen Termin. Eine Übersicht über die benötigten Unterlagen finden Sie unter "Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung"