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Landschaftspark Freiham, 2. Stufe


3. Preis

hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH

Barbara Hutter, Dipl. Ing. Landschaftsarchitektin
Stefan Reimann, Dipl. Ing. Landschaftsarchitekt
Möckernstraße 68, 10965 Berlin

Mitarbeit:
Dipl. Ing. Anja Schier, M.Sc. Henning Holk,
B.Sc. Tamara Zimmermann

Fachberater
Martin Mencke trias Planungsgruppe, Glienicke / Nordbahn
B.Sc. Julia Bobertz

 

Jury-Beurteilung des 3. Preises

Die Arbeit versteht den Entwurf als Erweiterung eines größeren Landschaftsraums, der sich mit dem Münchner Grüngürtel selbstverständlich in Bezug setzt und dadurch auch einen Übergang in den verbindenden Landschaftsraum Germering darstellt. Dieser Entwurfsgedanke überzeugt durch eine gut durchdachte Gliederung in einzelne Teilbereiche. Die drei thematisch unterschiedlichen Teilbereiche sind jeweils gleich gegliedert - in einen Waldsaum am Lärmschutzwall, einen freien offenen Wiesenbereich und einen Grünsaum mit Obstgehölzen entlang der Wohnbebauung bzw. der Sportfelder. Diese Aufteilung wirkt in ihrer Dimensionierung richtig und dem Ort angemessen.
Die Freihamer Allee wird zum zentralen Parkweg, der sich szenografisch durch den Park zieht. Die in der ersten Wettbewerbsstufe kritisch angemerkte Führung des Hauptweges im nordwestlichen  Parkbereich ist in diesem Wegekonzept nachvollziehbar, wurde aber in der Überarbeitung nicht berücksichtigt, wodurch die Problematik im Hinblick auf den Ausbau der A99 bestehen bleibt. Da es sich bei diesem Weg um den Hauptweg handelt, würde bei einer Umplanung das Entwurfskonzept beeinträchtigt.
Der Hauptweg ist über weite Abschnitte zu wenig beschattet. Das Wegenetz ist richtig an die umgebenden Quartiere angeschlossen, wird aber auch als etwas großmaschig angesehen. Die zur Verfügung stehenden Parkwege sind barrierefrei mit relativ geringen Steigungen versehen und somit ist das Ziel des inklusiven Parks erfüllt.
Die Raumbildung wird im Bereich der Grünfugen hervorgehoben, indem der Wald unterbrochen wird und eine sanfte Anböschung des Geländes zum Lärmschutzwall hin erfolgt. Hierdurch entstehen spannungsvolle Situationen, die intime Räume im Waldbereich, offene Wiesenflächen und weite Aussichten in die Landschaft ermöglichen. Während der Wald ein vielfältiges Spielangebot beinhaltet, laden die offen Wiesenflächen zu spontanerer Nutzung ein.
Die Idee einer Eingangsplatzfläche "Wiesenbalkon mit Wildwestgarten" an der Bodenseestraße ist grundsätzlich begrüßenswert, die Dimensionierung und Ausformulierung wird als nicht sinnvoll angesehen, da die Aufenthaltsqualität an der stark befahrenen Bodenseestraße kritisch beurteilt wird.
Die Anordnung der Spielangebote im Randbereich ist funktional und lärmschutztechnisch durchaus richtig. Insbesondere die Ausformulierung des Spielangebotes in den östlichen Quartierssäumen erscheint sehr schematisch und geht zu wenig auf die direkt angrenzenden Nutzungen ein (einerseits Sportnutzung, andererseits Wohnnutzung).
Der gesamte Landschaftspark wird perspektivisch durch Baumfelder in Szene gesetzt, die durch unterschiedlich große Waldfelder gegliedert sind und in ihrer Ausdehnung auf die Dimension des Raums reagieren. Dadurch wird gegenüber den dichteren Grünstrukturen innerhalb der bebauten Quartiere eine landschaftliche
Form von Freiraum als vermittelndes Element geschaffen.
Dieser Grundgedanke, mittels einer freieren Auffassung von Landschaftspark eine komplementäre Gestaltungsidee zu entwickeln, welche die Großzügigkeit vom Wohnen am Stadtrand vermittelt, wird positiv bewertet.