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"Schule für Alle"


    Bildung braucht Diversität!?

    Kurzfilm

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    Bildung braucht Diversität!?

    Schule für Alle - Engel  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
    Zeichnung: Silvana Al Dakar, 3. Klasse, Grundschule an der Bad-Soden-Straße
    © Zeichnung von Silvana Al Dakar

    Förder- und Beratungsprogramm

    für Schüler*innen nichtdeutscher Erstsprache, Studierende und Münchner Schulen

    Wofür steht "Schule für Alle"?
    Für eine Vision von Schule, die positiv mit Vielfalt und Diversität umgeht, die der heterogen zusammengesetzten Schüler*innenschaft gerecht wird, die Lernen und Leistung fördert und sich stetig weiterentwickelt. Dieser Vision folgend stößt das Programm „Schule für Alle“ Diskussions- und Entwicklungsprozesse an, verändert die Lehrer*innenbildung und unterstützt Schulen mit kompensatorischen und integrativen Sprachförderangeboten sowie Maßnahmen zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen. Damit die Angebote und Impulse nachhaltig wirken, werden diese in den Strukturen bzw. im Maßnahmenportfolio der teilnehmenden Einrichtungen verankert. Das Programm ist aus dem Projekt „Mercator Förderunterricht" entstanden und wurde bis zum Jahr 2020 vom Europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds gefördert.

    Stimmen aus der Praxis:

    „Als das Projekt in einem meiner Deutschseminare in der Uni vorgestellt wurde, wusste ich sofort, dass ich gerne mitmachen möchte. Ich denke, es bietet eine einzigartige Chance vor dem Referendariat Lehrerfahrungen zu sammeln.“ (studentische Förderlehrkraft des Lehramts Mittelschule; Einsatz in einer Mittelschule und einem Gymnasium)

    „Im Rahmen des Teamteachings habe ich die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen und Einblicke in das Unterrichten zu bekommen, und dabei von einer erfahrenen Lehrkraft begleitet zu werden, die mir regelmäßig Rückmeldung über mein Verhalten gibt.“ (studentische Förderlehrkraft des Lehramts Förderschule, Einsatz in einer Mittelschule)

    „Der Schwerpunkt des Projekts liegt einerseits auf der Förderung der Sprache und andererseits auf der Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen, das heißt, die Kinder lernen vieles über ihre Gefühle und bekommen einen Lösungsschlüssel an die Hand, der ihnen zeigt, wie man mit Konfliktsituationen gut umgehen kann. Es ist ein total schönes Gefühl, wie sich die Kinder einem gegenüber öffnen, wie sie Fortschritte machen und sich über das Jahr hinweg weiterentwickeln.“ (studentische Trainerin, Studiengang Soziale Arbeit, Einsatz in einer Mittelschule)

    Wie sehen die Ziele und Angebote aus?

    „Schule für Alle“ fördert den Umgang mit sprachlicher Vielfalt und Diversität in der Lehrer*innenbildung, Ausbildung von Sozialpädagog*innen und Schule. Es verknüpft die Theorie mit der Praxis und bietet Studierenden die Möglichkeit, Praxis- und Lehrerfahrung zu sammeln und theoriegeleitet zu reflektieren. Die beteiligten Institutionen entwickeln neue Lehrveranstaltungen und Module und tragen zur Professionalisierung in den o.g. Themenfeldern bei. Zudem unterstützen sie interessierte Schulen bei diversitätssensiblen Fragestellungen, der Schaffung und Durchführung von additiven und integrativen Sprachfördermaßnahmen sowie Angeboten zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen.

    Mittlerweile hat das ursprünglich als Praxisentwicklungsprojekt angelegte Programm mit der praxisnahen Forschung eine Erweiterung erfahren. Neben regelmäßig erfolgenden Evaluationen (auf universitärer Ebene, im Bereich der fachlichen Begleitung) ist eine umfassende quasi-experimentelle Längsschnittuntersuchung mit drei Messzeitpunkten zur Überprüfung von Wirkeffekten auf der Ebene der zu fördernden Schüler*innen in Planung.

    Wer kann daran teilnehmen?

