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Luitpoldpark


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Luitpoldpark

Mehr als 100 Jahre Luitpoldpark - ein historischer Überblick

Der Luitpoldpark im Stadtteil Schwabing-West feierte 2011 sein 100-jähriges Bestehen.

Seine Entstehung ist eng verbunden mit der städtebaulichen Entwicklung Münchens um 1900. Von der Maxvorstadt ausgehend wuchs die Stadt in rasantem Tempo weiter nach Norden. Für das neue Stadtquartier musste ausreichend Grün geschaffen werden. So beschloss im Jahre 1909 der Münchner Magistrat die Realisierung der damals schlicht als „Nordpark“ bezeichneten Anlage.

Damals noch am nördlichen Stadtrand gelegen, wurden weitestgehend städtische Flächen für den Park umgewidmet. Unterstützt von einem enormen bürgerschaftlichen Engagement wurde mit dem Bau begonnen. Der Kern des Parks sollte ein Denkmal zu Ehren des Prinzregenten Luitpolds bilden, ein über 17 Meter hoher Obelisk aus unterfränkischem Muschelkalk, umgeben von einer Terrasse aus rasterförmig gepflanzten 90 Linden und 25 Eichen (entsprechend dem Lebensalter bzw. der Regierungsjahre des Prinzregenten). Am 11. März 1911, dem 90. Geburtstag des Prinzregenten, wurde schließlich durch seinen Urenkel, dem Prinzen Luitpold, feierlich die 90. Linde gesetzt und damit der Park eröffnet.

In den folgenden Jahren wurden aus verschiedenen Anlässen immer wieder Bäume und Denkmäler von einzelnen Personen, Institutionen und Firmen gespendet, so zum Beispiel stiftete die Bäckerinnung 1911 die Bäckerlinde mit im Jahre 1915 ergänzter halbkreisförmiger Steinbank. 1913 wurde das Denkmal für den Geographen und Landeskundler Dr. Wilhelm Götz aufgestellt, 1916 fand ein spätgotischer Bildstock mit eingelassenem Marienbild seine neue Stätte im Luitpoldpark. Eine geplante, aber heftig diskutierte weitausladende neubarocke Brunnenanlage nördlich der Lindenterrasse verhinderte aber letztendlich der Erste Weltkrieg. Das Bamberger Haus wurde in den Jahren 1911/12 als Café erbaut. Seinen Namen erhielt es, nachdem wesentliche Teile der Fassade aus einem abgerissenen, barocken Bamberger Wohnhaus über Umwege und beinahe zufällig hier ihre Wiederverwendung gefunden hatten.

Bedingt durch die Kriegswirren und die wirtschaftliche Depression kam es dann in den Zwanziger Jahren bei den Arbeiten im Luitpoldpark zu längeren Unterbrechungen. 1933 erfuhr der Park nochmals eine künstlerische Ergänzung durch einen expressionistisch gestalteten Fohlenbrunnen, der allerdings 1945 zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde. Der gesamte Park wie auch der Bayernplatz erlitten gegen Ende des Zweiten Weltkrieges schwere Schäden durch Bombeneinschläge. Das Bamberger Haus wurde teilweise zerstört und erst in den 80er Jahren grundlegend saniert und wiedereröffnet. In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg entstand im Norden des heutigen Parkgeländes der große Schuttberg aus Kriegsschutt. Auf seinem Gipfel ermahnt ein 1958 errichtetes Bronzekreuz zum Gedenken an die Bombenopfer. In den sechziger und siebziger Jahren erhielt der Park sein heutiges Gesicht.

Der Luitpoldpark ist mit seinen Spiel- und Erholungseinrichtungen nicht nur bei den angrenzenden Bewohnern Westschwabings beliebt, auch die Milbertshofener Bürgerinnen und Bürger schätzen und nutzen ihn intensiv. Bitte beachten Sie, dass Grillen im Luitpoldpark nicht gestattet ist.

Beliebte Orte sind der Aussichtshügel (ehemaliger Schuttberg) mit Rodelbahn, der sogenannte Pumucklspielplatz und die Liege- und Spielwiesen. Neben der umfangreichen baulichen Ausstattung aus der Entstehungszeit erhält der Luitpoldpark auch durch seinen alten Baumbestand mit einigen botanischen Kostbarkeiten seinen unverwechselbaren Charakter. Neben Gingko, Urwelt-Mammutbaum, Gleditsie, Abendländischem Zürgelbaum und Götterbaum findet man auch Blut- und Hängebuchen und Pyramideneichen.

2008 gab das Baureferat ein sogenanntes Parkpflegewerk in Auftrag. Das 2010 fertiggestellte Werk schlägt Pflege- und Sanierungsmaßnahmen vor, die die langfristige Erhaltung und Entwicklung des Parks unter Beachtung verschiedener Nutzungsaspekte (Spiel und Erholung, Gartendenkmalschutz, Ökologie und Naturschutz) im Blickfeld haben.

Broschüre zum Jubiläum 2011

"100 Jahre Luitpoldpark - Ein Volkspark für alle"

Zum 100-jährigen Parkjubiläum hat das Baureferat eine informative Broschüre unter dem Titel "100 Jahre Luitpoldpark Ein Volkspark für alle" herausgegeben. Viele Bilder illustrieren Historie und Gegenwart dieses ersten Bürgerparks Münchens.

Die Broschüre ist gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro erhältlich:

Tel.: 089/233-60329
per Mail: gartenbau@muenchen.de
Stadtinformation am Marienplatz
 

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