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Neubau Münchner Volkstheater


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© Baureferat

Das Verfahren

Mit Grundsatzbeschluss vom Dezember 2015 hatte der Stadtrat festgelegt, dass ein sogenannter Generalübernehmer das Projekt Volkstheater auf dem ehemaligen Viehhofgelände realisieren soll. Daraufhin erstellte das Baureferat das nahezu 1.000 Seiten umfassende Raum- und Funktionsprogramm mit der funktionalen Leistungsbeschreibung und das Kulturreferat entwickelte zusammen mit dem Münchner Volkstheater und dem Kommunalreferat das Nutzerbedarfsprogramm. Auf dieser Grundlage wurde das Baureferat im Juni 2016 beauftragt, ein mehrstufiges, EU-weites Vergabeverfahren durchzuführen; integriert war ein Wettbewerb um die beste städtebauliche, architektonische und technische Lösung.

Die Vollversammlung des Stadtrats hat am 13.12.2017 in nichtöffentlicher Sitzung dem Ergebnis dieses Vergabeverfahrens zugestimmt. Zugleich hat der Stadtrat das Baureferat ermächtigt, dem erstplatzierten Bieter den Zuschlag zu erteilen; im Dezember 2017 wurde dem Unternehmen, der Firma Georg Reisch GmbH & Co. KG aus dem schwäbischen Bad Saulgau, der Auftrag erteilt.

Damit übernimmt nun ein Generalübernehmer die Aufgabe, das äußerst komplexe, städtische Kulturbauvorhaben in der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit zu planen und zu realisieren. Dieser wird zusammen mit seinem Team aus Architekten und Fachplanern sämtliche Planungs- und Bauleistungen bis zur schlüsselfertigen und termintreuen Übergabe des Bauwerks im Sommer 2021 verantworten; die beauftragte Firma trägt auch sämtliche kalkulierbaren Risiken, die mit dem Projekt einhergehen.

Der Ablauf

Zunächst hat das Baureferat einen europaweiten Teilnahmewettbewerb durchgeführt, in dem sich interessierte Generalübernehmer für die Angebotsabgabe qualifizieren konnten; es sind neun Bewerbungen eingegangen. Daraus wurden fünf Bewerbergemeinschaften ausgewählt, die ihre wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit sowie erfolgreich durchgeführte Referenzprojek­te in herausragender Weise nachweisen konnten. Die zulässige Anzahl an Teilnehmern (mindes­tens drei, höchstens fünf) konnte somit voll ausgeschöpft werden.

Die fünf Bewerber wurden aufgefordert, einen ersten baulichen Lösungsvorschlag zu erarbeiten und ein erstes Preisangebot einzureichen. Die fünf eingereichten Angebote wurden eingehend auf die Einhaltung der Anforderungen aus der funktionalen Leistungsbeschreibung geprüft. Bei der vom Baureferat beauftragten Vorprüfung waren externe Fachberater, das Münchner Volksthe­ater, die Branddirektion, die Lokalbaukommission sowie das Kommunalreferat eingebunden.

Die Beurteilung der ersten Lösungsvorschläge erfolgte entsprechend dem bereits erwähnten Stadtratsbeschluss durch eine Jury unter Vorsitz von Professor Holzscheiter. Sie bestand aus Vertreterinnen und Vertretern des Stadtrates, des Bezirksausschusses, der betroffenen städti­schen Referate (Bau-, Kommunal-, Kultur-, und Planungsreferat) sowie der Stadtkämmerei, des Münchner Volkstheaters und externen Architekturexpertinnen und -experten. Die Jury wurde von internen und externen Fachleuten beraten (Denkmalschutz, Gebäude- und Bühnentechnik etc.). Das Ergebnis der Vorprüfung wurde in der ersten Jurysitzung vorgetragen. Die Jury teilte den Bie­tern zu jedem Entwurf Überarbeitungshinweise bezüglich der funktionalen und technischen sowie der architektonischen und städtebaulichen Qualität mit. Alle fünf Bieter haben ein überarbeitetes, finales Angebot abgegeben. Bei einem Angebot hat der Bieter wesentliche Angebotsunterlagen nicht abgegeben; es musste deshalb von der weiteren Wertung ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse der Vorprüfung der finalen Angebote wurden in der zweiten Jurysitzung vorgetragen und von der Jury abschließend begutachtet und bewertet.

Die Bewertung der Angebote erfolgte nach Maßgabe der im Beschluss vom 15.06.2016 festge­legten Wertungsmatrix. Die Wertungsmatrix definiert die einzelnen Wertungskriterien und ihre Gewichtung und ist für das gesamte Verfahren verbindlich.

In der Sitzung am 04.10.2017 hat die Jury die vier vorliegenden wertbaren Angebote in den Krite­rien „städtebauliche und architektonische Qualität“ sowie „funktionale und technische Qualität“ bewertet; die Bewertungen erfolgten jeweils einstimmig.

