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Neubau Bildungscampus


felix schürmann ellen dettinger Architekten, München

Keller Damm Roser Landschaftsarchitekten Stadtplaner, München

Freiham Bildungscampus finale Visualisierung Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Freiham Bildungscampus finale Visualisierung

Überarbeitetes Konzept in 2. Wettbewerbsphase

Im Oktober 2014 beschloss das Preisgericht, zwei gleichberechtigte Anerkennungen und eine gleichberechtigte Preisgruppe (drei zu überarbeitende Arbeiten) zu benennen. Erneute Prüfung war im Frühjahr 2015. Das Gremium hat einvernehmlich die Arbeit von felix schürmann ellen dettinger Architekten mit Keller Damm Roser Landschaftsarchitekten gewählt.

Der Baukörper der Grundschule und des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) wurde von vier auf drei Lernhäuser reduziert. Es entsteht dadurch eine großzügigere räumliche Entwicklung mit einer angemessenen Verzahnung des Innen- mit dem Außenbereich. Durch die Verlegung der Doppelsporthalle in den Baukörper der Zentralen Mitte erhält die Nord-Ost-Ecke ein größeres städtebauliches Gewicht. Die Bibliothek wird mit einer größeren Dachhöhe als in den daran angrenzenden Bereichen in den Mittelpunkt gestellt. Die Aufnahme der benachbarten Raumkante im Osten sowie die Neuorganisation der Zugänge wie auch im Inneren stellen eine wesentliche Verbesserung dar. Die Süd-Ost-Ecke des Gymnasiums- und Realschulbaukörpers ist im Vergleich zur Ausprägung im Nord-Osten weniger prägnant. Die Verlängerung des Fingers an der Süd-Ost-Ecke wird jedoch als Akzentuierung gewürdigt.

Durch den Entfall der Pergola erfahren das Gymnasium und die Realschule eine Verbesserung in der Verbindung zum Grünraum. Die Wegeführung der Außenanlagen leitet nun stringent zu den Eingängen der Schulen hin.

Gebäudeorganisation

Die Eingangsbereiche der Schulen befinden sich in den verhältnismäßig schmalen Querverbindungsgängen und sind damit mit Blick auf die zu erwartende Anzahl an Schülerinnen und Schüler als Entree nicht angemessen. Die innenräumliche Entwicklung ist hier verbesserungsbedürftig. Das abgesenkte Niveau der Aulen stellt eine Antwort auf das Niveau des Geländes dar und verleiht den Aulen darüber hinaus wohltuend mehr Geschosshöhe.

Die Verwaltungsbereiche liegen bei Realschule und Gymnasium leicht auffindbar in den Rand-Clustern. Die Schulen öffnen sich durch die Situierung der Pausenhallen in besonderer Weise zum Campus-Gelände.

Der MINT-Bereich ist für Gymnasium und Realschule zentral erreichbar und bildet das Rückgrat der Schule zur Bodenseestraße. Die Schaffung von Lernfeldern im MINT-Bereich ist ein kreatives Angebot, das auch im Bereich der Naturwissenschaften die Anwendung neuer Unterrichtsformen ermöglicht.

Die Situierung der Unterrichtsbereiche, Verwaltungsbereiche und Fachlehrsäle führt zu einem stimmigen Gesamtkonzept.

Mit der Verlegung der Doppelsporthalle in den Baukörper der Zentralen Mitte sind dort alle Funktionen mit Stadtteilwirkung konzentriert. Der Übergang der Grundschule und des SFZ zur funktionalen Mitte im 1. Obergeschoss ermöglicht eine direkte Zugangsmöglichkeit der Schülerinnen und Schüler in den Mehrzweck- und ihren Speisesaalbereich und zur Bibliothek, diese allgemeinen Bereiche sind überzeugend an Grundschule und SFZ angebunden.

Die zum Campus gewandte Lage der Bibliothek im 1. Obergeschoss entspricht den Wünschen aus dem Beteiligungsprozess nach einem Bezug zur Öffentlichkeit und der schulischen und außerschulischen Nutzbarkeit. Die Kreativbereiche befinden sich im 2. Obergeschoss (Werken und Kunst) mit zwei Werkhöfen und im 3. Obergeschoss (Musik). Der Speisesaal auf zwei Ebenen in der funktionalen Mitte, verbunden mit einer breiten Treppenanlage, ermöglicht eine natürliche Zonierung. Die Treppenanlage ist zudem bei Veranstaltungen als Tribüne nutzbar. Die Zweiteilung des Mensabereichs wird positiv bewertet, die Ausgabebereiche öffnen sich in beiden Geschossen zu den zugehörigen Speisesälen. Die Erschließungsflächen in der Zentralen Mitte erscheinen jedoch etwas überdimensioniert.

Die Tribüne der Doppelsporthalle beeinträchtigt in der dargestellten Form in Teilen die erforderliche Raumhöhe und damit die Nutzbarkeit von Teilen der Tiefgarage im Untergeschoss.

Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit liegt der Entwurf weiterhin im mittleren Bereich der Arbeiten der zweiten Phase des Wettbewerbs

Lernhaus

Die Überarbeitung hat aus pädagogischer und betrieblicher Sicht zu deutlichen Verbesserungen geführt. Die Lernhäuser im Bereich Grundschule und des Sonderpädagogischen Förder- und Kompetenzzentrums wurden in ihrer Dimensionierung durch die Verlegung der Sporthalle in die funktionale Mitte erheblich verbessert. Die spielerische Anordnung der Räume im Grundschul- und SFZ-Bereich bietet zusätzlich die Nutzungsmöglichkeit vorgelagerter Freibereiche am Lernhaus auch in den Obergeschossen. Die Mittelzonen aller Lernhäuser verfügen über eine natürliche Belichtung ohne zusätzlichen Lichthof. Es entstehen dort flexibel nutzbare Foren.

In der weiteren Bearbeitung müsste auf einzelne Raumbezüge und -zuschnitte noch vertieft eingegangen werden. Das gute Konzept der Lernhäuser wird qualitativ so hoch gesehen wie die Campuslösung dieses Entwurfes an sich.

Freiflächen

Der Grünraum des Campus ist nach der Überarbeitung nun klar gegliedert und führt sowohl zu den Entrees der Schulen wie auch zur Unterführung zum Sportpark.

Der im Bildungscampus im Bereich zur Unterführung hin neu eingefügte Streetballplatz sollte hinsichtlich des erforderlichen landschaftlichen Eingriffs und des Lärmschutzes im Detail geprüft werden. Es wird durchaus die Chance zur Aufwertung der Unterführung dadurch gesehen, dass das Niveau der Unterführung in den Bildungscampus hineingezogen wird.

Es sind gute Übergänge zwischen schulischen und öffentlichen Freiflächen gelungen und dabei angenehme Aufenthaltsbereiche entstanden.

Insgesamt ist eine wesentliche Verbesserung des Grünraums entstanden, der Innenbereich des Campus ist deutlich differenzierter. Der breite, geradlinige Grünzug im West-Ost-Richtung mit großer, zentraler Campuswiese senkt sich ab zur Unterführung, freie Blickachsen in West-Ost-Richtung entstehen in großzügigen baumüberstellten Wiesenflächen mit Sitz- und Aufenthaltsangeboten. Die Wegeverbindungen sind schlüssig und gliedern die Campuswiese.
Eine räumliche Gliederung zwischen Pausenflächen und öffentlichem Grün ist erkennbar.

Die direkte Zugänglichkeit vom öffentlichen Grün zum Haupteingang Gymnasium besteht momentan über Stufen, hier ist jedoch Barrierefreiheit zu gewährleisten. Gleiches gilt auch für den Zugang vom öffentlichen Grün zu den Pausenflächen der Grundschule und des Sonderpädagogischen Förder- und Kompetenzzentrum.

Bildungscampus, Entwurf Schürmann Dettinger Architekten Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Entwurf 2014

Freiham Bildungscampus Modell final  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung in einer Diashow.

Finaler Entwurf 2015

Die ursprüngliche Preisgruppe setzte sich zusammen aus:

[Informationen von den Entwürfen aus 2014]

Anerkennungen erhielten:

  • Agre Spreen-Köhler-Architekten,München
    Spreen Architekten, München
    Köhler Architekten + beratende Ingenieure, Gauting
    mit kübertlandschaftsarchitektur, München
  • BLK2 Böge Lindner K2 Architekten, Hamburg
    mit Schoppe+Partner Freiraumplanung, Hamburg