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Mittlerer Ring Südwest


Die Autobahn A 95 ist über Seitentunnel an den Luise-Kiesselbach-Tunnel angeschlossen  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Die Autobahn A 95 ist über Seitentunnel an den Luise-Kiesselbach-Tunnel ...
© Jens Weber

Das Tunnelsystem am Mittleren Ring Südwest

Pünktlich, plangemäß und kostengerecht wurde das Ziel erreicht und die Tunnel am Mittleren Ring Südwest mit einem großen Bürgerfest eröffnet – was die Kosten anbelangt, sogar besser als geplant: Statt den vom Stadtrat bewilligten 398,5 Millionen Euro beläuft sich die voraussichtliche Abrechnung auf 360 Millionen Euro. Davon wurden 30 Millionen Euro für die moderne Sicherheits- und Betriebstechnik sowie bauliche Vorkehrungen investiert; diese gewährleisten einen sicheren Betrieb der Tunnel.

Modernste Sicherheits- und Betriebstechnik

In den Tunneln am Mittleren Ring Südwest sorgen umfangreiche technische Ausstattungen und bauliche Vorkehrungen dafür, dass die Verkehrsteilnehmer im Unglücksfall die Einsatzkräfte alarmieren und sicher flüchten können. Verschiedene Überwachungssysteme erkennen Notfälle und Brände frühzeitig, sodass Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste rasch und effektiv eingreifen können. Beispielsweise sind Tunnel, Trog und Rampenbereiche lückenlos kameraüberwacht. Die Steuerung der Kameras erfolgt ereignisorientiert. Wird durch die automatische Videodetektion zum Beispiel ein stehendes Fahrzeug in einer Pannenbucht erkannt, werden die Bilder dieser Kamera direkt auf einen Alarmmonitor der Tunnelüberwachung aufgeschaltet. Insgesamt 30 Mio. Euro investiert die Landeshauptstadt München in modernste Sicherheits- und Betriebstechnik.

Wie in fast allen Münchner Tunneln trennt eine massive Stahlbetonwand die beiden Fahrrichtungen. Dies bietet insbesondere im Brandfall wesentliche Vorteile: Die nicht betroffene Tunnelröhre kann dann als Fluchtweg für die Verkehrsteilnehmer und als Angriffsweg der Rettungskräfte genutzt werden. Alle 60 Meter ermöglichen dies Türen in der Mittelwand. Beidseitig der Fahrbahnen wurden 1 Meter breite Notgehwege angelegt. In beiden Tunnelröhren sind im Abstand von etwa 350 Metern Pannenbuchten angeordnet, von denen aus ein Fluchtweg an die Oberfläche führt.

Überwachung und Steuerung der Tunnel

Ziel der Tunnelüberwachung ist es, die Sicherheit der Personen im Tunnel bestmöglichst zu gewährleisten. Schnelles Erkennen und Erfassen von Situationen, Auslösen und Überwachen der Sicherheitseinrichtungen, unverzügliche Alarmierung der Einsatzkräfte sowie Information und Warnung der Tunnelnutzer sind hierbei von großer Bedeutung.

In der Verkehrsleitzentrale München, die rund um die Uhr besetzt ist, arbeitet dazu ein interdisziplinäres Team des Baureferates, des Kreisverwaltungsreferates und der Polizei. Eine 17 Meter breite Multimediawand visualisiert die Verkehrslage und die Betriebszustände der technischen Anlagen aller Münchner Tunnel und Hauptstraßen. Die Überwachung und Steuerung der Tunnelbetriebs- und Verkehrstechnik erfolgt im Normalbetrieb vollautomatisch. Störfälle oder Notfälle werden über die Zentrale Leittechnik direkt an den Rechnern und Monitoren in der Verkehrsleitzentrale angezeigt. Bei Störungen können die Operatorinnen und Operatoren so effektiv und reaktionsschnell die Situation erfassen und zielgerichtet reagieren.

Eröffnung 2015

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Luise-Kiesselbach-Tunnel

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Feuerlöschnischen und Notrufstation

Historie der Tunnelbaumaßnahme

Am 16. Juni 2009 – einen Monat vor der Eröffnung des Richard-Strauss-Tunnels im Osten – gab der Stadtrat grünes Licht für die Tunnelarbeiten am Mittleren Ring Südwest. Zwei Jahre zuvor hatten bereits die Vorwegmaßnahmen begonnen: Kanäle und Versorgungsleitungen wurden aus dem künftigen Baufeld an den Rand oder in Nebenstraßen verlegt, um den Baugrund in der Mitte freizumachen. Drei Abschnitte markieren das L-förmige Tunnelsystem zwischen A  96 im Norden und Passauerstraße im Süden: der 1.500 Meter lange Luise-Kiesselbach-Tunnel, der den Verkehr vom Westpark über den Luise-Kiesselbach-Platz mit Anschluss zur A  95 bis zur Murnauer Straße unter die Erde verlagert; der 400 Meter lange Abschnitt zwischen Murnauer Straße und Friedrich-Hebbel-Straße, auf dem der Verkehr auf der Heckenstallerstraße offen in Tieflage geführt und von Lärmschutzwänden begleitet wird, bevor er wieder abtaucht in den 620 Meter langen Heckenstallertunnel, der an der Passauerstraße endet.

Eine besondere Herausforderung bei dem ingenieur- und sicherheitstechnisch hochkomplexen Bauwerk war die Durchführung der Baumaßnahme bei laufendem Verkehr: Die provisorische, mehrspurige Verkehrsführung musste permanent an den Baustellenverlauf angepasst werden.

Eine Besonderheit war der Tunnelbau im Kreuzungsbereich von Ehrwalder Straße und Treffauerstraße, wo der Tunnel den U-Bahnhof Westpark überquert: Hier war vorausplanend bereits beim Bau der U-Bahn ein Tunnelblock errichtet worden. Auch der Einfahrttunnel von der Autobahn A  95 Richtung Norden ist nennenswert: Er unterquert den Haupttunnel in einer Tiefe von 14 Metern.

Insgesamt wirkt das Projekt nachhaltig auf das gesamte Umfeld. Denn es hebt die Barrierewirkung des Mittleren Rings auf und schafft wertvollen Raum in der Stadt für Grünflächen, Bäume und Freizeit.