Das Neue Rathaus: Geschichte, Glockenspiel und mehr

Ein Aussichtsturm und viel Stadtgeschichte

Der neugotische Prachtbau ist nicht nur Sitz des Oberbürgermeisters, sondern auch dank der tollen Aussicht und des berühmten Glockenspiels bekannt.

Das Neue Rathaus im Überblick

  • Baujahr und Architektur: Das Neue Rathaus am Marienplatz wurde erst 1905 im damals beliebten Baustil der Neugotik fertiggestellt. Der Architekt war Georg von Hauberrisser, der damals mit erst 25 Jahren seinen Entwurf einreichte.
  • Funktion als Rathaus: Über 600 Mitarbeiter*innen der Stadt arbeiten in den 400 Zimmern des Gebäudes, das man nicht nur von außen betrachten kann. Viele historische Räume sind öffentlich zugänglich, auch das Büro des Oberbürgermeisters darf besichtigt werden - allerdings nur am Tag der offenen Tür.

Highlights:

  • Der Panoramablick vom Aussichtsturm
  • Das Glockenspiel und die Außenfassade zeigen Münchner Stadtgeschichte.
  • Der bekannteste Balkon der Stadt: Wenn es sportlich was zu feiern gibt, in den vergangenen Jahren meistens nach einer Meisterschaft des FC Bayern, wird der Marienplatz zur Partyzone. Vom Rathausbalkon im 2. Stock schickte Trainer Louis van Gaal an einem meisterlichen Muttertag schon "einen Kuss an alle Muttis", feierten die Fans 2013 "Juppjuppjupp" Heynckes nach dem ersten Triple-Gewinn, vor allem wurden so manche Lieder gemeinsam gesungen, meist in schön schräger Tonlage.

 

Das Glockenspiel - Münchner Stadtgeschichte

Impressionen vom Münchner Marienplatz, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Ein bekanntes Schauspiel sorgt täglich für Enge auf dem ohnehin schon sehr belebten Marienplatz. Pünktlich um 11 und 12 Uhr - von März bis Oktober zusätzlich um 17 Uhr - zeigt das Glockenspiel im Rathausturm zwei Ereignisse aus der Münchner Stadtgeschichte:

  • Die obere Etage zeigt die im Februar 1568 gefeierte Hochzeit von Herzog Wilhelm V. mit Renate von Lothringen: Zu Ehren des Brautpaares fand damals ein Ritterturnier auf dem Marienplatz statt. Dabei triumphierte der bayerische Ritter über seinen Gegner aus Lothringen.
  • Die untere Etage zeigt den Schäfflertanz: Nach einer schweren Pestepidemie sollen sich die Fassmacher als Erste wieder auf die Straßen gewagt und tanzend die von der Pest verängstigte Bevölkerung erheitert haben.
  • Jeden Abend um 21 Uhr wird das Münchner Kindl zur Musik aus Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie Johannes Brahms‘ „Wiegenlied“ zu Bett gebracht - begleitet von einem Nachtwächter und dem Friedensengel.
  • Übrigens: Das Glockenspiel wird mit Solarstrom betrieben und ist mit seinen 43 Glocken das fünftgrößte in Europa. Insgesamt wiegen alle Glocken etwa sieben Tonnen.

Aussichtsgalerie im Rathausturm: Derzeit geschlossen

Der Rathausturm ist derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

Normalerweise darf man das ganze Jahr über für ein kleines Eintrittsgeld auf den Rathausturm, der eine hervorragende Aussicht über die Altstadt bietet. Im Gegensatz zum Turm des Alten Peters muss man dafür auch keine Treppen steigen. Zwei Lifte führen hinauf auf die Aussichtsplattform des 85 Meter hohen Turms, auf dessen Spitze das Münchner Kindl über die Stadt wacht.

  • Turmauffahrt:
    Öffnungszeiten ab 6.5.19:
    Montag bis Samstag 10 - 19 Uhr
    Sonn- und Feiertage: 10 - 17 Uhr
    Letzte Auffahrt 15 Minuten vor Schließung.
    Kurzzeitige Schließungen möglich.
  • Eintrittspreise:
    4 € für Erwachsene
    3 € für Rentner, Studenten und Gruppen ab 10 Personen
    1 € für Jugendliche bis 18 Jahre. Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei.
    Tickets gibt es in der Touristeninformation im Rathaus.

Geschlossen am: 1.1, 6.1., Faschingsdienstag, 1.5, 1.11., 25.12., 26.12.

