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Quartierbezogene Bewohnerarbeit - Konzept


Situation

In München entstehen immer mehr neue Wohngebiete. Kurz nach der Fertigstellung der Anlage ziehen in kürzester Zeit viele Mieterinnen und Mieter ein, und auf engem Raum treffen verschiedene Lebensvorstellungen und unterschiedliche Nationalitäten aufeinander.
Gerade dann, wenn der Anteil an Sozialwohnungen hoch ist und viele Bewohnerinnen und Bewohner mit multiplen Problemlagen beisammen wohnen, ergeben sich Spannungen. Die am Anfang noch mangelnde Infrastruktur der neuen Siedlung trägt zur Unzufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner der neuen Siedlung bei.

Mehrgenerationenhaus  „Unter den Arkaden“ im Harthof. Selbstgestalteter Innenhof  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Mehrgenerationenhaus „Unter den Arkaden“ im Harthof. Selbstgestalteter Innenhof

Mieterstruktur

In bestehenden Wohngebieten können die sich ändernder Mieterstrukturen Problemlagen erzeugen:

  • Viele Alleinstehende Mieter mit Multiproblemlagen,
  • alte Menschen, die vereinsamen und isoliert sind,
  • Familien mit geringem Einkommen.

Solche Wohngebiete können durch ein hohe Mieterfluktuation geprägt sein, übrig bleiben meist sozial schwache Haushalte mit existenziellen Problemen.

Nachbarschaftsgarten Gotteszeller Str,  Der Bewohnergarten entstand auf einem brachliegenden Gelände.  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Nachbarschaftsgarten Gotteszeller Straße. Der Bewohnergarten entstand auf ...
© S-III

Problemlage

Sowohl in Neubaugebieten als auch in schon bestehenden Wohngebieten können Nachbarschaftsstreitigkeiten zwischen Menschen und geringe Identifikation mit der Wohnanlage und dem Stadtteil entstehen, wenn es keine stabile, aktive und aufmerksame Nachbarschaft gibt.
Wohnanlagen verwahrlosen sehr schnell und sind einer zunehmenden Vermüllung ausgesetzt, wenn sich Bewohnerinnen und Bewohner wenig um ihr Wohnumfeld kümmern.

Gemeinsam Fußball schauen im Nachbarschaftstreff Oslostraße, Messestadt Riem  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Gemeinsam Fußball schauen im Nachbarschaftstreff Oslostraße, Messestadt Riem
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Präventiver Lösungsansatz

Um die oben dargestellten Probleme erst gar nicht erst entstehen zu lassen, bietet die Landeshauptstadt München den Service der Quartierbezogenen Bewohnerarbeit an. Bei diesem präventiven Ansatz arbeiten sozialpädagogische Fachkräfte vor Ort in Nachbarschaftstreffs und unterstützen die Nachbarn in ihren Anliegen.
Grundsätzliche Ziele dieser Treffs sind die Verbesserung der Lebensbedingungen und der sozialen und ökonomischen Situation der Bewohnerinnen und Bewohner. Durch Bewohneraktivierung und -beteiligung, Förderung von Selbstorganisation werden Nachbarn miteinander bekannt. Daraus ergeben sich themen- und interessensgeleitete Treffen von verschiedenen Gruppen.

Interkulturelle Kochgruppe Blumenau  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Interkulturelle Kochgruppe Blumenau
© S-III

Nachbarschaftstreff

Die Gruppen im Treff können durch Nachbarn initiiert werden und stärken die Ressourcen der Anbietenden und der nutzenden Nachbarn.
Zudem wird auch die Identifikation und Integration der Mieterinnen und Mieter mit ihrem Stadtviertel gefördert.
Hausgemeinschaften und Nachbarschaften entstehen und wirken letztlich stabilisierend auf das Wohngebiet.

Nachbarschaftsraum am Ackermannbogen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Nachbarschaftsraum am Ackermannbogen

Gebührenfreie Anmietung

Die Räume der Nachbarschaftstreffs können für Projekte, Angebote und private Veranstaltungen entsprechend den vorliegenden jeweiligen Nutzungsvereinbarungen angemietet werden.

Dadurch sollen in den Quartieren vorrangig für die ansässigen Anwohnerinnen und Anwohner ergänzende Möglichkeiten für Freizeitgestaltung und selbst initiierte Angebote außerhalb der privaten Wohnungssituation geschaffen werden.

Nachbarschaftsraum am Ackermannbogen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Nachbarschaftstreff am Ackermannbogen, Nähwerkstatt für Jugendliche
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Zugang zum Treff

Die Arbeit der Treffleitungen unterstützt den Zugang aller Nachbarn zum Treff. Die Interessen der Nachbarn in allen
Altersgruppen können mit den Angeboten aufgegriffen werden.

Der Raummanagementservice im Nachbarschaftstreff übernimmt die Aufgabe der Koordinations- und Verwaltungsaufgaben.
D.h. Er bietet Beratung und unterstützende Planungshilfen und Information für die Projektleitungen bei der Ersteinrichtung von Projekten der Quartiersbezogenen Bewohnerarbeit an. Er ist verantwortlich für den Nutzungsvertragsabschluss, die Überlassungsvereinbarung nach dem Projektauslauf; Schlüsselverwaltung; Reinigung; Überprüfung des Gesamtzustandes der Räume, etc.
Zusätzlich unterstützt sie bei Vernetzung mit den Akteuren in den Quartieren.

Außenfassade des Nachbarschafts treffs Trudering, Bajuwarenstraße   Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Außenfassade des Nachbarschaftstreffs Trudering, Bajuwarenstraße
© S-III

Gestaltung der Treffs

Die Nachbarschaftstreffs sind modern gestaltet und ausgestattet und zum Teil auch für genau diesen Zweck (um)gebaut worden.
Sie sind rollstuhlgerecht mit Aufzügen oder ebenerdig und haben Möbel, die flexibel und für jede Altersgruppe geeignet sind.
Ihre Lage im Quartier schafft kurze Wege und motiviert die Nachbarn mal „kurz vorbei zuschauen“.

Außenfassade des Nachbarschafts- treffs in Moosach, Karlinger Str  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Außenfassade des Nachbarschaftstreffs in Moosach, Karlingerstraße
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Aktive Treffs

Im Juni 2015 sind 38 Nachbarschaftstreffs in den Münchner Stadtvierteln aktiv. Einige von ihnen arbeiten aufgrund der räumlichen Nähe im  Verbund zusammen und organisieren auch treffverbindende und treffübergreifende Angebote.

 Außenfassade , Riem Messestadt, Heinrich-Böll-Straße  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Außenfassade, Riem Messestadt, Heinrich-Böll-Straße
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Planung von Treffs

Nach der Entscheidung des Stadtrats wird zu jedem Neugebiet , in dem über
200 öffentlich geförderte Wohnungen
entstehen ein Nachbarschaftstreff eingeplant.
Auf der Planungsliste stehen weitere
Treffs in den Neubaugebieten wie dem Paulanergelände, Stückgutgelände, der Paul-Gerhardt Allee, Hochäckerstraße, dem EON Gelände, der Haldenseesiedlung ,Freiham und weitere.