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Wohnen und Betreuen von unbegleiteten minderjährigen und heranwachsenden Flüchtlingen


Unbegleitete jugendliche Flüchtlinge  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Modell: Wohnprojekt „Auerhaus“

Unbegleitete minderjährige und heranwachsende Flüchtlinge (UMF unter 18 Jahre, UF über 18 Jahre) sind Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, die ohne die für sie verantwortlichen Erwachsenen in die Bundesrepublik kommen. Sind sie unter 16 Jahre alt, kümmert sich das nach dem Jugendhilfegesetz zuständige Stadtjugendamt um sie, bringt sie in einem Heim unter und sorgt für die Betreuung.

Für die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen männlichen Jugendlichen ab dem 16. Lebensjahr haben das Amt für Wohnen und Migration und das Stadtjugendamt gemeinsam ein Modellprojekt initiiert, das Wohnprojekt „Auerhaus“. Fünf Sozialpädagoginnen und -pädagogen des Amtes für Wohnen und Migration und des Stadtjugendamtes kümmern sich um die bis zu 16 Jugendlichen. Sie helfen und beraten zum Beispiel bei Fragen des Aufenthaltes, der Ausbildung, Freizeitgestaltung, Zusammenarbeit mit den Vormündern, Lebensperspektiven und mehr.

Aufenthaltsdauer

Die Jugendlichen leben dort für die Dauer von durchschnittlich zwei Jahren und werden auf ein eigenständiges Leben vorbereitet.

Sind die jungen Heranwachsenden über 18 Jahre alt, haben keinen Bedarf mehr an Jugendhilfeleistungen und verfügen über eine Aufenthaltserlaubnis, werden sie nach Voranmeldung/  Leitfaden zur Anmeldung UF/ (PDF, 45 KB) vom Amt für Wohnen und Migration in mehreren Wohnprojekten wie in der Implerstraße (Erfahrungsbericht/ (PDF, 1203 KB), Fotogalerie) oder in angemieteten Wohnungen, die im Stadtgebiet verteilt sind, untergebracht.
In den Wohnprojekten werden sie von jeweils zwei Sozialpädagoginnen und -pädagogen des Amtes für Wohnen und Migration und des Stadtjugendamtes und Pförtnern im Schichtdienst betreut. Schwerpunkte der Arbeit sind Schulabschluss, Ausbildungsplatz, Arbeitsplatz und die Wohnraumsuche, die sich in München zunehmend als schwierig darstellt.
Ein spezielles Thema dieser Personengruppe sind die traumatischen Erlebnisse von Krieg und Flucht. Wichtig ist deshalb eine sensible Unterstützung bei deren Bewältigung, die oft jahrelang dauern kann.
Auch in diesen Wohnprojekten verbringen die jungen Heranwachsenden durchschnittlich drei Jahre und werden auf ein eigenständiges Leben vorbereitet.
In den Wohnungen leben die Jugendlichen, die schon weitestgehend selbständig sind, in Wohngemeinschaften zu zwei bis vier Personen und werden dort nachgehend von Sozialpädagogen betreut. Auch hier ist der Aufenthalt auf im Schnitt drei Jahre angelegt. Anschließend ziehen die dann jungen Erwachsenen in eine Sozialwohnung oder eine Privatwohnung und die Betreuung durch das Amt für Wohnen und Migration wird entweder beendet oder als bedarfsorientierte Weiterbetreuung in enger Kooperation mit den Wohnungsbaugesellschaften bis zu 18 Monate nach Auszug weitergeführt. Hierbei geht es schwerpunktmäßig um eine Stabilisierung und Nachhaltigkeit des Lebens im eigenen Wohnraum. Insbesondere der Umgang mit der Nachbarschaft und die Vermeidung von Mietschulden sind wichtige Themen.
Erst in letzter Zeit hat sich das Thema „UF-Kleinfamilien“ entwickelt. Durch Schwangerschaft, Heirat oder Familiennachzug des Partners sind neue Zielgruppen und Herausforderungen entstanden, die in enger Kooperation mit der Bezirkssozialarbeit in den Sozialbürgerhäusern bewältigt werden müssen.
Aufgrund der starken Zuzugszahlen der jungen Heranwachsenden in den letzten Jahren ist das System der Unterbringung ständig gewachsen und umfasst Anfang 2014 inkl. der Weiterbetreuung schon fast 400 Plätze (ca. 15% sind von jungen Frauen belegt). Zunehmend wird die Zielgruppe daher in sogenannten Leerstandsobjekten zur Zwischennutzung untergebracht. Somit wird vorübergehend leerstehender Wohnraum wieder genutzt und die jungen Heranwachsenden erhalten die dringend benötigte Bleibe.