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Geschäftsidee „Gemeinsam Essen“


Acht Menschen sitzen um einen Runden Tisch beim Co-Lunch oder Co-Dining in er Schwanthalerstraße  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
Co-Lunch im Togather
© Michael Campos Viola

Gastro-Gründung mit Crowdfunding

(24.2.20) Im Januar hat Sarah Hillebrand ihr Café-Restaurant im Westend eröffnet. Ihr Konzept ist etwas Besonderes: Beim „Co-Dining“ setzt die junge Gründerin unterschiedlichste Menschen an einen Tisch. Für die Umsetzung nutzte sie auch die städtische Förderung für ihre Crowdfunding-Kampagne.

Viel Vorarbeit war nötig und noch ist das Lokal etwas versteckt hinter einem Gerüst. Doch Sarah Hillebrand ist voll in ihrem Element. „Es war immer mein Traum, Gastgeberin zu sein!“, erklärt sie. Alle, die das Togather betreten, begrüßt sie nun herzlich und fragt sie ein bisschen nach dem Woher und Wohin. Die Idee dahinter ist, dass die Gäste anschließend am zentralen Gemeinschaftstisch Platz nehmen und ins Gespräch kommen. Und dass so ein „genussvolles und zwischenmenschliches Miteinander“ entsteht.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass jemand im Bereich Gastro und Food als Unternehmerin startet. Allgemein gibt es in diesem Branchensegment viele Vorhaben, auch in München. Es bietet sich dabei fast an, über Crowdfunding Geld einzuwerben, denn so macht man zukünftige Gäste und Kunden frühzeitig auf sich aufmerksam.

Doch das Crowdfunding muss zielgerichtet und gut geplant sein. „Wichtig ist, dass Gründer für die Kampagne ihre Idee klar herausstellen und Alleinstellungsmerkmale finden“, erklärt Alexander Schmidbauer, städtischer Berater im Münchner Existenzgründungsbüro MEB. Er kann zudem eine Förderung   empfehlen: Für Präsentationsvideo, Design oder Fotos – also Kreativleistungen, die im Zusammenhang mit einer Crowdfunding-Kampagne gebraucht werden – bietet die Stadt Fördergeld an, das die Gründer beantragen können.

Lachende junge Frau hält ein Tablett mit Muffins  Link öffnet eine vergrößerte Darstellung des Bildes.
© Michael Campos Viola

Beispiel Togather

Für das Co-Dining Café von Sarah Hillebrand hat das sehr gut funktioniert. Ihre Crowdfunding-Kampagne auf Startnext lief im Sommer 2019 und konnte in einem Monat die gewünschte Zielsumme übertreffen. Förderer bekamen zumeist Gutscheine, die sie nun im Togather einlösen können. Allerdings war zudem ein Bankkredit nötig, der den Hauptanteil der Finanzierung deckt.

Das Togather ist nun ein sehr schöner Ort geworden. Räume, Möblierung, Speisen und Getränke – alles ist sorgfältig zusammengestellt. So hat Hillebrand ihre Tische in einer Holzwerkstatt der Heinz Sauer-Stiftung aus alten Paletten aufbereiten lassen. Eine befreundete Stuhldesignerin stellt ihre Stühle zur Verfügung und nutzt dabei das Togather als Showroom. Auch die Kaffeetassen sind ein echtes Recycling-Produkt. Für das Co-Dining und den Co-Lunch kocht Antonio Scorzave - ehemals GAP - Küchenklassiker aus aller Welt. 70 bis 80 Prozent davon sind derzeit „bio“. Alle Gerichte gibt es als große und kleine Portion. Das bewusst lokale Bier ist von Broy, Giesinger und Haderner.

Neben dem Co-Dining bietet das Togather unterschiedliche Veranstaltungen, die auf der Facebook-Seite zu finden sind.