Foto: Frank Hassler

Villa Waldberta

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Sehenswürdigkeiten

Villa Waldberta

Die Villa Waldberta., Foto: Frank Hassler
Foto: Frank Hassler

Internationales Künstlerhaus für Stipendiaten

Das Haus für angehende Künstler: Die Villa Waldberta in Feldafing am Starnberger See ist das internationale Künstlerhaus der Stadt München für Stipendiaten, die an Kulturprojekten in München teilnehmen. Rund 30 bis 40 Stipendiaten aus der ganzen Welt dürfen pro Jahr während ihrer Kunstprojekte in der Villa Waldberta wohnen. Des Öfteren gibt es in der Villa öffentliche Veranstaltungen und Workshops für Besucher.

Idyllische Lage am Starnberger See

Die Villa Waldberta., Foto: Susanne Lorenz
Foto: Susanne Lorenz

Umrankt von malerischen Wäldern durch die sich die Zufahrtsstraße schlängelt, im Osten liegt der Golf Club Feldafing und hinter diesem beginnt der Starnberger See mit der Roseninsel: Allein die Lage der Villa Waldberta lässt erahnen, dass es sich hier um eine besondere Institution handelt. Das zeigt auch die Liste der ehemaligen Stipendiaten. Die deutsche Schriftstellerin Anja Tuckermann lebte hier ebenso wie der italienische Komponist Paolo Marzocchi. Der bis heute vermutlich berühmteste Stipendiat ist der ungarische Schriftsteller Imre Kertész, der 2002 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Der Fokus lag früher auf Literatur und Bildenden Künsten, seit 2005 steht das Haus aber für Schaffende aller Kunst- und Kultursparten offen, wozu auch kulturnahe Wissenschaften zählen.

Stipendiaten werden vorgeschlagen

Die Villa Waldberta., Foto: Susanne Lorenz
Foto: Susanne Lorenz

Für ein Stipendium der Villa Waldberta kann man sich nicht bewerben. Das Kuratorium der Villa Waldberta und der Münchner Stadtrat wählen künstlerische Projekte, die einen München-Bezug haben, aus. Die für die ausgewählten Projekte verantwortlichen Personen schlagen dann geeignete Projektteilnehmer vor, die möglicherweise als Stipendiat für die Villa Waldberta infrage kommen. Die Stipendien sind normalerweise auf eine Laufzeit von bis zu drei Monaten angelegt. Voraussetzung für ein Stipendium ist, dass sich der Wohnort des Künstlers nicht in Bayern befindet.

Bewegte Geschichte der Villa Waldberta

Die Villa Waldberta., Foto: Susanne Lorenz
Foto: Susanne Lorenz

Das Haus am Starnberger See selbst hat eine interessante Geschichte hinter sich. Sein Ursprungsname nach der Fertigstellung 1902 lautete „Felsenheim“, der niederländische Verleger Albertus Willem Sijthoff nannte es etwas später in „Villa Walbert“ um. Seit 1925 gehörte das Haus dem amerikanischen Mitbegründer der Steubengesellschaft Franz Koempel und seiner Frau Bertha, bevor es die Nazis 1942 als „Feindvermögen“ beschlagnahmten. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Haus als Militärlazarett, die US-Armee brachte nach Kriegsende sogenannte „Displaced Persons“ dort unter. 1953 ging das Haus an die eigentliche Eigentümerin Bertha Koempel zurück, die es 1965 der Stadt München stiftete. Zur Vorbereitung der Olympischen Spiele 1972 in München wohnte der Sportfunktionär Willi Daume in der Villa Waldberta, während der Spiele bezog der damalige Bundeskanzler Willy Brandt hier Quartier. Ab 1974 nutzte ein Montessori-Reformverein das Anwesen und seit 1982 dient die Villa Waldberta ihrem heutigen Bestimmungszweck als Wohnort für Kunststipendiaten.

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