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Nordumgehung Pasing


Neue Trasse für Durchgangsverkehr mit Verkehrsfreigabe Ende 2012

Ein Meilenstein für das Pasinger Zentrum ist geschafft: Die Nordumgehung Pasing (NUP) entlastet nach viereinhalbjähriger Bauzeit den historischen Ortskern Pasings vom Durchgangsverkehr.

Die Nordumgehung Pasing ändert das Hauptstraßennetz im Münchner Westen ganz entscheidend. Sie übernimmt anstelle der Achse Bodensee-/Landsberger Straße die Verkehrsfunktion der Bundesstraße B2. So gelingt eine wirkungsvolle Ortskernumgehung des Pasinger Stadtteilzentrums, das bisher vom Durchgangsverkehr sehr stark beeinträchtigt war. Der Münchner Stadtrat beauftragte das Baureferat mit der Realisierung der Gesamtmaßnahme in mehreren Teilbereichen in den Jahren 2007 bis 2010 und stellte dafür insgesamt rund 74 Mio. Euro bereit.

Anfang 2008 begannen die Baumaßnahmen für die Nordumgehung Pasing. Die Route ist etwa 2,2 Kilometer lang. Sie verläuft zwischen der Kreuzung Bodensee-/Lortzingstraße und der Kreuzung Lortzing-/ Kafler-/Haberlandstraße im bestehenden Straßennetz. Ab hier entstand südlich der Gleisanlagen eine ca. 1,35 Kilometer lange Neubaustrecke, die in den Knoten Landsberger Straße/Am Knie mündet. Die Kreuzung Lortzing-/ Kafler-/Haberlandstraße wurde ausgebaut und schafft einen leistungsstarken Anschluss zur Pippinger Straße und Haberlandstraße. Die Verkehrsführung ist für alle Verkehrsteilnehmer übersichtlich. Die Fußgänger- und Radwege sind großzügig gestaltet. Im Kreuzungsbereich können die Radwege in beide Richtungen befahren werden. Die Kaflerstraße bleibt für Fußgänger und Radfahrer weiterhin mit der Lortzingstraße verbunden.

Die Fahrbahnen der gesamten Strecke zwischen Scapinellistraße und „Am Knie“ sind durch einen Mittelteiler getrennt und jeweils in zwei Fahrspuren unterteilt. Abschnittsweise gibt es auf der südlichen Fahrbahnseite Parkgelegenheiten. Ein Baumgraben trennt den in beide Richtungen befahrbaren Radweg und den Fußgängerweg von der Fahrbahn. An die nördliche Fahrbahnseite grenzt eine Grünfläche, die als Rasenfläche, Baumgraben oder Versickerungsmulde ausgebaut ist. Zwei bis vier Meter hohe, teilweise begrünte Schallschutzwände schirmen die Anwohner ab.

Die Nordumgehung Pasing erfordert drei Brückenbauwerke über die Würm, über den Pasing-Nymphenburg-Kanal sowie über die Offenbachstraße. Alle drei Brücken wurden als offene Rahmenbauwerke errichtet. So konnte der Würmgrünzug durchgängig bleiben und der Verkehr auf der Offenbachstraße auch während der Bauzeit fließen.

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Übersichtsplan über die gesamte Baumaßnahme (siehe unten zum Downloaden)

Neues Terminalgebäude sowie verbesserte Zugänge zum Pasinger Bahnhof und mehr als 1150 neue Fahrradabstellplätze

Die neue Trasse entlastet nicht nur den historischen Ortskern vom Verkehr, sondern bringt auch die komplette Neugestaltung des Areals zwischen dem bestehenden Bahnhofsgebäude und den Bahngleisen einschließlich deren Zugänge mit sich:

In einem neuen Terminalgebäude sind die früheren Verkehrs- und Serviceeinrichtungen der Bahn sowie weitere Verkaufs-, Lager und technische Betriebsflächen – z.B. für die Müllentsorgung – untergebracht. Auch die Läden, die früher entlang des S-Bahn-Zugangs situiert waren, sind in das neue Terminal integriert. Während der Bauarbeiten waren sie zwei Jahre lang in provisorischen Containern auf dem Bahnhofsvorplatz ausgelagert. Der Zugangstunnel zu den Bahngleisen und der Fuß- und Radwegtunnel wurden erneuert und nach Süden verlängert. Optische Weite und Helligkeit erhält der Fuß- und Radwegtunnel durch den, auf blaue Fliesen gedruckten Wolkenhimmel der Künstlerinnen Haubitz+Zoche. Die künstlerische Gestaltung gehört zu einem mehrteiligen, vom Stadtrat beschlossenen Kunstkonzept für Pasing. Barrierefreie Rampen und ein Aufzug erleichtern die Zugänge zu den Bahnanlagen und zu den neuen Fahrradabstellplätzen. Außerdem wurde der Bahn-Zugangstunnel mit dem bestehenden Technik- und Versorgungstunnel der DB AG (ehemaliger Posttunnel) neu verbunden.

Auch der Radverkehr im Münchner Westen erfährt durch die Nordumgehung Pasing und die Umgestaltung des Bahnhofgeländes eine deutliche Aufwertung. Die moderne, unterirdische Bike+Ride-Anlage am Bahnhof Pasing bietet großzügige Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Sie ist für etwa 750 Räder konzipiert, erleichtert das Umsteigen auf den ÖPNV und kann von beiden Tunnels direkt angefahren werden. Zudem existiert ein weiterer Zugang westlich des Terminalgebäudes. Oberirdisch wurden östlich und westlich des Bahnhofgebäudes weitere 400 Fahrradabstellplätze installiert. Außerdem ist der Bahnhof durch neue Radwege besser erreichbar.

Mit dem Bau der Nordumgehung Pasing konnte auch die öffentliche Grünanlage an der Kaflerstraße beidseitig der Würm hergestellt werden. Im Westteil ist sie naturnah gestaltet und lädt zum Verweilen und Entspannen ein. Ein kleiner Platz bietet Aussicht auf die Würm. Im östlichen Teil der Grünanlage ist ein attraktiver Jugendspielbereich mit Bolzplatz, Streetball und Tischtennisplatten integriert.