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Landschaftspark Freiham, 2. Stufe


2. Preis

Franz Reschke Landschaftsarchitektur

Franz Reschke, Dipl. Ing. Landschaftsarchitekt
Gneisenaustraße 42, 10961 Berlin

Mitarbeit:
Janina Gäckler, Meruyert Syzdykova, Juliane Wichtmann,
Malgorzata Stryjek, Jan Ole Rolfes

 

Jury-Beurteilung des 2. Preises

Die Verfasser arbeiten ihre Grundidee der Gestaltung eines Parks in einer regenerationsbedürftigen Landschaft konsequent weiter durch. Die Abfolge linearer Elemente vom Stadtrandgarten anschließend an die Bebauung über eine durchgehende Wiesenzone bis zum lichten Wald vor der Autobahn wird besonders im 1. BA konkretisiert. Geschickt reagiert die Arbeit mit unterschiedlicher Breite der Zonen auf den zur Verfügung stehenden Raum. Es gelingt ein spannungsvolles, fließendes Raumgefüge, das mit Enge und Aufweitung spielt.
Besonders überzeugend ist die Ausbildung der mit dem Begriff „Hutewald“ programmatisch formulierten Waldzone. Sie verspricht im Wechsel von „lichter und dichter“ große räumliche Qualität. Die Integration intensiv genutzter Spiel- und Bewegungsbereiche in die Lichtungen dieser Waldzone ist richtig.
Das Wegesystem mit Führung doppelseitiger Hauptwege entlang der mittleren Wiesenzone bildet eine konsequente Erschließung in Nord-Süd-Richtung, das auch die Freihammer Allee geschickt als Abgrenzung der Waldzone nutzt. Dabei hätte man sich hin und wieder eine Brechung der langen Geraden gewünscht. Das Wegesystem wird durch zahlreiche Querwege ergänzt, die auf die östlich anschließenden Quartiere reagieren. Im Bereich des Hutewaldes bieten sich dem Nutzer des Parks weitere Wegemöglichkeiten, eine Erschließung der Wiesen mit weiteren Pfaden wird angedeutet.
Die Arbeit kommt ohne größere Veränderung des Walls aus, nutzt ihn aber im Zuge eines Panoramaweges zur Aussicht. Die räumliche Zäsur des Parks mit der grünen Brücke wird bewusst präzise konturiert. Dies wird kontrovers diskutiert. Die Wege führen beidseits barrierefrei darüber.
Die Arbeit zeigt auch im Bereich der Wiesen einen sensiblen Umgang mit Räumlichkeit. Angefangen vom Konzept der eingetieften Wiesenfugen zwischen Wall und Wald bis zur Gliederung der Wiesenflächen selbst durch unterschiedlich hohe Vegetation, wird ein lebendiges Raumerlebnis geschaffen, partiell noch gesteigert durch die Ausbildung flacher Mulden, die bei Starkregen fallweise mit Wasser überstauen können.

Auf die Kritik des Preisgerichts geht die Arbeit auch in den meisten anderen Punkten ein: die konsequente Auslagerung lärmintensiver Zonen in den Hutewald, die Konkretisierung der Nutzungen im sogenannten Stadtrandgarten mit Urban Gardening, Kleinkinderspiel etc. sowie die Berücksichtigung des Lärmschutzes nördlich der Kleingärten. Im Bereich der Stadtrandgärten bleibt die Arbeit aber weiterhin etwas vage, auch die Bewältigung des Höhenunterschieds zu den Wiesenflächen ist nicht überzeugend nachgewiesen.
Insgesamt entsteht ein sehr robustes Parkkonzept, das mit der Anlage starker Strukturen etwas Unverwechselbares entstehen lässt und dabei trotz Integration der meisten geforderten Nutzungen auch auf künftigen Nutzungswandel flexibel und sehr qualitativ reagieren kann.