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Richtfest-Feier im Bildungscampus Freiham


Abschluss der Rohbauarbeiten auf Münchens größter Schulbaustelle

Baureferentin Rosemarie Hingerl lud am 27. Juli 2018 zum Richtfest auf die Baustelle des Bildungscampus Freiham. „Nach nur 14 Monaten Bauzeit können wir auf Münchens größter Schulbaustelle den Abschluss der Rohbauarbeiten feiern. Wir liegen damit in unserem ehrgeizigen Zeitplan “, erklärte sie. Bei bestem Sommerwetter wurde im kühlen Rohbau der zukünftigen „Zentralen Mitte“ des Campus vor den etwa 250 geladenen Gästen die Richtfestkrone feierlich hochgezogen. Es folgten Ansprachen von Oberbürgermeister Dieter Reiter sowie Stadtschulrätin Beatrix Zurek.

„Mich freut, dass wir mit dem Richtfest für den neuen Bildungscampus einen entscheidenden Meilenstein für die Entwicklung Freihams feiern können. Denn mit dem neuen Campus wird Freiham zu einem der größten Schulstandorte Münchens. Wenn alles fertig ist, sollen hier insgesamt etwa 3.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Der Münchner Stadtrat hat dafür rund 245 Millionen Euro zur Verfügung gestellt – die höchste Summe, die in München jemals in ein Bildungsprojekt geflossen ist. Die Regierung von Oberbayern hat für dieses Projekt Fördermittel in Höhe von 36 Millionen Euro in Aussicht gestellt, von denen ein Teil bereits bewilligt ist. Dafür sage natürlich auch ich ein herzliches Dankeschön.“, sagte Oberbürgermeister Reiter. Und Stadtschulrätin Beatrix Zurek freute sich: „Ich finde es wunderbar, dass für den Bau von Bildungseinrichtungen so viel Geld zur Verfügung gestellt wird. Das ist vor allem im Hinblick auf andere, finanziell schwächere Städte in Deutschland nicht selbstverständlich." Die anschließenden Führungen durch Teile der Baustelle wurde von den Anwesenden begeistert angenommen.

Städtebau und Architektur

Seit dem Baubeginn im Frühling 2017 entsteht im Bildungscampus Freiham eine fünfzügige Grundschule, ein Sonderpädagogisches Förder- und Kompetenzzentrum mit 19 Klassen und Doppelsporthalle, eine fünfzügige Realschule und ein sechszügiges Gymnasium. Die Schulgebäude des Bildungscampus setzen sich kammartig aus Baukörpern zusammen, die durch mittige und seitliche Gänge verbunden sind. Grundschule sowie Sonderpädagogisches Förder- und Kompetenzzentrum bilden eine bauliche Einheit im Nordwesten des rechteckigen Baufelds, ebenso wie Realschule und Gymnasium im Süden des Geländes. Zusammen mit dem Gebäude der Zentralen Mitte, das als Solitärbau im Nordosten des Campus und als Schnittstelle zum zukünftig entstehenden angrenzenden Stadtquartier steht, definieren sie den städtebaulichen Abschluss zu den umgebenden Straßen. Zusammenführende Funktionen wie Mensa mit Küche, Bibliothek und Kreativbereiche, die von allen Schulen genutzt werden, sind in der Zentralen Mitte untergebracht. Durch das Zusammenfassen von je zwei Schulen zu baulichen Einheiten wird eine hohe Nutzungsflexibilität erreicht.

Die Schulen sind nach dem Münchner Lernhauskonzept geplant und in überschaubare Einheiten gliedert. Das Lernen erfolgt in sogenannten „Clustern“, die je nach Schulart aus mehreren Klassenzimmern, Räumen für die ganztägige Betreuung und die Inklusion sowie einem Teamzimmer bestehen und sich um einen offenen, multifunktionalen Mittelbereich gruppieren.

