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Ökologische Ausgleichsflächen


Laubfrosch  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Laubfrosch
© Ohnes & Schwahn

Neue Lebensräume für Flora und Fauna

Die Großstadt München beherbergt eine bemerkenswerte Vielfalt seltener Pflanzen und Tiere. Die meisten von ihnen sind wahre Spezialisten – sie haben sich über Jahrhunderte hinweg den spezifischen Lebensräumen der Münchner Landschaft angepasst. Einst fanden sie auf trockenen Heiden oder feuchten Niedermoorwiesen ihre Heimat. Heute siedeln sie in stillgelegten Bahnanlagen, verlassenen Industriebrachen, Kiesgruben oder verwilderten Gärten. Doch der Bau neuer Wohnquartiere, Straßen und Gewerbegebiete verdrängt auch diese Areale immer mehr. Die Stadt bestimmt geeignete Ausgleichsflächen und sichert so für Flora und Fauna neue Lebensräume.

Hier ist die Natur zuhause

Aufgabe des Baureferates ist es, ein neues Zuhause für Wildbiene, Wechselkröte, Zauneidechse & Co. auf den ökologischen Ausgleichsflächen der Stadt zu realisieren und zu pflegen. Dafür werden bestehende naturferne Areale so aufgewertet, dass sie sich zu wertvollen Rückzugsräumen für die Natur weiterentwickeln können. Die Biotope im direkten Umfeld eines Bauvorhabens zu realisieren ist dabei wünschenswert, nicht aber zwingend erforderlich. Denn hoher Mehrwert für Natur-, Arten- und Klimaschutz entfaltet sich nur dann, wenn die Ausgleichsflächen sinnvoll miteinander vernetzt und im Kontext der Naturschutzgebiete des Stadtgebiets entstehen.

Gestalten und pflegen

Damit sich Ausgleichsflächen in Biotope voller Leben verwandeln können, sind meist umfassende Maßnahmen notwendig. Im Detail bedeutet dies zum Beispiel: Bodenschichten modellieren; charakteristische Vegetation säen oder sogar umsiedeln; Tränken und Laichgewässer einbauen sowie Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten schaffen. Dem folgt umsichtiges Pflegemanagement. So sorgen etwa regelmäßiges Mähen oder traditionelle Schafbeweidung dafür, dass Gebüsch und hohe Gräser nicht zu stark wuchern und dadurch niedere Pflanzen verdrängen.

Vielfalt auf karger Fläche

Ausgleichsflächen machen intakte Natur direkt vor unserer Haustür erfahrbar. Nicht immer fällt es jedoch leicht, den hohen ökologischen Nutzen sofort zu erkennen. Denn gerade in frühen Phasen oder nach Pflegegängen wirken viele der Flächen sehr karg. Oft bringt aber schon der nächste Sommer ein buntes Blütenmeer hervor. Dann zeigt sich der Artenreichtum dieser Biotope besonders üppig: Es wimmelt von Wildbienen und seltene Schmetterlinge flattern über blauem Enzian; zahlreiche Heuschrecken und Käfer tummeln sich. Zauneidechsen und Wechselkröten finden Lebensraum, Vögel und Fledermäuse ihr Jagdrevier.

Sie können mitwirken!

Nur im rücksichtsvollen Umgang mit der Natur lässt sich der hohe ökologische Wert dieser Flächen, die zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste Bayerns beherbergen, erhalten. Seien Sie anderen ein Vorbild und helfen Sie mit, die Münchner Biotope zu bewahren. Freilaufende Hunde stören das ökologische Gleichgewicht ebenso wie Spazierengehen, Radfahren oder Reiten außerhalb der gekennzeichneten Wege. Müll, Gartenabfälle und Rasenschnitt haben in den geschützten Landschaften nichts verloren. In besonderem Maß können Sie sich engagieren, indem Sie eine Biotop-Patenschaft übernehmen.

Das Baureferat (Gartenbau) informiert Sie dazu gerne:
gartenbau@muenchen.de
www.muenchen.de/gartenbau

 

Ökologische Ausgleichsflächen Am Blütenanger / Pappelallee / Am Schnepfenweg  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Am Blütenanger / Pappelallee / Am Schnepfenweg
© Ohnes & Schwahn

Ökologische Ausgleichsflächen Am Blütenanger / Pappelallee / Am Schnepfenweg

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