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Denkmal für die Wiesn-Attentat-Opfer


Denkmal für die die Opfer des Oktoberfest-Attentats  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Umgestaltung des Denkmals für die Opfer des Wiesn-Attentates

Der Bildhauer Friedrich Koller verleiht dem Gedenken an die Opfer des Oktoberfest-Attentats 1980 wieder einen würdigen Rahmen.

Am 26. September 1980 explodierte am Haupteingang des Münchener Oktoberfestes eine Rohrbombe. Dreizehn Menschen kamen ums Leben, 211 wurden verletzt, 68 davon schwer. Unter den Toten befand sich auch der Attentäter. Am Ort der Bombenexplosion wurde ein Denkmal errichtet, das zum Jahrestag des Attentats, am 18. September 1981, der Öffentlichkeit übergeben wurde.

Das vom Bildhauer Friedrich Koller geschaffene Denkmal bestand ursprünglich aus einer bronzenen Stele mit folgender Inschrift: "Zum Gedenken an die Opfer des Bombenanschlags vom 26.09.1980". 1987 wurden aufgrund von Bitten der Hinterbliebenen die Namen der zu Tode gekommenen Opfer in die Bronzestele eingraviert.

Im Laufe der Zeit hat sich das Erscheinungsbild des Denkmal-Ortes aus vielerlei funktionalen Zwängen heraus stark verändert, so dass es zuletzt dem Anlass des Gedenkens und auch der Intention des Künstlers nicht mehr gerecht wurde. Um dem Gedenken den würdigen Rahmen zurück zu geben, wurde der Urheber Friedrich Koller mit der Umgestaltung betraut.

Zunächst wurde die aus Nagelfluh bestehende Wandscheibe entfernt, ebenso wie Podest und Blumenbeet. Die bestehende Bronzestele mit den eingravierten Namen der Opfer wurde demontiert, restauriert und an der gleichen Stelle, inmitten eines in den Bodenbelag eingeschriebenen Kreises mit einem Durchmesser von 6,10 Metern wieder aufgestellt. Die eine Hälfte des Kreises ist nun mit einer 2,70 Meter hohen Wandschale aus 3 Zentimeter starkem Stahl gefasst. Die andere Hälfte wird durch eine in den Boden eingelassene Stahlschiene nachgezeichnet. Die Wandschale ist - wie von Bombensplittern getroffen - durchlöchert. In den umgebenden Bodenbelag wurden Metallsplitter eingelegt. Dargestellt wird die verheerende Wucht der detonierten Bombe. Gleichzeitig wird der über die "Splitter" im Boden Gehende an die Willkür des Attentates erinnert - an die Möglichkeit, dass wir alle Opfer sein könnten. An der mehrfach durchlöcherten archaischen Figur der stählernen Wandschale, welche die Stele wie ein schützender Mantel umgibt, zeichnen sich symbolisch die Verletzungen ab, die durch die Gewalttat hervorgerufen wurden.

Durch die Ästhetisierung des tragischen Geschehnisses mit künstlerischen Mitteln soll an die Notwendigkeit der Bemühung um Frieden appelliert werden.