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Finde dein Isarherz


Mit Crowdfunding finanziertes Non-Profit-Projekt für München

Am 5. Mai startet die Suche nach herzförmigen Steinen unter den Isar-Kieseln nach dem Motto „Finde dein Isarherz“. Das Non-Profit-Projekt der Münchner Art Directorin Eva Dahme begann als persönliche Idee. Nach einiger Vorarbeit gewann sie im Herbst 2017 den Publikumspreis und einen Jurypreis beim ersten Crowdfunding-Wettbewerb stadt.raum.kunst der whitebox.

Was also ist nötig, um für eine Idee Crowdfunding zu erhalten und sie auf diese Weise in die Tat umzusetzen? Eva Dahme erzählt, dass sie Crowdfunding zur Finanzierung erst gar nicht im Blick hatte. Sie hoffte eher auf die Stadt als öffentlichen Auftraggeber. Aber die Idee passte in keine Schublade. Per Zufall gab ihr ein Freund eine Postkarte zum ersten Crowdfunding-Wettbewerb stadt.raum.kunst der Veranstaltungsplattform whitebox im Sommer 2017. Daraufhin meldete sie sich zu einem Workshop zum Thema Crowdfunding von Alka Celic an. „Viele der fünfzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekamen zunächst einen Schock verpasst“, fasst sie diesen zusammen. Nicht nur von „richtig viel Arbeit“ war da die Rede, sondern sie lernten auch, dass eine Grundvoraussetzung auf Plattformen wie Startnext oder Betterplace ein Video ist, das ihr Projekt vorstellt.

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Crowdfunding-Video für Finde-dein-Isarherz, gefilmt und produziert von Armin Bichler / www.stadtshow.de

Herausforderungen

Eva Dahme drehte also ihr erstes Video. Als vielseitige Allrounderin machte sie das meiste selbst: Skript, Locations, Personen - nur für Kamera und Schnitt half ihr ein professioneller Kollege. Besonders schwierig fand sie, ihren umfangreichen Text-Part zu lernen. Dann startete sie die Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Startnext. Sie wählte 5.000 Euro, die niedrigste mögliche Kampagnen-Summe. Kampagnenzeitraum und weitere Bedingungen waren vom Wettbewerb vorgegeben. Für ihre Sponsoren gab es attraktive Gegenleistungen: Postkarten-Sets, Isarherz-Beutel, handgefertigte Seife, ein gehäkeltes Flaschennetz, essbare Kiesel oder Foto-Abzüge des Münsinger Fotografen Jan Greune. Für höhere Einsatzsummen einen Isarspaziergang mit einem Geologen und ein Gourmet-Picknick. Dahme erklärt, die Kampagne verlaufe dann nach dem „Alles-oder-Nichts-Prinzip“: Entweder die Zielsumme wird erreicht, dann werden die Sponsoren um Zahlung gebeten. Kommt die Summe nicht zusammen, dann wird kein Geld abgerufen und ausgeschüttet. So kann alle Vorarbeit umsonst sein.

„Ohne den Wettbewerb hätte ich es nicht geschafft“, sagt Dahme heute. Vor der Präsentation in der whitebox hatte sie kaum 50 Prozent der Kampagnensumme. Doch das Projekt setzte sich durch dank den zwei Wettbewerbspreisen. Die Idee fand also Gefallen, aber nicht automatisch Sponsoren. „Es gelang schließlich haarknapp, eigentlich nur noch mit Friends-Funding, die letzten Euro zusammen zu bekommen!“ so Dahme. Ihr Fazit zum Crowdfunding ist dann auch, dass sie ihre Rolle als „Einzelkämpferin“ schwierig fand und rät: „Eine Gemeinschaft hat es da leichter, die kann sich die Aufgaben aufteilen.“

Mitmachaktion und München-Event

Es ist also nicht selbstverständlich, dass „Finde dein Isarherz“ am 5. Mai mit einem Kick-Off um 16 Uhr am Kiosk 1917 in Thalkirchen starten kann (Tierparkstrasse 2 / U3 Thalkirchen). Als Schatzsuche, Mitmachaktion, Bewusstseinskampagne und München-Event soll die Aktion bis zum Herbst Münchnerinnen und Münchner jeden Alters an die Isar locken. Bei einem Aktionstag am 15. September im Museum Mensch und Natur werden dann die gesammelten Herzkiesel, die bis dahin bei den eigens eingerichteten Fundbüros abgegeben wurden, versteigert. Der Erlös geht an den Verein Deine Isar e.V. , eine Organisation, die sich für die Erhaltung eines intakten Lebensraums für Mensch und Fluss einsetzt.

Das Projekt "Finde-dein-Isarherz“ wird im Rahmen des Ersten Münchener Crowdfunding-Wettbewerbs stadt.raum.kunst und mit Unterstützung der whiteBOX.art realisiert.