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NS-Dokumentationszentrum München


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© Stefan Müller, Berlin

Lern- und Erinnerungsort zur NS-Geschichte

Zeichen setzen mit dem NS-Dokumentationszentrum

Das neue NS-Dokumentationszentrum setzt ein Zeichen für eine in die Zukunft weisende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Das puristische Gebäude steht auf dem ehemaligen Grundstück des „Braunen Hauses“, das der NSDAP seit 1930 als Parteizentrale diente. Ausgehend von diesem authentischen Ort dokumentiert der weiße Kubus nun Münchens nationalsozialistische Geschichte.

Die konkrete bauliche Planung des NS-Dokumentationszentrums begann im September 2006. Damals beauftragte der Kulturausschuss des Münchner Stadtrats das Kulturreferat gemeinsam mit dem Baureferat, den Auslobungstext für einen Realisierungswettbewerb zu erarbeiten. 2008 wurde des Architektenwettbewerb ausgelobt, für den EU-weit fünfzig Teilnehmer ausgewählt und zehn international renommierte Büros zusätzlich eingeladen wurden. Ausdrücklich gewünscht war, die Erinnerung an die Zeit und Geschichte des Nationalsozialismus am Ort der NS-Bürokratie zu verankern. Die Architektur des Gebäudes und die Gestalt des Außenraums sollten den fundamentalen Bruch mit der Geschichte des Standortes und den benachbarten Bauten aus der NS-Zeit eindrücklich kenntlich machen.

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© Jens Weber, München

Das Helle überragt das Dunkle

Der Entwurf der Berliner Architekten Bettina Georg, Tobias Scheel und Simon Wetzel wurde im März 2009 mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Er sieht einen puristischen Würfel mit 22,50 Meter Kantenlänge vor, der sich in Form und Größe selbstbewusst von den historischen Bauten absetzt. Die Architekten wählten Weißbeton, innen wie außen, vom tragenden Kern bis zu den Fassaden, von den Decken bis zu den Fußböden. Die Fassade gliedern großflächige, geschlossene Bereiche und Betonlamellenfenster.

Große Öffnungen in der Fassade, meist zweigeschossig und mehr als sechs Meter hoch, rücken im Innern das Umfeld bewusst und gezielt ins Blickfeld des Publikums. Die Architektur gibt den Dokumentationen Raum, ergänzt und unterstützt das Ausstellungskonzept und ermöglicht den Blick auf die baulichen Relikte der NS-Zeit in der unmittelbaren Umgebung. Dadurch wird der Standort des neuen Zentrums selbst zu einem wichtigen Element der Dokumentation.

Im Wettbewerb war auch gefordert, ökologische und energetische Aspekte zu berücksichtigen. Die massiven Wände haben deshalb nicht nur konstruktive oder gestalterische Funktionen, sie dienen auch als energetisch wirksame Speichermasse. Dem Gebäude vorgelagert ist eine aus hellen Betonplatten bestehende Terrasse, die sich zum Königsplatz öffnet und das NS-Dokumentationszentrum erschließt.

Städtebauliches Umfeld

Der Standort des NS-Dokumentationszentrums weist auch zum städtebaulichen Umfeld enge Bezüge auf: Wenige hundert Meter entfernt an der Brienner Straße liegt der „Platz der Opfer des Nationalsozialismus“. Der Ort ist die zentrale Gedenkstätte für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft in München. Außerdem befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Platzes das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Wittelsbacher Palais, in dem seit 1933 das Hauptquartier und Gefängnis der Gestapo untergebracht waren.