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Wettbewerbsarbeit Platz 1


Wettbewerbsentwurf der Erstplatzierten zur Neugestaltung des Josephsplatzes  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.

Wertung der Wettbewerbsarbeit zur Neugestaltung des Josephsplatzes nach dem Bau einer Anwohnertiefgarage

Der Entwurf des Siegerteams wird vom Entscheidungsgremium aus städtebaulicher und funktioneller Sicht als besonders gelungene Lösung bewertet.

Erster Rang - Team 1

Das Team 1 besteht aus dem Teamteil "Erdmann Kicherer - Büro für Garten und Landschaftsarchitektur", Svea Erdmann und Andreas Kicherer, München und dem Teamteil "Hess Talhof - Architektur Stadtplanung", Johannes Talhof, München

Städtebau

Das Gremium bewertet den städtebaulichen Ansatz des Konzeptes sehr positiv, die Kontinuität des vorhandenen malerischen Städtebaus und das Pittoreske der Gartengestaltung für den Josephsplatz beizubehalten. Der Ansatz des Malerischen entspricht dem städtebaulichen Charakter des Josephsplatzes und soll als Ausgangspunkt für die Neugestaltung dienen und weitergeführt werden. Die Entwurfsidee verfolgt das Ziel der Aufwertung und Ergänzung der schon vorhandenen beachtlichen Platzqualitäten. Somit wird eine Konkurrenz zwischen vorhandenen (Kirche, Brunnen) und neuen Elementen (Rampeneinhausung, Treppenaufgang) vermieden.

Insbesondere der integrative Gestaltungsansatz der Erdeinhausung für die Tiefgaragenbauwerke leistet einen wichtigen Beitrag zum Ort und überzeugt das Gremium. Gut gelöst ist auch die Reduktion der zusätzlichen Bauwerke durch die Kombination des Treppenhauses im Südosten mit der Einhausung der Tiefgarage. Der Entwurf zeigt sich auch für die Sicht der Anwohner aus den oberen Geschossen rund um den Josephsplatz als Gewinn. Perspektivisch gesehen muss die Mitte des Platzes zur Kirche hin frei sein, was im Entwurf auch umgesetzt wurde. Das Grünkonzept leistet darüber hinaus auch einen positiven Beitrag zum Stadtklima.

Funktion

Die geschwungene Rampe mit integriertem Treppenhaus stellt nach Auffassung des Gremiums eine besonders gelungene Lösung dar. Die Ein- und Ausfahrtsituation an der Rampe muss noch näher betrachtet werden, weil sich Gehbahn und Aufstellbereich hier überschneiden. Die genaue Einfahrtsituation ist für die endgültige Darstellung der Situation wichtig, nicht erkennbar sind derzeit Rolltor und Schlagbaum sowie die Darstellung des Stauraums bzw. der Stellfläche vor dem Rampenbauwerk. Ob Sicherungseinrichtungen wie Poller oder Mauern seitlich entlang der Aufstellflächen eine sinnvolle Lösung wären, bleibt zu prüfen. Außerdem sind ausreichende Sichtbeziehungen für ausfahrende Kfz erforderlich, um Konflikte mit querenden Passanten zu vermeiden. Alternativ bestünde die Möglichkeit, die erforderliche Aufstellfläche vor der Tiefgaragenzufahrt mit allen Betriebseinrichtungen in die Einhausung zu integrieren. Dabei müssen jedoch die Sichtbeziehungen insbesondere bei der Ausfahrtsrampe gewährleistet werden.

Nutzung

Wichtiges nutzungsrelevantes Thema des Konzeptes ist die geplante flächige Bepflanzung durch Hecken, unter anderem auf der Rampeneinhausung und den Treppenhäusern. Dieses vegetationstechnisch anspruchsvolle Thema muss planerisch und unterhaltstechnisch gelöst werden. Dabei ist insbesondere die erforderliche Absturzsicherung zu berücksichtigten. Die Grünflächen sollen wegen der Hundeproblematik abgezäunt werden. Das Konzept sieht hier ebenfalls Heckenstrukturen in Kombination mit Geländemulden vor, in denen Zäune integriert werden sollen. Diese erwähnte Randstruktur, die es ermöglicht, den Zaun zu "verstecken", indem das Gelände um einen halben Meter abgesenkt wird und an der tiefsten Stelle einen Zaun erhalten soll, wird vom Gremium als nicht praktikabel erachtet.

Bei der weiteren Planung wird empfohlen, auf die Mulde zu verzichten und stattdessen eine Hecke mit einer Höhe von 0,80 bis 1,00 Meter Höhe vorzusehen. So können Pflegegänge angelegt werden, die auch bespielbar sind. Die Pflasterung des Platzes erfolgt mit relativ einfachen Mitteln. Der neue Belag soll aus dem bestehenden Belag vor der Kirche abgeleitet und für den gesamten Platzbereich entwickelt werden. Lediglich die Fahrspuren der bedarfsgerecht zurückgebauten Straßen erhalten einen Asphaltbelag.

Die Spielgeräte sind gut und ausgewogen angeordnet. Die Spielausstattung kann zurückhaltend weiterentwickelt werden. Das Gremium empfiehlt bei der weiteren Planung, Baumarten auszuwählen, die stadtklimaverträglich sind und hoch aufgeastet. Weiterhin empfiehlt das Gremium, die Zugänge zum Grünbereich zu reduzieren, um die Wegebeziehungen über den Platz zu minimieren.