Umlaufende Fluchtbalkone „öffnen“ die Gebäude insbesondere zum grünen Campus. Eine Fassadengestaltung in Weiß und hellem Gelb wird die Campusatmosphäre unterstreichen. Entlang der Straßen sind die Fassaden aus Lärmschutzgründen eher geschlossen. Helle Ziegelflächen lassen aber auch hier einen freundlichen Eindruck entstehen.

Freiflächen

Der zentrale Grünraum ist als öffentlicher Park konzipiert, mit dem sich die Freiflächen der Schulen eng verzahnen. Die Pausenhöfe liegen zwischen den Lernhäusern zur öffentlichen Grünfläche und sind teilweise baulich umschlossen. Auf den Dächern zweier Lernhäuser von Gymnasium und Realschule entstehen Freibereiche mit Spielflächen. Die Freiflächen der beiden weiterführenden Schulen und der Zentralen Mitte sind zum Park hin offen geplant. Sitzmauern zeichnen den Grenzverlauf der Schulgrundstücke nach. Diese offene Gestaltung stärkt den Campus-Charakter der Gesamtanlage. Eine barrierefreie Unterführung mit Tageslicht wird den Bildungscampus mit dem benachbarten Sportpark verbinden, der für den Schul- wie auch den Breitensport vorgesehen ist.

Baustelle der Superlative

Mit dem Richtfest wurde der Abschluss der Rohbauarbeiten gefeiert. Es wurden schon 6.160 Tonnen Stahl und 47.000 Kubikmeter Beton verbaut. Allein der Bauteil entlang der Bodenseestraße ist 244 Meter lang.

Um das ehrgeizige Ziel der Fertigstellung zum Schuljahr 2019/2020 zu erreichen, arbeitet das Baureferat unter Hochdruck an der Umsetzung. Werktags sind bis zu 350 Baufachleute im Einsatz. Während der Rohbauphase waren bis zu neun Kräne gleichzeitig hier. Es wird von Montag bis Samstag gearbeitet, und auch im Winter bei Temperaturen bis 15 Grad Kälte ging der Betrieb auf der Baustelle weiter. Sogar an einigen Sonn- und Feiertagen war die Rohbaufirma dank Ausnahmegenehmigung des Kreisverwaltungsreferates und der Regierung von Oberbayern mit bis zu 100 Beschäftigten auf der Baustelle. Da ist es natürlich von Vorteil sozusagen auf der „grünen Wiese“ ohne Nachbarn zu bauen.

Bisher lag der Schwerpunkt der Arbeiten auf der Rohbaufirma. Mit dem Ausbau vervielfacht sich die Anzahl der Firmen und damit die Risiken für Störungen im Bauablauf. Derzeit arbeiten 23 Firmen auf der Baustelle an Elektro-, Heiz-, Lüftungs- und Sanitärinstallationen, Fassaden und im Bereich Trockenbau. Demnächst beginnen die weiteren Ausbauarbeiten, beispielsweise mit Schlossern, Schreinern und Bodenlegern.

Die Bautermine bei dem Projekt sind so knapp bemessen, dass keine Zeitpuffer vorhanden sind. Unvorhergesehenen Verzögerungen zum Beispiel durch Firmeninsolvenzen kann nur mit Beschleunigungsmaßnahmen begegnet werden. „Unsere Projektleitung und alle Beteiligten auf der Baustelle sind hoch motiviert und engagiert den Fertigstellungstermin zum Schuljahr 2019/2020 einzuhalten. Sie werden alles daran setzen, das Ziel zu erreichen. Wie kritisch dieser Weg aber ist, soll folgender Vergleich zeigen: In ähnlich kurzen Bauzeiten von gut zwei Jahren wie beim Gymnasium Trudering oder Nord muss hier etwa das dreieinhalbfache Bauvolumen entstehen!“, erklärt Baureferentin Rosemarie Hingerl.

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