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5 Jahre berufliche Anerkennung


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5 Jahre Anerkennungsgesetz

Die Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen zieht Bilanz

Am 01. April 2012 trat das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG)  des Bundes in Kraft, das die Verfahren zur Bewertung ausländischer Berufsabschlüsse vereinheitlichte und vereinfachte. Dies eröffnet seitdem nicht nur vielen Zugewanderten eine berufliche Chance – auch die Wirtschaft und Gesellschaft profitieren davon.


 

Einfachere und transparente Verfahren

Die Einführung des BQFG, auch Anerkennungsgesetz genannt, brachte wesentliche Neuerungen für die berufliche Anerkennung in Deutschland. Seit Inkrafttreten des Gesetzes ist eine individuelle Gleichwertigkeitsprüfung für die im Gesetz geregelten Berufe nicht mehr an die Staatsangehörigkeit gekoppelt. Zudem sind die Verfahren leichter und transparenter geworden. Auch einschlägige Berufserfahrung kann berücksichtigt werden, um so mögliche Defizite bei der Ausbildung auszugleichen.

Menschen mit Fluchthintergrund

Mittlerweile nehmen auch viele Geflüchtete das Beratungsangebot der Servicestelle wahr. Das Anerkennungsgesetz ermöglicht es ihnen in einzelnen Berufen (z.B. in HWK und IHK-Berufen), ihre berufliche Qualifikation in einer Analyse prüfen zu lassen, wenn sie durch die Flucht ihre Nachweise nicht mehr besitzen.

Wer profitiert vom Anerkennungsgesetz?

Durch das Anerkennungsgesetz haben wesentlich mehr zugewanderte Fachkräfte die Möglichkeit, ihre berufliche Qualifikation bewerten zu lassen. Sie können sich nun viel schneller in den Arbeitsmarkt integrieren und dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenwirken. Von den Neuerungen profitieren daher ausländische Fachkräfte ebenso wie der deutsche Arbeitsmarkt und die Stadtgesellschaft in München.

Statistik Beratungen Abb. 1  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Statistik Beratungen Abb. 1

Rund 23.000 Beratungen seit 2009

Die Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen hat bereits im Oktober 2009 ihre Arbeit aufgenommen – drei Jahre vor Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes. Sie ist damit eine der ersten Fachberatungsstellen zur beruflichen Anerkennung in Deutschland und hat seit ihrem Bestehen knapp 23.000 Beratungen durchgeführt – per E-Mail, telefonisch oder persönlich. Menschen mit pädagogischen, technischen und kaufmännischen Berufen sind dabei in der Beratung am häufigsten vertreten (s. Abb 1). Die Beraterinnen und Berater in der Servicestelle unterstützen bei der Antragsstellung und begleiten die Menschen durch den gesamten Anerkennungsprozess.

Statistik Beratungen Abb. 2  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Statistik Beratungen Abb. 2

Trotz vereinfachter Verfahren: Beratungsbedarf ist weiterhin hoch

Trotz der vielen Neuerungen und vereinfachter Verfahren durch das Anerkennungsgesetz, ist der Beratungsbedarf weiterhin hoch (s. Abb. 2). Das liegt daran, dass die Verfahren nicht einheitlich sind und dass eine im Ausland erworbene Qualifikation einem deutschen Referenzberuf zugeordnet werden muss. Auch ist die Vielzahl an Stellen, die - je nach Beruf - für die Anerkennung zuständig sind, sehr unübersichtlich. Die Servicestelle hat daher ein umfangreiches Beratungsangebot: Sie berät auch zu Möglichkeiten, von einer teilweisen Anerkennung des Berufsabschlusses zu einer vollen Anerkennung zu kommen, zu Anpassungsmaßnahmen oder Nachqualifizierungen. Sie unterstützt Ratsuchende bei der Suche nach passenden Qualifizierungsmaßnahmen und im Umgang mit Behörden und Bildungseinrichtungen.

Statistik Beratungen Abb. 3  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Statistik Beratungen Abb. 3

Überblick: Ratsuchende im Jahr 2016

Die Situation in Syrien zeichnet sich auch in der Servicestelle ab. Im Jahr 2016 nahmen viele syrische Geflüchteten das Angebot in Anspruch (s. Abb. 3). Sie waren mit 7,37% die größte Gruppe von Ratsuchenden.

Die häufigsten Berufe, zu denen die Servicestelle beraten hat, waren im vergangenen Jahr Ingenieurinnen und Ingenieure. Die Servicestelle hat auf diese Entwicklung reagiert und zusammen mit ihren Kooperationspartnern Brückenmaßnahmen ins Leben gerufen. Diese bieten ausländischen Akademikerinnen und Akademikern aus Bau- bzw. baunahen Fachdisziplinen die Möglichkeit, ihre fachlichen und methodischen Kompetenzen zu erweitern und so einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt zu erreichen. Ähnliche Maßnahmen gibt es auch für andere Berufe wie z.B. für Kindheitspädagoginnen und -pädagogen sowie für Sozialpädagoginnen und -pädagogen. Damit kann eine Fachkräftelücke in München gemildert werden.


Sie wollen eine Beratung zur Anerkennung Ihrer Beruflichen Qualifikation? Alle Infos finden Sie unter: www.muenchen.de/servicestelle