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Berufliches Schulzentrum an der Nordhaide


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Vorplatz Südost
© Jens Weber

Drei voneinander unabhängige Schulen im neuen Gebäude

Die Anforderungen an den Schulneubau waren hoch: Drei voneinander unabhängige Schulen sollten darin unterkommen, ohne ihren jeweils eigenen Charakter zu verlieren.

Viel Spielraum dafür bot das Grundstück östlich der Schleißheimer Straße nahe der Dülferstraße nicht. Auf einer überbaubaren Grundstücksfläche von nur 53 mal 103 Meter mussten die Architekten genügend Raum für 1.300 Schülerinnen und Schüler schaffen. Neben dem Schulgebäude sind zudem eine Dreifachsporthalle mit Zuschauertribüne sowie eine Tiefgarage entstanden.

Der Schulneubau bildet entlang der Schleißheimer Straße den nordwestlichen Abschluss des Wohngebiets Nordhaide. Gleichzeitig schafft er den räumlichen Übergang in das Naturschutzgebiet der ehemaligen Panzerwiese. Aufgrund der teils großen Raumnot in den bisherigen Standorten der Schulen war der vorgegebene Zeitplan für den Schulneubau zudem sehr eng.

Ein Gebäude, drei Schulen

Das Gebäude wird ab September 2015 gemeinsam von der städtischen Berufsoberschule Wirtschaft (BOS), der städtischen Robert-Bosch-Fachoberschule Wirtschaft (FOS) sowie der städtischen Fachakademie für Heilpädagogik (FAH) genutzt. Etwa 100 Lehrkräfte betreuen die mehr als 1.300 Schülerinnen und Schüler.

Die einzelnen Schularten mit ihren unterschiedlichen Schülerstrukturen stellen eigenständige Einheiten dar. Sie haben jeweils eine eigene Verwaltung sowie eigene Unterrichtsräume und sollen nach Möglichkeit auch organisatorisch eigenständige Einheiten bilden. Das Gebäude wird abhängig von der jeweils aktuellen Bedarfslage der einzelnen Schulen flexibel genutzt, wobei räumliche Einheiten pro Schule gebildet werden sollen. Daher sind an den Nahtstellen zwischen den Schulen neben den gemeinsamen Nutzungen sowohl Verwaltungs- als auch Unterrichtsbereiche angesiedelt. Vor dem Hintergrund zukünftig sich ändernder Schülerzahlen und möglicher Änderungen der Schulorganisation bietet das Gebäude ein Höchstmaß an räumlicher Flexibilität im Hinblick auf sich ändernde Nutzungs- und Raumanforderungen. Deshalb wurden die Trennwände der Klassen in Trockenbauweise errichtet. Zusätzlich befinden sich Hohlraumböden in den Schulräumen, um Nachinstallationen zu ermöglichen.

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Gebäudequerschnitt
© Schulz & Schulz Architekten

Attraktiver Vorplatz und Tor ins Grüne

Durch die kompakten vier- und fünfgeschossigen Baukörper bleibt trotz des begrenzten Grundstücks Platz für einen einladenden Vorplatz zum südlich gelegenen Einkaufszentrum Mira und zur Schleißheimer Straße hin.

Durch diesen Freiraum zwischen Schule und Einkaufszentrum entsteht zwischen den beiden großen Gebäuden ein verträglicher Abstand. Um keinen „Riegel“ zur Wohnbebauung zu bilden, entwickeln sich die oberen Geschosse ausschließlich in Ost-West-Richtung. Über dem Erdgeschoss gliedert sich das Gebäude in einen fünfgeschossigen Bau zur Schleißheimer Straße und zum Vorplatz, sowie einen viergeschossigen Bau nach Osten zur Wohnbebauung hin. Im Erdgeschoss schließt die Sporthalle den Vorplatz gegenüber der Wohnbebauung ab. Zum nördlichen Grünraum und zu den Sportflächen ist das Erdgeschoss durchlässig und transparent wie ein „Tor ins Grüne“.

Auf dem Schulplatz wurde die Arbeit „Baumschule“ des Rotterdamer Künstlerkollektivs „Observatorium“ im Rahmen von QUIVID, dem Kunst-am-Bau-Programm der Stadt München, realisiert: Sie stellt ein „gekipptes“ Klassenzimmer dar. Der Raum wurde 1:1 in Beton nachgebaut und hochkant auf eine Seite gestellt. An Stelle der Unterrichtstafel wurde ein Baum gepflanzt. Die Skulptur transportiert das Innere des Schulgebäudes nach außen und verleiht so dem Vorplatz ein symbolisches Wahrzeichen für Unterricht, Begegnung und Bildung. Sie markiert das Entrée zum Stadtteil und lädt mit den Sitzelementen, die den Baum umgeben, zum Treffen und Verweilen ein.

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Atrium
© Stefan Müller-Naumann

Versammlungsort für das Stadtviertel

Im Erdgeschoss befindet sich das Foyer, das über den Haupteingang vom Schulplatz erreicht wird. Die Schulfamilie und auch externe Veranstalter können dort Veranstaltungen mit bis zu 437 Teilnehmern durchführen. Diese Möglichkeit bieten auch die Aula für bis zu 500 Besucher und der Präsentationsraum für maximal 200 Besucher. Im Speisesaal mit Küche ist Platz für 150 Personen. Die Dreifachturnhalle mit Tribüne für maximal 140 Zuschauer ist sowohl für die Schulen als auch für die Nutzung durch externe Sportvereine konzipiert. Im Untergeschoss des Schulzentrums ist eine Tiefgarage mit 93 Stellplätzen integriert.

Einsparung trotz Hindernissen

Im Juni 2010 beauftragte der Stadtrat das Baureferat mit der Auslobung des Architektenwettbewerbs. Der Entwurf von Schulz & Schulz Architekten ging als Sieger hervor. Der Baubeginn erfolgte im April 2013, die genehmigten Projektkosten lagen bei knapp 59,8 Millionen Euro. Eine besondere Herausforderung war die Insolvenz der beauftragten Baumeisterfirma im Juni 2013. Der enge Zeitplan konnte nur durch die sehr schnelle Durchführung des Verhandlungsverfahrens und die Auftragserteilung an eine andere Firma eingehalten werden. Dennoch wird die voraussichtliche Abrechnungssumme bei etwa 50 Millionen Euro liegen. Das entspricht gegenüber den genehmigten Projektkosten Einsparungen in Höhe von zirka 9,8 Millionen Euro .