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Vier Grundschulen


Realisierungswettbewerb zur Errichtung von vier Grundschulen in modularer Bauweise in München

Aufgabenstellung
Am Freitag, 11. Oktober 2013 wurde der Realisierungswettbewerb für den Neubau von vier Grundschulen in modularer Bauweise entschieden. Besondere Herausforderung und Grundidee des Wettbewerbes war die Entwicklung einer modularen Lernhauseinheit.

Das Münchner Lernhauskonzept sieht für eine modulare Einheit (1. bis 4. Jahrgangsstufe) vier Unterrichtsräume, zwei Räume für die ganztägige Betreuung, einen Arbeitsraum für Lehr- und Betreuungspersonal, eine Toiletteneinheit und einen Abstellraum vor. Der Flur soll sich in einen natürlich belichteten und belüfteten Pausenbereich öffnen. Die Raumgefüge sollen verschiedenen Arten der Ganztagesbetreuung dienen. Flexibel und transparent gestaltete Elemente sollen Rückzugsmöglichkeiten für die Arbeit in Klein- und Kleinstgruppen sowie für Partner- und Gruppenarbeit bieten.

Die planerischen Lösungen für die vier Grundschulen waren auf der Grundlage eines modularen Systems zu entwickeln, das zu reduzierten Baukosten und minimierten Bauzeiten führt. Im Wettbewerb sollten bauliche Konzepte für die Entwicklung einer intelligenten, energetisch und konstruktiv ausgereiften Lernhauseinheit gefunden werden. Dabei war nachzuweisen, wie sich die wiederholenden Lernhauseinheiten bei unterschiedlichen Raumprogrammen in vier individuelle Grundstücke einbinden lassen.

Konkret handelt es sich um folgende Projekte:

  • Neubau einer dreizügigen Grundschule an der Ruth-Drexel-Straße (Teilfläche der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne) mit Räumen für die ganztägige Betreuung sowie einer Dreifachsporthalle und Freisportanlagen im 13. Stadtbezirk München-Bogenhausen
     
  • Neubau einer fünfzügigen Grundschule an der Domagkstraße (Teilfläche der ehemaligen Funkkaserne) mit Räumen für ganztägige Betreuung sowie einer Dreifachsporthalle mit Freisportanlagen und eines Hauses für Kinder mit 3 Krippen- und 3 Kindergartengruppen im 12. Stadtbezirk Schwabing-Freimann
     
  • Neubau der fünfzügigen Grundschule Freiham II (Mitte) am Quartierszentrum mit Räumen für ganztägige Betreuung sowie einer Zweifachsporthalle mit Freisportanlagen und eines Hauses für Kinder mit 3 Krippen- und 3 Kindergartengruppen im 22. Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied
     
  • Neubau der fünfzügigen Grundschule Freiham III (Nord) an der „Aubinger Allee“ mit Räumen für ganztägige Betreuung sowie einer Zweifachsporthalle mit Freisportanlagen im 22. Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied

      Luftbilder der Wettbewerbsgrundstücke (JPG, 1891 KB)

Ablauf
Am 19. Dezember 2012 beauftragte der Münchner Stadtrat das Baureferat, den Wettbewerb auszuloben. Dieser wurde als nichtoffener, einstufiger Realisierungswettbewerb gemäß RPW 2008 mit vorgeschaltetem EU-offenen Bewerbungsverfahren durchgeführt. Insgesamt haben sich 104 Architekturbüros bzw. Arbeitsgemeinschaften beworben, davon wurden 16 ausgewählt. Fünf Architekturbüros wurden als gesetzte Teilnehmer zugeladen. 21 Teilnehmerteams aus Architekten und Landschaftsarchitekten legten der Ausloberin ihre Entwürfe vor.

Hintergrund
Wegen steigender Einwohnerzahlen hat die Landeshauptstadt München dringenden Bedarf an zusätzlichen Grundschulplätzen. In mehreren großen Neubaugebieten sollen insgesamt vier nach dem sogenannten Lernhauskonzept strukturierte Grundschulen zeitgleich errichtet und im Jahr 2017 fertiggestellt werden. Deshalb hat das Baureferat einen Realisierungswettbewerb für alle vier Schulen ausgelobt. Die Standorte liegen im Areal der ehemaligen Funkkaserne und Prinz-Eugen-Kaserne sowie im neu entwickelten Siedlungsgebiet in Freiham. Darüber hinaus gibt es weitere Bedarfe für zusätzliche Standorte. Das modulare System bietet den Vorteil, auch für diese Bedarfe zum Einsatz zu kommen.

Informationen über Architekten und Preise

Entscheidung des Preisgerichts
Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Professor Herbert Meyer-Sternberg bewertete in zwei Preisgerichtssitzungen alle 21 Lösungsvorschläge und vergab am 11. Oktober einstimmig fünf Preise:

1. Preis
wulf architekten GmbH, Stuttgart, mit
Johann Senner, Dipl.- Ing. (FH), Planstatt für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Überlingen

Informationen zum ersten Preis


2. Preis
nicht vergeben

3. Preis
Broghammer, Jana, Wohlleber Architekten, Zimmern ob Rottweil, mit
w+p landschaften, freie Landschaftsarchitekten, Berlin

3. Preis 
Numrich Albrecht Klumpp, Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin, mit
Dipl.- Ing. Guido Hager, Landschaftsarchitekt, Berlin

4. Preis 
CODE UNIQUE Architekten BDA, Dresden, mit
Till Rehwaldt, Landschaftsarchitekt, Dresden

5. Preis 
Prof. Dipl.-Ing. Architekt BDA Frank Hausmann, Aachen, mit
Latz + Partner Landschaftsarchitekten, Kranzberg

Modellfotos der Preise drei bis fünf

Empfehlung des Preisgerichtes

Das Preisgericht kam zu dem Ergebnis, dass der 1. Preisträger ein sehr schlüssiges Lernhausmodul anbietet. Vier Klassenzimmer und die Räume für die Ganztagesbetreuung sind konsequent um einen innenliegenden Pausenbereich und einen ausreichend großen Lichthof angeordnet. Dem Siegerentwurf gelingt es, die Lernhausmodule an den vier unterschiedlichen Standorten jeweils gut zu kombinieren und damit überzeugende städtebauliche Lösungen zu schaffen. Die Entwürfe der Schulgebäude beeindrucken durch klar strukturierte Baukörper und eine angenehme und zurückhaltende Architektursprache. Das Preisgericht empfiehlt daher einstimmig, die Entwürfe des 1. Preisträgers zu realisieren und diesen mit der weiteren Planung zu beauftragen.

Die Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer wurden in der Halle des Technischen Rathauses ausgestellt.