Die Wertung

Die Wertung der Angebote erfolgte gemäß der Wertungsmatrix nach folgenden Kriterien:

a) Gesamtpreis für Planung und Bau

b) städtebauliche und architektonische Qualität

  • städtebauliche Einfügung in die Umgebung
  • architektonische Qualität der Fassaden und Umgang mit Bestandsgebäuden
  • innenräumliche Qualität und Aufenthaltsqualität 

c) funktionale und technische Qualität

  • Funktionalität des Theaterkonzeptes
  • Erschließung
  • betriebliche Organisation
  • Funktionalität der Spielstätten
  • Brandschutz
  • Bühnentechnik
  • Haustechnik (HLSE)
  • Akustik

Erstplatzierter Bieter

Georg Reisch GmbH & Co. KG,
Bad Saulgau

mit den Projektpartnern:

LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei GmbH & Co. KG,
Stuttgart (Architekten)

itv Ingenieurgesellschaft für Theater- und Veranstaltungstechnik mbH,
Berlin (Theater- und Bühnenplanung)

Wolfgang Sorge Ing. Büro für Bauphysik GmbH & Co. KG,
Nürnberg (Bau- und Raumakustik)


Der Entwurf besticht nach Meinung der Jury durch seine städtebauliche Grunddisposition. Er bindet den umfangreichen Theaterkomplex in den Stadtraum sehr gut ein. Die markante Öffnung des Baukomplexes mit einem Torbogen als Theatereingang in Richtung Tumblingerstraße und Zenettiplatz lädt ein und setzt ein deutliches Zeichen im Stadtviertel. Das Fassadenmaterial Sichtziegel ist aus der Umgebung aufgenommen, die weitgehend geschlossene Fassadenfläche wird dadurch nicht als abweisend empfunden. Alles in Allem wird damit eine sehr selbstverständliche Einfügung der Bauanlage in die Nachbarschaft erreicht.

Die hohe architektonische Qualität der Fassaden zeigt sich auch im Detail, z. B. im Anschluss des Eingangstorbogens an den bestehenden Kopfbau, der durch die Aufnahme von dessen Traufgesims elegant bewerkstelligt ist. Im Innenhof ist Raum für einen Empfangsbereich und einen dahinter liegenden Biergartenbereich. Die denkmalgeschützten Bestandsgebäude werden ganz selbstverständlich einbezogen.

Das Foyer bietet eine gute Orientierung und ermöglicht differenzierte Nutzungsmöglichkeiten für den Theaterbetrieb. Es ist ein ansprechender, heller Raum, geprägt durch eine großzügige, geschwungene Treppe im Zentrum. Die Anordnung der einzelnen Funktionen in den Geschossen ist schlüssig gelöst. Die Situierung der Gastronomie schafft eine reizvolle Atmosphäre und kann auch gut, wie gewünscht, unabhängig vom Theater betrieben werden.

Für die Anlieferung der Werkstätten wird ein teilweise überdachter Lieferhof angeboten, von dem aus die Werkstattbereiche unmittelbar erreichbar sind. Der Lieferhof kann auch für Werkstattarbeiten im Freien genutzt werden.

Der Entwurf hält insgesamt die vorgegebenen Soll-Flächen ein. Die vorgesehenen technischen Qualitäten überzeugen in allen Bereichen. Eine kompakte Bauweise mit sowohl geringem beheiztem Volumen als auch geringem Fensterflächenanteil erzeugt eine sehr gute energetische Bilanz. Die Funktionalität des Theaters wird in jeder Hinsicht gewährleistet.

Weitere Bieter

Ed Züblin AG Direktion Bayern, München

mit den Projektpartnern:

PFP Planungs GmbH, Hamburg

DTP Theaterbühnentechnik GmbH Planungsbüro, Dresden

ISRW Institut für Schalltechnik, Raumakustik, Wärmeschutz Dr.-Ing. Klapdor GmbH, Düsseldorf

 

PORR Bau GmbH, Wien, über PORR Deutschland GmbH, München

mit den Projektpartnern:

HPP Hentrich-Petschnigg & Partner + Co. KG, München

theater projekte daberto + kollegen planungsgesellschaft mbH, München

ISRW Institut für Schalltechnik, Raumakustik, Wärmeschutz Dr.-Ing. Klapdor GmbH, Düsseldorf

 

S. Pöttinger GmbH & Co. KG, Ottobrunn

mit den Projektpartnern:

Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

BlueNode GmbH Theatre Consultants & Engineers, Berlin

Nagata Acoustics America Inc., Los Angeles, USA
 

Ausstellung

Münchner Volkstheater, Foyer, Brienner Straße 50
25. Januar bis 15. Februar
Mo bis Fr: 11 bis 18 Uhr, Sa: 11 bis 14 Uhr

Technisches Rathaus, Foyer, Friedenstraße 40
19. Februar bis 2. März
Mo bis Do: 8 bis 19.30 Uhr, Fr: 8 bis 16.30 Uhr

Kontakt

Landeshauptstadt München

Baureferat

Friedenstraße 40
81671 München