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Truderinger Straße


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Planungsumgriff Truderinger Straße
© Baureferat

Ergebnisse des Planungsworkshops

Gestaltung der Truderinger Straße zwischen Bajuwarenstraße und Schmuckerweg

Das Baureferat der Landeshauptstadt München wurde am 14. Juli 2015 vom Stadtrat beauftragt, für die Einzelprojekte zur Gestaltung und Umbau von Straßen im Sanierungsgebiet „Quartierszentrum Trudering“ die Entwurfsplanung zu erarbeiten und die Projektgenehmigung herbeizuführen.

Anlass zur Umgestaltung der Truderinger Straße zwischen Bajuwarenstraße und Schmuckerweg ist die Verkehrsberuhigung und städtebauliche Aufwertung dieses Abschnittes als wesentliche Maßnahme des ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) Trudering, das vom Stadtrat am 27. Februar 2013 beschlossen wurde. Die Attraktivität und Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums leidet heute an dem hohen Verkehrsaufkommen und schränkt die Entwicklungschancen des Einzelhandels ein.

Das Verkehrskonzept des Referats für Stadtplanung und Bauordnung sieht vor, den Durchgangsverkehr auf das örtliche und überörtliche Hauptstraßennetz zu verlagern, die Fahrbahnbreite durch den Entfall der Abbiegespuren zu reduzieren und die frei werdenden Flächen auf die Gehbahnbereiche umzuverteilen.

Bei einer Bürgerbeteiligung am 16. April 2015 wurden erstmals konzeptionelle Ideen vorgestellt und mit den Anwohnerinnen und Anwohnern diskutiert. Dabei sprachen sich die Anwesenden mehrheitlich für eine Umgestaltung der Truderinger Straße, eine gleichmäßige Verteilung der gewonnenen Flächen auf beide Straßenseiten und beidseitige Baumpflanzungen aus.

Der Stadtrat beschloss am 6. Dezember 2017, für die Gestaltung der Truderinger Straße ein konkurrierendes Planungsverfahren durchzuführen. Unter Beteiligung der Regierung von Oberbayern als Fördergeber im Rahmen des Programms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ führte das Baureferat einen Planungsworkshop durch, bei dem drei Landschaftsarchitekturbüros mit der Erstellung von Lösungsvorschlägen beauftragt wurden. Mit Zustimmung der Eigentümer sollten auch für die anliegenden privaten Flächen, die öffentlich zugänglich sind, Gestaltungsvorschläge geliefert werden. Die Aufgabenstellung wurde in enger Abstimmung mit der Projektgruppe Trudering, in der Bezirksausschussmitglieder und Anlieger vertreten sind, formuliert.

Am 24. April 2018 wurden die drei Gestaltungsvorschläge im Rahmen einer Einwohnerversammlung durch die Entwurfsverfasser präsentiert und diskutiert.

Entscheidung des Beurteilungsgremiums

Ein Gremium aus Vertreterinnen und Vertretern des Bezirksausschusses, der Regierung von Oberbayern, der Fachreferate sowie einer externen Landschaftsarchitektin und einem externen Landschaftsarchitekten beurteilte die Entwürfe auf der Basis des Meinungsbildes aus der Einwohnerversammlung.

Das Beurteilungsgremium unter dem Vorsitz von Frau Prof. Susanne Burger ermittelte in seinen Sitzungen am 8. Mai 2018 und 19. Juni .2018 folgende Reihenfolge der eingereichten Entwürfe:

1. Rang: bbz Landschaftsarchitekten, Berlin
2. Rang: Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, München / Zürich
3. Rang: Terrabiota Landschaftsarchitekten, Starnberg

Das Gremium empfahl den Entwurf von bbz Landschaftsarchitekten zur weiteren Bearbeitung.

Blick in die Truderinger Straße  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Blick in die Truderinger Straße
© bbz Landschaftsarchitekten, Berlin

1. Rang: bbz Landschaftsarchitekten, Berlin

Die Arbeit wurde wie folgt beurteilt:

"Die Entwurfsverfasser möchten die Truderinger Straße als ‚zentralen Boulevard‛ in Trudering ausbilden. Es soll die ‚Eigenständigkeit des Stadtraums als Einzelhandelsstandort‛ herausgestellt und ‚die Truderinger Straße als Bindeglied und Zentrum mit einer hohen Aufenthaltsqualität für Besucher und Nutzer sowie als komfortabler Bewegungsraum für Radfahrer und Fußgänger‛ entwickelt werden.

Innerhalb des Straßenabschnitts sollen einzelne Bereiche (Platz an der Bajuwarenstraße, vor der Post, um den Schmuckerweg) besonders betont werden. Zugleich soll der gesamte Straßenabschnitt durch einheitliche Gestaltung als Ort für das Quartierszentrum identifizierbar sein.

Beide Seiten der Straße werden bezüglich Mobiliarausstattung, Baumpflanzungen und Belagswahl gleichwertig behandelt. Es entsteht zwar ein eigenständiger Stadtraum mit Identifikationspotenzial, jedoch wird kontrovers diskutiert, ob ausreichend auf die örtlichen Gegebenheiten und die Eigenart eingegangen wurde, obwohl die platzartigen Angebote (zumeist auf privatem Grund) richtig gesetzt und zugeordnet erscheinen.

Als Alleinstellungsmerkmal schlagen bbz vor, den gesamten Straßenraum niveaugleich, ohne Bordstein zwischen Fahrbahn und Gehbahn auszubauen. Damit wird auf das verkehrliche Konzept, einen verkehrsberuhigten Bereich zu schaffen, eingegangen: Querungen sind so an allen Stellen möglich und die Fußgänger_innen entsprechend begünstigt.

Mittels Ausweisung der Stellplätze auf abmarkierten Flächen auf der Gehbahn kann auf Parkbuchten verzichtet und die Gehbahnen maximal breit und großzügig angeboten werden. Durch den Verzicht eines Hochbordes kann der Straßenraum als Ganzes wahrgenommen werden, was ein geschwindigkeitsreduziertes Fahrverhalten erwarten lässt. Das Gremium erkennt diese Idee als besonderes Gestaltungsmittel für einen verkehrsberuhigten Bereich und als zielführende, funktionale Maßnahme an.

Die platzartigen Aufweitungen sowie der Brunnenstandort erhalten allgemeine Zustimmung.

Der Realisierungsteil lässt sich großteils ohne die privaten Flächen realisieren.

Die Arbeit wird als wirtschaftlich und angemessen empfunden."

Als Empfehlungen spricht das Gremium aus, dass der Gehwegbelag über die einmündenden Seitenstraßen hinweg gezogen und der Brunnen bespielbarer und erlebbarer gestaltet werden soll.

Vorstellung des Ergebnisses

Dem Bezirksausschuss und der Projektgruppe Trudering wurde das Ergebnis des Verfahrens am 26. Juni 2018 vorgestellt.

Der interessierten Öffentlichkeit wurde das Ergebnis am 19. Juli 2018, vor der Sitzung des Bezirksausschusses, im Kulturzentrum Trudering vom Baureferat präsentiert.

Auf Basis der Empfehlung des Beurteilungsgremiums wird danach vom Baureferat die Vorplanung durchgeführt und dem Stadtrat zur Genehmigung vorgelegt werden.