    Sowohl allgemeinbildende als auch berufliche Schulen, bis zu 27 Partnerschulen aus München, können teilnehmen. Aus Kapazitätsgründen können keine weiteren Schulen aufgenommen werden. Wir führen eine Warteliste. Bei Fragen und Interesse wenden Sie sich bitte an:
    E-Mail: schulefueralle.soz@muenchen.de

    Lehramtsstudierende aller Lehrämter und Fächer der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Studierende der Sozialen Arbeit der Katholischen Stiftungsfachhochschule München.
    Es können bis zu 120 Lehramtsstudierende und bis zu 20 Studierende der Sozialen Arbeit aufgenommen werden. Wenn Sie Fragen haben und / oder gerne mitmachen möchten, wenden Sie sich bitte an: E-Mail: schulefueralle.soz@muenchen.de

    Die Schwerpunkte im Überblick

    1. Durchgängige Sprachbildung in der Ausbildung von Lehrer*innen und Sozialpädagog*innen

    Diversität ist an vielen Schulen Normalität. Für einen erheblichen Teil der Schüler*innen ist Deutsch die zweite (oder dritte) Sprache. Nicht wenige unter ihnen sind neu zugezogen und müssen die deutsche Sprache erst lernen. Die schulische Bildungssprache und sprachbezogene Anforderungen unterschiedlichster Art stellen nicht nur für Schüler*innen nicht-deutscher Erstsprache eine Herausforderung dar. Die Aufgabe der Schulen ist es, Kinder und Jugendliche für eine kompetente Teilhabe an einer multilingualen Gesellschaft zu befähigen. Hierfür ist eine sprachliche Bildung aller Schüler*innen notwendig; von Seiten der (angehenden) Lehrpersonen und Sozialpädagog*innen bedarf es relevanter Kompetenzen, Kenntnisse und Erfahrungen. Den an „Schule für Alle“ teilnehmenden Studierenden wird durch die Fördertätigkeit an der Schule bereits in der ersten Phase der Ausbildung von Lehrer*innen und Sozialpädagog*innen ermöglicht, im Praxisfeld notwendige Handlungs- und Lehrkompetenzen auf- und auszubauen, indem sie selbstständig (Sprach)Fördermaßnahmen planen, durchführen und ihr Handeln theoriegeleitet reflektieren.

    1.1 Durchgängige Sprachbildung in mehrsprachigen Schulen

    Gute Sprachkenntnisse in Deutsch sind unerlässlich für den Bildungserfolg und die gesellschaftliche Teilhabe. Hierfür ist neben einer sprachlichen Bildung aller Schüler*innen die Thematisierung gesellschaftlicher und individueller Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext und die Auseinandersetzung mit den lebensweltlichen Sprachen der Schüler*innen unumgänglich. Dazu gehört auch, die multilingualen Ressourcen im Klassenzimmer stärker zu nutzen. Hierfür müssen die Schüler*innen nicht-deutscher Erstsprache nicht nur in ihrer Zweitsprache gefördert werden, vielmehr müssen ihre mehrsprachigen Kompetenzen stärker berücksichtigt werden.

    Zur Professionalisierung in der ersten Phase der Lehrer*innenbildung werden folgende Maßnahmen angeboten:

    • Bereitstellung von Praxis- und Praktikumsmöglichkeiten in sprachlich heterogenen Lernendengruppen in Form von additiven Sprachbegleitkursen, Teamteachings im Regelunterricht und (digitaler) individueller Lernbegleitung

    • Entwicklung und Implementierung eines Theorie-Praxis-Seminars zur durchgängigen Sprachbildung und Sprachförderung (Vermittlung von sprachförderbezogenes Handlungswissen und theoriegeleitete Reflexion)

    Zur Professionalisierung in der dritten Phase werden folgende Maßnahmen angeboten:

    • Konzipierung und Durchführung von Fachveranstaltungen, in denen relevante Themen bzgl. durchgängiger Sprachbildung, Diversität und Mehrsprachigkeit mit ausgewiesenen Expert*innen vertieft werden. Die Teilnahme wird als Fortbildung über die ALP Dillingen anerkannt und steht sowohl den Partnerschulen als auch allen anderen Schulen offen.

    • Inhaltliche Weiterentwicklung von Sprachbegleitkursen, Teamteachings und (digitaler) individueller Lernbegleitung sowie deren Implementierung in bestehende Strukturen.

