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Toiletten im öffentlichen Raum: 29 neue Standorte


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Öffentliche Toilette am Partnachplatz
© Christoph Mukherjee

Die Anzahl der Toiletten soll signifikant erhöht werden

Die Vollversammlung des Stadtrates hat mit Beschluss vom 15. Mai 2019 das Baureferat unter anderem beauftragt, ein Kriteriensystem zur Ermittlung der Bedarfe von öffentlichen Toiletten im öffentlichen Raum zu erarbeiten und dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen. Ziel ist eine signifikante Erhöhung der Anzahl der öffentlichen Toiletten in München und die schnelle Schließung von Versorgungslücken. Das bestehende Kriteriensystem für Grünanlagen soll überprüft werden mit dem Ziel, die Versorgung auch in Grünanlagen weiter zu verbessern.

Bei der Bearbeitung des Kriteriensystems sollte besonders auf die Versorgung mit öffentlichen Toiletten

  • für mobilitätseingeschränkte Personen
  • mit Wickelmöglichkeiten für Väter und für Mütter
  • für die Bedarfe von Frauen
  • für die vermehrten Bedarfe an öffentlichen Toiletten, überall dort, wo der öffentliche Raum für die nichtkommerzielle Nutzung zur Verfügung gestellt wird (z. B. an der Isar, Skateranlagen, Spielplätzen etc.)

geachtet werden.

Das Baureferat wurde beauftragt, Ausstattungsstandards zu definieren, die bei der Neuerrichtung und Sanierung zu berücksichtigen sind und dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen. Die Vertretungen von Gruppen mit besonderen Anforderungen sind dabei einzubeziehen.

Das aktualisierte Kriteriensystem zur Bedarfsermittlung öffentlicher Toiletten in öffentlichen Grünanlagen, das Kriteriensystem zur Bedarfsermittlung öffentlicher Toiletten auf öffentlichen Verkehrsflächen (Straßen und Plätze), die auf diesen Grundlagen ermittelten zusätzlichen 29 Standorte und die Ausstattungsstandards für öffentliche Toilettenanlagen im öffentlichen Raum hat das Baureferat dem Stadtrat im Bauausschuss am 3. Dezember 2019 zur Entscheidung vorgelegt.

Öffentliche Toiletten in öffentlichen Grünanlagen

Auf der Grundlage des angepassten Kriteriensystems ergibt sich in insgesamt 24 kleinen und großen Stadtparks ein Bedarf an einer öffentlichen Toilette. Zuzüglich der Toilette für den Sendlinger Wald/Südpark (Kategorie IV) ergibt sich damit ein Bedarf an 25 neuen Toilettenanlagen in öffentlichen Grünanlagen. Die bisher bestehende Anzahl fester Toilettenanlagen in öffentlichen Grünanlagen von 22 Toiletten kann somit mehr als verdoppelt und somit signifikant erhöht werden. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Standorte:

  • 20 Standorte für kleine Stadtparks/Quartiersgrünflächen (Kategorie II):
    Eduard-Schmid-Straße/Frühlingsanlagen; Bavariaring/Rand der Theresienwiese; Plinganserstraße/Ecke Brudermühlstraße; Walchenseeplatz; Georg-Freundorfer-Platz; Leopoldstraße 19 / Leopoldpark; Lothringer Straße/Postwiese; Elsässer Straße/Hypopark; Johannisplatz; Ziemssenstraße; Von-der-Pfordten-Straße/Ecke Valpichlerstraße; Hogenbergplatz; Wilramstraße/Gartenschau; Max-Hirschberg-Straße/Bahndeckel; Am Graben; Taxisstraße/Taxispark; Rosenheimer Straße / Kustermannpark; Theodor-Heuss-Platz; Stösserstraße Ost; Marianne-Plehn-Straße/Bajuwarenpark;
  • 4 Standorte für große Stadtparks/Stadtteilparks (Kategorie III):
    Königbauerstraße/Hirschgarten; St.-Michael-Straße/Michaelianger; Im Gefilde; Kusocinskidamm/Olympiapark Nord/Brundageplatz;
  • 1 Standort für einen überregionalen Park/Badeseegelände (Kategorie IV):
    Sendlinger Wald/Südpark

Öffentliche Toiletten in Stadtteil- bzw. Quartierszentren

Auch der zusätzliche Bedarf an öffentlichen Toiletten auf öffentlichen Verkehrsflächen in der Innenstadt sowie in Stadtteil- und Quartierszentren soll im Rahmen eines Kriteriensystems betrachtet werden. Zur Versorgung dieser Zentren mit Toilettenanlagen können alle in zumutbarer Entfernung erreichbaren öffentlich zugänglichen Toilettenanlagen, zum Beispiel in U-Bahnen oder anderen öffentlichen Orten, herangezogen werden. Als zumutbar wird eine Entfernung zur nächsten Toilette vorgeschlagen, welche in maximal 5 Gehminuten erreicht werden kann. In einem Umkreis von 500 Metern um diese bestehenden Toiletten kann der Bedarf als gedeckt gelten.

