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Parkpflegewerk - Analyse der Bepflanzung, Benutzbarkeit und Ausstattung


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Dendrologische Besonderheiten im Alten Botanischen Garten

Die städtebauliche Neuordnung der sogenannten Lenbachgärten waren der Anstoß für den Alten Botanischen Garten, ein Parkpflegewerk in Auftrag zu geben. Die historische Entwicklung wurde analysiert, ebenso wie die Bepflanzung (Baum-, Strauch- und Krautschicht) und der Zustand der Wege, bzw. die Wegeführungen.

Vegetation - Krautschicht

Der Park ist naturschutzrechtlich als Landschaftsbestandteil geschützt, gleichzeitig jedoch auch durch den Denkmalschutz als Gartendenkmal. Gärtnerische Kulturpflanzen in den Schmuckbeeten gedeihen hier ebenso wie naturnahe Vegetation. Im Frühling sind es Krokusse, Winterlinge und Schneeglöckchen, die sich wie ein Teppich auf den Wiesen und unter den Bäumen ausbreiten.

Vegetation - Gehölze

Es finden sich die vertrauten heimischen Bäume wie Ahorn, Linden, Eichen, aber auch exotische Bäume wie Magnolien, Sumpfzypressen und Taschentuchbaum. Aus der Gründungszeit des Botanischen Gartens ist jedoch kein Baumbestand mehr erhalten. Durch die schlechten Boden- und Luftverhältnisse konnten die Gehölze im 19. Jahrhundert kaum überleben. Die übrigen botanisch interessanten Pflanzen wurden bei der Umsiedlung in den neuen botanischen Garten nach Nymphenburg umgepflanzt. Es finden sich noch Bäume, z.B. einige Linden im Biergarten des Parkcafés, die in den 30er Jahren bei der Umgestaltung zum Stadtpark gepflanzt wurden.

Entwicklungsziele

Der Erhalt der wertvollen Gehölze und die Förderung der naturnahen Unterwuchsbereiche sind ebenso Ziel der Parkpflege, wie der Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz. Wünschenswert wäre eine Verbesserung der visuellen und räumlichen Situation des Freibereichs um das Parkcafé und eine Fensteröffnung im Kunstpavillon zur Verdeutlichung der Sichtachsen. Langfristig würde eine Auflockerung der Baumkulisse durch natürliche Abgänge zur Erhöhung des Lichtgenusses führen. Die Aufwertung der Mittelachse als Aufenthaltsraum, die Umgestaltung naturferner Unterwuchsbereiche und weitere Maßnahmen wurden bereits durchgeführt.

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Die Umsetzung der Entwicklungsziele bis heute

Ausstattung

Der Spielbereich musste schon in den 70er Jahren zum Schutz der Kinder umzäunt werden. Eine Hürde gegen unbefugtes Betreten war unumgänglich geworden. Der unschöne Maschendrahtzaun konnte ersetzt werden. Heute zeigt sich die Gestaltung der Einfriedung, in Form eines schlichten Stabgitterzauns, den Ansprüchen an das Gartendenkmal angemessen. Auch die ästhetisch ungenügenden Schutzbügel an den Schmuckpflanzungen des Neptunbrunnens wurden entfernt und durch klassische niedrigere Beeteinfassungen ersetzt. Neue Bänke ermöglichen sich auszuruhen.

Wege

Ein wichtiger Bezug, nicht nur auf die Zeit der Umgestaltung in den 30er Jahren, sondern sogar auf die Entstehungszeit des Botanischen Gartens, erfolgte durch die Neuschaffung einer exakten Mittelachse. Die wurde auf die Mitte des Parkcafes ausgerichtet. Die neue Nachbarschaft wird durch einen Zugangsweg im Norden angebunden. Die Hindernisstufen an den östlichen Zugängen von Sophien- und Elisenstraße wurden entfernt und ein weitgehend barrierefreier Zugang in den Alten Botanischen Garten ermöglicht.
Der Fußweg parallel zur Elisenstraße wurde aufgewertet.
Eindrucksvoll veränderte sich der westliche Übergangsbereich zwischen Kunstplattform und Altem Botanischen Garten. Das Spielhaus bekam einen deutlich wahrnehmbaren Eingangsbereich. Ein besonntes Wiesen-Karree lädt zum Verweilen ein und bietet auch den älteren Schülern und Schülerinnen des Luisengymnasiums eine Möglichkeit, die Pausenfreizeit im Freien zu verbringen.

Bepflanzung

Die Idee eines Skulpturenparks führte in den 80er Jahren zur Schaffung von gepflasterten Aufstellflächen für Skulpturen rund um den Kunstpavillon. Auch im Gebüsch vor der Spielwiese waren für diesen Zweck einige runde Plätze aus Granitkleinsteinpflaster angeordnet. Durch Vandalismus und Ignoranz entwickelten sich die Nischen zu unansehnlichen Abfallinseln. Heute sind sie zurückgebaut und in naturnahe Vegetationsflächen umgewandelt. Die Mittelachse wurde durch attraktive Pflanzbeete aufgewertet.

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Die Zukunft des Alten Botanischen Gartens

Der Alte Botanische Garten ist als Gartendenkmal geschützt. Seine Bauwerke, seine Wege und seine Bepflanzung sind ein Zeugnis des frühen 20. Jahrhunderts und in einigen Bereichen, in seiner städtebaulichen Grundkonzeption, seiner noch heutigen Ausformung und mit seinem Eingangsportal, ein Zeugnis des frühen 19. Jahrhunderts.

Der Park ist als Landschaftsbestandteil geschützt. Baumbestand, Strauch- und Krautschicht sind nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz rechtsverbindlich festgesetzte Teile von Natur und Landschaft und unter Schutz gestellt.

Auch in der Zukunft müssen diese Schutzfunktionen mit den Nutzungsanforderungen in Einklang gebracht werden. Der Alte Botanische Garten ist eine innerstädtische Grünanlage, die täglich von unzähligen Menschen für Erholung und Freizeit genutzt wird.
Es liegt in der Natur der Sache, dass sich der Alte Botanische Garten auch jetzt im Alter von 200 Jahren in stetiger Veränderung befindet. Diese Veränderung muss auch in Zukunft mit geeigneten Maßnahmen begleitet werden. Das Parkpflegewerk gibt dem Baureferat Gartenbau dafür eine wichtige Anleitung und Grundlage an die Hand nicht nur zum langfristigen Erhalt der Bepflanzung in ihrer Grundstruktur und Ausprägung, sondern auch als Argumentationshilfe der geplanten Veränderungen in der Zukunft.

Das Baureferat Gartenbau wird wie in den letzten Jahrzehnten den Alten Botanischen Garten nach den Vorgaben des Parkpflegewerks pflegen und erhalten, damit sich die Münchnerinnen und Münchner und die vielen Gäste der Stadt in dieser Grünoase im Zentrum der Stadt in und an der Natur erfreuen und erholen können.