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Das NS-Dokumentationszentrum in München


Visualisierung des NS-Dokumentationszentrums (1. Platz: Scheel Wetzel/Weidinger)  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Visualisierung NS-Dokumentationszentrum

Der Siegerentwurf des Wettbewerbs zum NS-Dokumentationszentrum nimmt Gestalt an

Nach Überarbeitung und Präzisierung des 1. Wettbewerbspreises von Georg Scheel Wetzel Architekten mit Weidinger Landschaftsarchitekten erfolgte im Juli 2011 der Baubeginn, am 9. März 2012 fand die Grundsteinlegung statt.

Der neu entstehende Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Nationalsozialismus wird die Ursachen, Folgen und Auswirkungen des NS-Regimes in München thematisieren und soll 2015 eröffnet werden. Als Ausstellungsort und Bildungseinrichtung wird das Dokumentationszentrum etwa 250.000 Besucherinnen und Besucher jährlich empfangen.

Das Gebäude entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Parteizentrale der NSDAP in der Brienner Straße - dem so genannten "Braunen Haus" - an einem historisch bedeutsamen Ort inmitten des ehemaligen NSDAP-Parteiviertels.

Neubau am historischen Ort
Im Rahmen der Vorplanung wurde der Siegerentwurf des Wettbewerbs entsprechend der Beurteilung des Preisgerichts von den Preisträgern überarbeitet. Der Baukörper ist als Kubus aus weißem Sichtbeton - so genanntem Weißbeton - mit dem Maßen 22,50 x 22,50 x 22,50 Meter geplant.

Selbstbewusst wird der Würfel mit ausgeprägter Höhenentwicklung in den städtebaulichen Raum situiert und schafft eine eigene, unverwechselbare Identität. Er steht in starkem Kontrast zur Umgebung. Der Würfel markiert den Ort der Täter, ohne auf das „Braune Haus“ Bezug zu nehmen. Er stellt sich nicht in die Reihe der Führerbauten, überragt sie aber. Die Gebäudehülle wird geprägt durch großflächige geschlossene Bereiche und überwiegend zweigeschossige hohe Lamelleneinschnitte. Diese Betonlamellenfenster bieten zum einen von innen her einen Außenbezug mit starker Gliederung, von außen her geben sie der Gebäudehülle eine große Einheitlichkeit mit spannungsvollen Bezügen zueinander. Die gewünschte Bezugnahme zur historischen Umgebung wird durch zahlreiche Ausblicke ermöglicht.

An seiner Westseite liegt eine quadratische Terrasse, auch aus weißem Sichtbeton, die öffentlich zugänglich ist, den Bezug zum Umfeld herstellt und gleichzeitig den Eingangsbereich markiert. Das Dach - ebenso mit weißem Sichtbeton belegt - bildet die „fünfte Fassade“. Diese roh belassene Sichtbetonkonstruktion prägt die äußere und innere Erscheinung des Bauwerks.

Im Erdgeschoss befinden sich Foyer, Infothek und Kasse sowie ein Buchladen. Die Ausstellungsräume liegen in den Geschossen eins bis vier. Vom vierten Obergeschoss entwickelt sich die Ausstellung über die zentrale offene Treppe abwärts. Es stehen circa 1.200 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung, davon rund 1000 Quadratmeter für die Dauerausstellung. Im fünften Obergeschoss sind Räume für Gruppen und Empfänge. Veranstaltungsräume sowie Seminarräume für die historisch-politische Bildungsarbeit befinden sich in den beiden Untergeschossen. Der Vortragsraum liegt außerhalb des Kubus unter der vorgelagerten Terrasse im zweiten Untergeschoss. Dort befindet sich auch ein Cafe und die notwendigen Nebenräume.

Auf Basis dieser Vorplanung erteilte der Stadtrat im April 2010 den Projektauftrag mit einem Kostenbudget von 28,2 Mio. Euro. Die Ausführungskosten werden von Bund, Freistaat Bayern und Landeshauptstadt München zu je einem Drittel getragen. Das Baugrundstück für das NS-Dokumentationszentrum wurde vom Freistaat Bayern bereitgestellt. Die Stadt München übernimmt den Betrieb des Hauses und die laufenden Kosten.

In der folgenden Entwurfsplanung wurde das Gebäude räumlich und technisch präzisiert. Die Projektgenehmigung erfolgte am 9. Dezember 2010. Die Baugenehmigung wurde am 28. April 2011 erteilt. Mitte Juli 2011 war Baubeginn und Mitte November 2011 startete der eigentliche Rohbau. Die Grundsteinlegung fand am 9. März 2012 statt.


Ausstellungskonzept
Am 16. Februar 2012 genehmigte der Stadtrat das von einer Expertengruppe entwickelte
Ausstellungskonzept „Erkennen, lernen und verstehen am authentischen Ort“. Die Ausstellung nimmt vor allem die Topographie des Ortes in Blick und widmet sich in rund 30 Themenstationen den Leitfragen „Warum München?“ und „Was hat das heute mit mir zu tun?“.

Mehr Wissenswertes steht in der PDF-Broschüre "Neubau NS-Dokumentationszentrum in München - Vom Realisierungswettbewerb bis zur Grundsteinlegung" am Ende der Seite unter "Weitere Informationen" zum Download bereit.

 

Das NS-Dokumentationszentrum in Bildern: