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Gymnasium München-Nord


Gymnasium München-Nord: Neubau Gymnasium München-Nord mit Eliteschule des Sports  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Das neue Gymnasium München-Nord mit Eliteschule des Sports; Bild: Seeberger.Buss

Neubau Gymnasium München-Nord mit Eliteschule des Sports

Die olympische Fackel vor dem Eingang steht symbolisch für den Sportgeist, der an diesem Ort herrscht: Das Gymnasium an der Knorrstraße, das fortan bis zu 1.000 Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum Abitur begleiten wird, integriert eine von deutschlandweit 43 Eliteschulen des Sports. Neben dem gymnasialen Bildungsangebot bietet das Konzept einer Klasse pro Jahrgang besondere sportliche Fördermöglichkeiten. All das wird vereint unter dem Dach wegweisender Architektur, die das Münchner Lernhauskonzept vorbildlich umsetzt und einen wohltuend lichtdurchfluteten sowie gut ausgestatteten Rahmen für Lehre und Sport zur Verfügung stellt.

Ganztagsangebot und hohe Aufenthaltsqualität

Die gestaffelten Baukörper des vierzügigen Ganztagsgymnasiums integrieren sich in die städtebauliche Umgebung des Münchner Stadtbezirks Milbertshofen-Am Hart mit niedriger Wohnbebauung und höheren Gewerbebauten. Das dreigeschossige Haupthaus bildet das Herzstück der neuen Schule. Eine weitgehend stützenfreie Aula mit Bühne und Sitzinseln dient hier als Aufenthaltsbereich und Versammlungsstätte. In der flexibel nutzbaren Erdgeschossebene befinden sich zudem die Mensa mit Küche, ein Mehrzweckraum und die Bibliothek. Die offene und nach Bedarf abtrennbare Aula bietet eine hohe Aufenthaltsqualität. Die oberen Geschosse des Haupthauses beherbergen Verwaltung sowie Fachklassen.

Vom Hauptgebäude aus schließen im Süden drei Lernhäuser an. Sie fassen mehrere Jahrgangsstufen zu kleineren Clustern zusammen und stellen diesen eine umfassende räumliche und funktionale Infrastruktur zur Verfügung. Auf je zwei Etagen verteilen sich Klassenräume, Lehrerzimmer sowie flexibel zuschaltbare Aufenthalts- und Unterrichtsräume, die sich um ein zentrales Forum gruppieren. Eine breite Magistrale verbindet die vier gereihten Baukörper.

Sportanlagen auf olympischem Trainingsniveau

Nach Norden geht das Schulhaus direkt in eine zum Teil versenkte Dreifachsporthalle über, die nicht nur aufgrund ihrer lichten Höhe von zehn Metern Bedingungen auf Wettkampfniveau bietet. Eine Besonderheit stellt die Judohalle im Untergeschoss dar. Der 15 mal 15 Meter große, stützenfreie Raum kann multifunktional genutzt werden. Wie auch die Dreifachhalle steht dieser, außer dem schulischen Sportunterricht, auch lokalen Sportvereinen zur Verfügung. Die Außenanlagen nutzen die Grundstücksfläche optimal aus: Das Angebot umfasst ein Beachvolleyballfeld, eine Weitsprung- und Kugelstoßanlage, eine 45 Meter lange Boulderwand, eine 110 Meter lange Laufbahn sowie Fitness-Parcours und ein Rasenspielfeld.

Merkmale lernfördernder Architektur

Das Erscheinungsbild im Inneren wird vom Wechsel zwischen Sichtbeton, Holzflächen und transparentem Glas dominiert. Dabei spielt Licht in der Gestaltung eine zentrale Rolle: Durch große Fenster- und Wandflächen mit dreifacher Verglasung sowie über Oberlichter und Innenhöfe dringt Tageslicht in das Schulgebäude. Zahlreiche verglaste Innenwände unterstützen die helle Atmosphäre, bei Dunkelheit beleuchten LED-Lichtfelder in den Decken die Räume. Eine zentrale Lüftungsanlage sorgt für Frischluft. Dazu sind Fernwärme und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach Teil des Energiekonzepts. Nicht zuletzt dient die Materialwahl dem Raumklima und einer angenehmen, gesunden Lernumgebung:
Wandabschnitte in Sichtbeton beispielsweise bilden innerhalb der Klassenräume eine Speichermasse für Heizwärme und Nachtkühlung. Technische, funktionale und gestalterische Merkmale gehen fließend ineinander über.

Gestalterische Elemente mit symbolischem Charakter

Die Fassade charakterisieren weiß verputzte Wandflächen, die großformatigen Fenster und linear rahmende, gelochte Metallprofile in abgestuften Blautönen. Innen wiederholt sich das dezente Farbspiel: Über das Schulhaus verteilt gibt ein grafisches Leitsystem an den Wänden Orientierungshilfe. In den drei Lichthöfen der Lernhäuser sowie entlang der Haupttreppe in der Aula nehmen filigrane Netzskulpturen mit dem Titel „Auf die Plätze“ von Stefan Wischnewski Bezug zum sportlichen Gedanken. Gemeinsam mit der Fackelskulptur „Feuer & Flamme“ auf dem Vorplatz, die der Bildhauer Bruno Wank schuf, verleihen sie dem neuen Gymnasium samt seinem Lehrkonzept eine besondere
Würdigung.

Planung und Bau

Gestartet wurde das Projekt Gymnasium München-Nord nach Beschluss des Münchner Stadtrats im Herbst 2011. Das Baureferat lobte daraufhin den Schulneubau als Realisierungswettbewerb aus. 21 Lösungsvorschläge wurden eingereicht, den Zuschlag erhielt der Beitrag des Stuttgarter Architekturbüros h4a Gessert + Randecker, in Arbeitsgemeinschaft mit den Eichstätter Landschaftsarchitekten Hackl Hofmann. Am 7. November 2012 erteilte der Stadtrat den Projektauftrag. Nach den erforderlichen Planungen, Genehmigungen und Ausschreibungen starteten die Bauarbeiten im Juni 2014. Trotz des engen Terminplans wurde der Bau im Juli 2016 pünktlich fertiggestellt.