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Ultraviolettlicht zur Abwasserdesinfektion


UV-Anlage  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Klärwerk Gut Marienhof

Durch den Einsatz der Ultraviolett(UV)-Licht-Technologie kann die Bakterienbelastung des gereinigten Abwassers im Klärwerk Gut Marienhof auf ein Hunderttausendstel gesenkt werden. In der Anlage wird das Abwasser je nach anfallender Wassermenge durch ein bis sechs Gerinne geleitet, in denen sich über 1.300 UV-Lampen befinden. Das kurzwellige UV-Licht dringt durch die Zellwand des im Wasser lebenden Organismus und verursacht eine Reaktion mit der DNA (Desoxyribonukleinsäure), der Erbinformation der Zelle.

Die C=C-Kohlenstoffbindung in den Molekülen des Organismus wird aufgebrochen und eine weitere Vermehrung verhindert.
Den sehr hohen Wirkungsgrad der Desinfektion durch ultraviolettes Licht bewies die Münchner Stadtentwässerung bereits 1994 in einem Großversuch im Klärwerk Gut Marienhof, wie auch die bakteriologisch-hygienischen Untersuchungen der Isar unterhalb der Bad Tölzer Anlage im Sommer 2001. Zur Sicherstellung einer optimalen Desinfektion wird die Leistung der UV-Strahler, bzw. die im Wasser vorhandene UV-Intensität, kontinuierlich über Sensoren gemessen.

Innerhalb der sechs Gerinne wird die Bestrahlungsintensität der UV-Lampen an die Abwassermenge angepasst. Eine höhere Strahlungsleistung ist erforderlich, wenn das Wasser einen hohen Anteil an Trübstoffen enthält. Das UV-Licht wird dann auf seinem Weg durch das Wasser stärker als im klaren Wasser abgeschwächt.
Um die Wirksamkeit der Anlage kontinuierlich zu überprüfen, wird die Konzentration gesamtcoliformer bzw. fäkalcoliformer Bakterien sowie fäkaler Streptokokken im Zulauf und Ablauf nach erfolgter UV-Desinfektion gemessen.