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Neubau Gymnasium Trudering Friedenspromenade


Gymnasium Trudering. Eine breite Treppe mit Aufenthaltsbereichen führt von der Pausenhalle in das 1. Obergeschoss  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Gymnasium Trudering
© Seeberger.Buss Photographie

Ein vierzügiges Gymnasium für zirka 1000 Schülerinnen und Schüler – mit Klassenräumen und Fachlehrsälen, mit Mensa und Küche, Aula, Dreifachsporthalle, Zuschauertribüne, Tiefgarage und Amtsmeisterwohnung. Situiert auf einem extrem langen und schmalen Grundstück in städtebaulich sensiblem Wohnumfeld. Gebaut mit wegweisender Technik und ästhetischem Anspruch. Kann das funktionieren? Ja, es geht – mit einem Bau, der als Pilotprojekt neue Maßstäbe im Schulbau setzt.

Herausforderung im Wettbewerb
Das sehr schmale und langgestreckte Grundstück entlang der Markgrafenstraße war eine städtebauliche Herausforderung. Es wird von kleinteiliger Bebauung mit Einfamilienhäusern
im Südwesten und von einer linearen Siedlungsstruktur mit öffentlichem Grünzug im Nordosten flankiert. Die Architekten entwarfen einen kompakten und dennoch schmalen, von der Seite fast filigran wirkenden, dreigeschossigen Baukörper. Fluchttreppenhäuser gliedern den Baukörper in sieben deutlich ablesbare Gebäudeteile. Durch diese Gliederung und den vorgelagerten Verwaltungstrakt integriert sich das Gymnasium gut in die benachbarte Wohnbebauung. Der bandartig langgestreckte Pausenhof mit attraktiven Aufenthalts- und Spielflächen bildet einen gelungenen Übergang zum nordöstlich gelegenen Grünzug. Hier erfolgt auch der Hauptzugang zum Gebäude über den Vorplatz an der Friedenspromenade. Die Schule wird über eine interne Promenade erschlossen, die sich wie ein Rückgrat durch das gesamte Gebäude zieht. Sie ermöglicht den Zugang zu allen Räumlichkeiten im Erdgeschoß und zur Sporthalle und führt über zentrale Treppen in das 1. und 2. Obergeschoß. Gleichzeitig bietet sie Möglichkeiten zum Austausch und Aufenthalt. Im Rahmen von QUIVID, dem städtischen Kunst-am-Bau-Programm, schuf Katharina Gaenssler eine dreiteilige Fotoinstallation. Im Außenbereich befindet sich eine Skulptur der Künstlergruppe Freie Klasse.

Zeitgemäßes Lernhauskonzept

Der Neubau des Gymnasiums Trudering gilt als einer der modernsten in Bayern. Das flexible Raumgefüge ermöglicht verschiedene Formen des gebundenen, individuellen oder gruppen-basierten Lernens. Dadurch bietet es die idealen räumlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Münchner Lernhauskonzeptes, das seit 2012 Planungsbasis für alle Schulen in München ist. Vier Klassenzimmer und ein Lehrerzimmer sind pro Gebäudeteil jeweils zu einer Einheit zusammengefasst und um eine flexibel nutzbare Zone gruppiert. Die Trennwände der Klassenzimmer und des Lehrerzimmers zu diesem zentralen Forum sind mit Glaselementen transparent gestaltet.

Zeichnung  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Grundriss

Passivhaus

Die Schule ist Modellprojekt der Landeshauptstadt München für zertifizierte Passivhausbauweise. Dazu erhielten Fassade, Dach und Bodenplatte sehr hohe Dämmstärken. Die Fenster sind mit 3-fach-Verglasungen und passivhaustauglichen Rahmen ausgestattet. Die erforderliche hohe Luftdichtheit wurde durch einen entsprechenden Drucktest nachgewiesen. Die Lüftungsanlage ist mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung ausgestattet. Auf die Nutzung erneuerbarer Energien wurde großer Wert gelegt; Kernelement ist die Photovoltaikanlage auf den Dachflächen. Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt über Grundwasserwärmepumpen, die durch ein Blockheizkraftwerk unterstützt werden.

Außerschulische Nutzung
Am Vorplatz an der Friedenspromenade befindet sich der Kopfbau der Schule. Die Aula im Obergeschoß kann auch für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden. Den Abschluss des Baukörpers bildet die Dreifachsporthalle. Sie steht außerhalb des Schulsports Vereinen zum Training und für Turnierspiele mit bis zu 500 Zuschauern zur Verfügung und ist über einen separaten Eingang von der Markgrafenstraße zugänglich.

Planungsphase und Bauablauf
Im Februar 2009 beauftragte der Münchner Stadtrat das Baureferat mit der Auslobung eines Realisierungswettbewerbes für ein neues vierzügiges Gymnasium mit Dreifach-Sporthalle und Tiefgarage. Aus 19 eingereichten Arbeiten ging der Entwurf des Architekturbüros felix schürmann ellen dettinger architekten mit Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten einstimmig als Sieger hervor. Am 6. Oktober 2010 erteilte der Stadtrat den Projektauftrag mit Projektgenehmigung. Daraufhin wurde die Ausführung des Projektes in kürzester Zeit vorbereitet, so dass der Stadtrat am 29. Juni 2011 das Baureferat mit der Realisierung beauftragen konnte. Nach einer Bauzeit von nur zwei Jahren wurde im September 2013 das Gymnasium Trudering in Betrieb genommen. Bei Projektkosten von zirka 74 Millionen Euro war dies eine große Herausforderung.

Das neue Gymnasium Trudering