Der Facharbeitskreis Mobilität im Behindertenbeirat der Landeshauptstadt München führt aus, dass insbesondere Menschen mit Behinderung und älteren Menschen durch dieses Angebot geholfen wird und es wäre wichtig, die noch vorhandenen Versorgungslücken zeitnah zu schließen. Nach Überprüfung der Abdeckung aller derzeit bestehenden Stadtteil- und Quartierszentren sowie der Innenstadt kann festgestellt werden, dass sich dort bereits heute in zahlreichen Fällen eine öffentlich zugängliche Toilette im Umkreis von 500 Metern befindet.

Folgende Bereiche weisen jedoch noch Versorgungslücken auf:

  1. Teilbereich des Stadtteilzentrums Schwabing-West (Stadtbezirk 4)
  2. Teilbereich des Quartierszentrums Neuhausen (Stadtbezirk 9)
  3. Quartierszentrum Aubing (Stadtbezirk 22)
  4. Quartierszentrum Berg-am-Laim (Stadtbezirk 14)

Durch die Errichtung von 4 neuen öffentlichen Toiletten an geeigneten Standorten in oder in der Nähe dieser vier Stadtteil- bzw. Quartierszentren sollen die festgestellten Versorgungslücken geschlossen werden.

Der Mindeststandard für die neuen Toilettenanlagen

Die Größe der Toilettenanlagen ist von den jeweiligen konkreten Platzverhältnissen sowie der individuellen Flächenverfügbarkeit abhängig. Insbesondere die 2018 vom Baureferat realisierte Toilette am Partnachplatz hat gezeigt, dass gerade im öffentlichen Verkehrsraum der verfügbare Platz begrenzt ist. Die Ausstattung dieser Toilette entspricht dem aktuellsten Stand der Technik und wird auf geringstmöglicher Grundfläche auch besonderen Anforderungen gerecht:

Es handelt es sich um eine vollautomatische Unisex-Toilette, behindertengerecht, mit aufklappbarem Babywickeltisch, ausgestattet mit einem unterfahrbaren Waschbecken, Seifenspender, Handtrockner und Ablage, einem Urinal sowie einer Notrufeinrichtung. Die Reinigung der Toilettenkabine erfolgt nach jedem Toilettengang vollautomatisch. Dabei werden die Sitzbrille und Schüssel gereinigt, desinfiziert und getrocknet. Der Fußboden wird über ein Düsen- oder Hochdruckreinigungssystem nass gereinigt. Zudem werden zusätzlich Kontrollen und Reinigungen durch Personal vor Ort erfolgen. Dadurch ist dauerhaft ein hygienischer Betrieb auch bei hoher Frequentierung gewährleistet. Der unmittelbare Außenbereich wird nachts beleuchtet.

Diese Ausstattung ist der Mindeststandard bei den neu zu errichtenden Toiletten. Die Toiletten sollen ganzjährig und täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet und die Benutzung unentgeltlich sein.

Weiteres Vorgehen

Entsprechend der Ermittlung des Bedarfs an öffentlichen Toilettenanlagen ergeben sich 25 Standorte für neue Toiletten in den öffentlichen Grünanlagen und 4 Standorte für neue Toiletten auf öffentlichen Verkehrsflächen im Bereich von Stadtteil- und Quartierszentren. Stadtweit werden somit in den kommenden Jahren 29 neue Toiletten im öffentlichen Raum, auf Straßen, Plätzen und Grünanlagen errichtet und betrieben, wobei der Schwerpunkt auf den öffentlichen Grünanlagen und damit auftragsgemäß dort liegt, wo der öffentliche Raum typischerweise für die nichtkommerzielle Nutzung (z. B. Spielplätze) zur Verfügung gestellt wird. Das Konzept der vollautomatischen Toiletten, welche durch einen Betreiber über eine festgelegte Laufzeit zur Verfügung gestellt werden, hat sich bei den bereits bei den Anlagen an der Isar, im Maßmannpark und Weißenseepark sowie am Partnachplatz sehr bewährt. Dieses Betreibermodell soll auch bei den zukünftigen Toilettenanlagen zur Anwendung kommen.