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Volkstheater


Bühne frei für das neue Volkstheater!

Das neue Volkstheater im Schlachthofviertel kann seinen Betrieb aufnehmen. Die Bauarbeiten für das äußerst komplexe städtische Kulturbauvorhaben auf einer Fläche mit der Größe eines Fußballfelds sind abgeschlossen. Der Theater-Neubau wird zukünftig zur neuen Heimat des beliebten Münchner Volkstheaters. Wegen der bis zuletzt unter Hochdruck laufenden Arbeiten war der Zugang zur Baustelle bislang nicht möglich. Das Baureferat ermöglicht nun einen ersten Einblick auf den fertiggestellten Bau mit einem Video vom finalen Arbeitsrundgang des Projektleiters des Baureferats mit dem Architekten und einem Geschäftsführer des Generalübernehmers.

Über die Jahre ist der alte Spielort des Münchner Volkstheaters in der Brienner Straße auch wegen der hohen Publikumsnachfrage an seine Grenzen gekommen. Seit seiner Gründung spielt es in Räumlichkeiten, die ursprünglich nicht für den Theaterbetrieb geplant waren, sondern als Sportstätte. Entsprechend hat es sich immer mit den örtlichen Zwängen arrangieren müssen. Die zur Verfügung stehenden Räume am alten Standort haben nie dem Standard eines Theaters diesen Ranges entsprochen. Hohe Investitionen in den Brandschutz, Anlieferprobleme, Lärmschutz, fehlende Erweiterungsmöglichkeiten und der Eigenbedarf des Vermieters standen einem Verbleib an der Brienner Straße entgegen. Es war wirtschaftlich und künstlerisch notwendig, sämtliche Flächen für den Theaterbetrieb an einem Ort zusammenzulegen und im erforderlichen Maße zu erweitern.
Oberbürgermeister Dieter Reiter sagt: „Es ist dem Baureferat mit dem beauftragten Generalübernehmer gelungen, einen beeindruckenden Theaterbau zu realisieren. Damit verfügt das Volkstheater nun über modernste Bühnentechnik und viel Platz an einem idealen Standort. Ich freue mich auf viele spannende Aufführungen, die das Publikum sicherlich begeistern werden.“

Neubau eines Theaters keine alltägliche Aufgabe

Mitten im Schlachthofviertel ist ein Theaterbau für insgesamt bis zu 900 Zuschauer entstanden. Der Neubau des Volkstheaters verfügt über insgesamt knapp 25.000 Quadratmeter Nutzfläche, die sich auf 300 Räume verteilen. Das Herzstück ist die Hauptbühne mit einem Zuschauerraum für bis zu 600 Personen. Daneben gibt es noch zwei weitere Bühnen mit Platz für 200 bzw. 100 Gäste. Grundlage für die Planungen war ein vom Baureferat erstelltes, neun Ordner füllendes, detailliertes Leistungsverzeichnis, das vom Generalübernehmer umzusetzen war. Hierfür wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Münchner Volkstheater die Anforderungen an ein zeitgemäßes Theater akribisch erarbeitet.
Baureferentin Rosemarie Hingerl sagt: „Der Bau eines neuen Theaters ist keine alltägliche Aufgabe. Umso mehr freue ich mich, dass wir die Bauarbeiten für das neue Volkstheater erfolgreich abschließen konnten. Das Generalübernehmerverfahren hat sich bewährt. Wir halten den Kosten- und Terminrahmen ein. Das neue Volkstheater ist auch durch den weithin sichtbaren 30 Meter hohen Bühnenturm im wahrsten Sinne des Wortes ein herausragendes Projekt. Der markante Öffnungsbogen in Richtung Tumblingerstraße und Zenettiplatz lädt die Besucher*innen ein und bildet eine eindeutige Adresse des Neubaus. Durch die architektonische Qualität der Fassaden, die Einbindung der denkmalgeschützten Bestandsgebäude und das für das Schlachthofviertel typische Sichtziegelmauerwerk integriert sich das Theater wie selbstverständlich in seine Nachbarschaft.“

Dem Publikum steht zukünftig ein Gastronomiebereich mit Außenplätzen zur Verfügung, der auch unabhängig vom Theater betrieben werden kann. Das Foyer ist ein durch eine großzügige, geschwungene Treppe im Zentrum geprägter, heller Raum. Es bietet eine gute Orientierung und ermöglicht verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für den Theaterbetrieb.
Der Großteil der Nutzfläche befindet sich „Hinter den Kulissen“ und entspricht dem Raumbedarf des Theaters – von beeindruckender Bühnentechnik und Werkstätten über Räumen für die Verwaltung und Umkleiden bis hin zu Künstlerwohnungen und Lagerflächen. Für die Anlieferung der Werkstätten gibt es einen überdachten Lieferhof, von dem aus die Werkstattbereiche unmittelbar erreichbar sind. Die kompakte Bauweise und die Baukonstruktion gewährleisten eine sehr gute energetische Bilanz, die den hohen städtischen Standard vollumfänglich erfüllt.
Außer dem Neubau wurde auch die bestehende, denkmalgeschützte Gebäudezeile entlang der Zenettistraße und das denkmalgeschützte Eckgebäude Tumblingerstraße 27 in das Projekt integriert. Dort befinden sich jetzt unter anderem Künstlerwohnungen und Verwaltungsräume für das Theater.
Das gesamte Volkstheater ist barrierefrei. Die Planungen dafür wurden mit dem städtischen Beraterkreis barrierefreies Bauen abgestimmt.

EU-weites Vergabeverfahren

Erbaut wurde das Volkstheater von einem Generalübernehmer (GÜ), der im Rahmen eines mehrstufigen, EU-weiten Vergabeverfahrens ausgewählt wurde. In das Vergabeverfahren war ein Wettbewerb um die beste städtebauliche, architektonische und technische Lösung integriert. Der GÜ hat sich verpflichtet, das Theater zu planen, zu realisieren und schlüsselfertig zum festgelegten Zeitpunkt sowie zum vereinbarten Festpreis von knapp 131 Millionen Euro zu übergeben. Die Vollversammlung des Stadtrats beauftragte im Juni 2016 das Baureferat, das GÜ-Vergabeverfahren durchzuführen.
Der Generalübernehmer für das komplexe Neubauprojekt auf dem ehemaligen Viehhofgelände stand mit einstimmigem Ergebnis der Jury vom Oktober 2017 und nahezu einstimmigem Stadtratsbeschluss vom 13. Dezember 2017 fest. Als Sieger ging das Angebot der Firma Georg Reisch GmbH & Co. KG, Bad Saulgau mit den Projektpartnern - LRO Lederer Ragnarsdóttier Oei GmbH & Co. KG, Stuttgart (Architekten) - itv Ingenieurgesellschaft für Theater- und Veranstaltungstechnik mbH, Berlin (Theater- und Bühnenplanung) und Wolfgang Sorge Ing. Büro für Bauphysik GmbH & Co. KG, Nürnberg (Bau- und Raumakustik) aus dem Wettbewerb hervor. Noch im Dezember 2017 erfolgte der Vertragsabschluss.

Auf dem ehemaligen Viehhofgelände hat das Baureferat bereits Anfang Januar 2018 mit dem Abriss der alten Stallungen und der Freimachung des Baufeldes begonnen. Das Gelände wurde dann im Juni 2018 an den GÜ übergeben. Trotz Corona konnten die Arbeiten vier Wochen nach dem ursprünglich geplanten Termin abgeschlossen werden. Die vom Stadtrat genehmigten Gesamtprojektkosten werden eingehalten.