    Veröffentlichungen:

    Lehrstuhl für Didaktik der Deutschen Sprache/Deutschdidaktik

    1.2 Sozial-emotionale Kompetenzförderung in der Sozialpädagog*innen-Ausbildung und Schule

    Sprachkompetenzen sind nicht nur der Schlüssel für schulische Teilhabe, sondern stellen auch eine zentrale Voraussetzung für soziale Inklusion dar. Mit der AG „Daumen hoch!“ wurde ein Bildungskonzept zur sozial-emotionalen Kompetenzförderung mit spezifischen Sprach-Förderelementen entwickelt.
    Studierende der Sozialen Arbeit setzen als Trainer*innen über ein Schuljahr hinweg das additive Förderprogramm an den teilnehmenden Schulen um. Der Fokus liegt auf Emotionswissen, Emotionswortschatz und Verbalisierung, Perspektivübernahme, Selbstwirksamkeit, Emotionsregulation sowie sozial-kognitive Problemlösekompetenzen. Diese werden spielpädagogisch mit den Schüler*innen in Kleingruppen erarbeitet. Bei diesem lösungsorientierten Training stehen die Stärken und Ressourcen der Kinder im Mittelpunkt.

    Die AG „Daumen hoch!“ eröffnet einen hochindividualisierten Lern- und Sozialraum für sozial benachteiligte Kinder. Zugleich ermöglicht sie den Studierenden die Chance, durch den engen Theorie-Praxis-Konnex praktische Handlungskompetenzen zu erwerben, diese theoriebezogen zu reflektieren und so ihre Professionalisierung weiterzuentwickeln.

    KSH – zum Forschungsprojekt Schule für Alle

    2. Vielfaltsbewusste Lehrer*innenbildung und Schulentwicklung

    Bildungseinrichtungen spiegeln auf der einen Seite die von Mobilität und Migration geprägte gesellschaftliche Vielfalt wider. Auf der anderen Seite haben sie den bildungspolitischen Auftrag, Strategien, Konzepte und Maßnahmen für den ressourcenorientierten Umgang mit Vielfalt und Diversität zu entwickeln. Vielfaltsmanagement gehört im universitären Kontext zwar nicht zu den Pflichtaufgaben, ist jedoch gesellschaftspolitisch so relevant, dass die an „Schule für Alle“ mitwirkenden Universitäten und Lehrstühle in dem Bereich aktiv sind und nachhaltig wirksame Maßnahmen und Tools entwickeln.

    Die im Rahmen der EU-Förderung (2015-2020) entwickelten strukturellen Maßnahmen setzen genau dort an und sind mittlerweile regulärer Bestandteil der Ausbildung bzw. des Aufgabenportfolios, wie das Online-Seminar zu Interkultureller Bildung und Schulentwicklung und das Webportal zu interkultureller Schulentwicklung. Des Weiteren werden Münchner Schulen bei Interesse an vielfaltsbewussten Schulentwicklungsprozessen begleitet. Im Folgenden werden die Maßnahmen im Überblick benannt:

    • Online-Seminar „Interkulturelle Bildung und Schulentwicklung“ für Studierende. Im Laufe des Seminars werden angehende Lehrpersonen für Heterogenität und Diversität im Kontext einer Migrationsgesellschaft sensibilisiert und in Grundprinzipien interkultureller Bildung eingeführt.

    • Interkulturelle Schulentwicklung – Ein Webportal für Schulen und interessierte Lehr- und Fachkräfte. Das Portal soll als Unterstützungsinstrument zu interkulturell-migrationsgesellschaftlicher Schulentwicklung für verschiedene Zielgruppen (wie Schulen, Schulträger, Studierende, Lehrpersonen, Fachreferent*innen) fungieren. Es dient sowohl der Vernetzung der Akteur*innen in dem Feld und Unterstützung der Schulen bei Schulentwicklungsprozessen als auch der konzeptionellen Aufbereitung von relevanten Fragestellungen und Weiterentwicklung von Handlungsansätzen dienen. Es bietet theoretische Informationen sowie Praxisbeispiele rund um die heterogenitätssensible Personal-, Struktur- und Unterrichtsentwicklung.

    • Forschung und Evaluation: In Forschungsarbeiten werden die Themenbereiche Deutsch als Zweitsprache, mehrsprachiges Klassenzimmer sowie Traumata bei geflüchteten Kindern und Jugendlichen in den Blick genommen. Entsprechende Studien dienen auch der Ableitung von Handlungsstrategien für die schulische Praxis.

    Veröffentlichungen:

    Lehrstuhl für Schulpädagogik

    Webportal interkulturelle Schulentwicklung.

     

    Kontakt

    Landeshauptstadt München

    Sozialreferat
    Stelle für interkulturelle Arbeit

    Franziskanerstraße 8
    81669 München