So schön ist der Ausblick auf dem Rathaus

Die Außenfassade: Figurenspiele und Geschichte

Impressionen vom Münchner Marienplatz, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Die Fassade des Neuen Rathaus ist besonders beeindruckend und der Hingucker auf dem Marienplatz. Sie misst knapp hundert Meter Länge und bietet viel Raum für Verzierungen und vielfältiges Figurenspiel:

  • Von Stadtgründer Heinrich dem Löwen bis zur fast kompletten Linie der Wittelsbacher zeigt die Hauptfassade den umfangreichsten Fürstenzyklus an einem deutschen Rathaus.
  • Am Eck zur Weinstraße, dem Wurmeck, erinnert ein mächtiger Drache an die Bedrohung durch die Pest. Bis in die Weinstraße finden sich weitere Münchner Originale, die Wasserspeier, Fratzen und Masken, allegorische Bilder, Heiligen- und Sagengestalten.
  • Auf der Spitze des Rathausturms wacht das Münchner Kindl. Es wurde von Anton Schmid geschaffen, für dessen neunjähriger Sohn Ludwig Modell stand. 

 

Juristische Bibliothek und Innenräume

Juristische Bibliothek, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Die Juristische Bibliothek misst fast zehn Meter Höhe und zählt zu einer der schönsten Bibliotheken der Stadt:

  • Besonders die vergoldeten Wendeltreppen und die großen Regale, spiegeln den floralen Münchner Jugendstil wider.
  • Sie ist insgesamt 120 qm groß und befindet sich in der ursprünglichen „Bücher-Sammlung der städtischen Kollegien“
  • Sie steht allen Bürgern zur Verfügung.

Im Inneren des Rathauses zeigt sich zudem viel Granit und Marmor sowie die prächtigen Sitzungssäle, das Boten- und Ausschusszimmer und das Zimmer 200. Es wird auch Hauberrisser-Zimmer genannt und ist eines der wenigen noch original erhaltenen Amtszimmer, samt Mobiliar.

Der Prunkhof

Der Innenhof des Neues Rathauses in München ist ebenso beeindruckend wie die Fassade., Foto: mahout / Shutterstock
Foto: mahout / Shutterstock
Den Prunkhof erreicht man sowohl vom Marienplatz als auch von der Weinstraße aus:
  • Das Mosaik seines Bodens bildet ein riesiges Labyrinth.
  • Die Treppe der Lebensalter, an der Westseite des Innenhofes versinnbildlicht die verschiedenen Lebensabschnitte: vom kleinen Jungen bis zum buckligen Greis.

Wann sich ein Besuch besonders lohnt

Spannende Führungen und Ausstellungen

Impressionen vom Münchner Marienplatz, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Wer spannende Einblicke in die Geschichte und Architektur des Neuen Rathauses bekommen möchte, hat bei den angebotenen Führungen die beste Möglichkeit (derzeit coronabedingt nicht möglich:

  • Wann: Die Touren durchs Rathaus finden normalerweise jeden Montag und Freitag um 15:30 Uhr, sowie samstags um 11:30 Uhr und 13:30 Uhr statt. An Feiertagen gibt es keine Führungen.
  • Wo: Treffpunkt ist an der Tourist Information vor dem Rathaus am Marienplatz.
  • Tickets: Die Tickets könnt Ihr ebenfalls an der Tourist Information erwerben. Für deutschsprachige Führungen kostet das Ticket 10 Euro pro Person, ermäßigt 8 Euro. Unter 18 Jahren ist die Teilnahme kostenlos, ein Ticket ist dennoch nötig.
  • Gruppen: Auch von Gruppen bis zu 25 Personen können die Rundgänge gebucht werden. Gruppenführungen werden unter anderem in Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch angeboten. Eine Gruppenführung kostet 135 Euro.
    Die Gruppenführungen können per E-Mail unter tourismus.guides@muenchen.de gebucht werden.
    Telefonische Informationen sind unter 089/2 33-96555 erhältlich (Mo - Fr).
  • Hier findet Ihr die aktuellen Termine für die nächsten Führungen
  • Außerdem: In der ehemaligen Kassenhalle, heute Rathausgalerie genannt, finden regelmäßig Ausstellungen statt. Thematisch orientieren sich diese an der Stadt, an ihren Bewohnern und ihrer Geschichte.

 

Touristeninformation im Rathaus

Es gibt einen Ort, den jeder Münchenbesucher einmal aufgesucht haben sollte: Die Touristeninformation im Neuen Rathaus. Dort gibt es viel Interessantes zur Stadt, Eintrittskarten für Veranstaltungen, Gratishefte, Flyer - und eine lesenswerte Rathaus-Broschüre mit vielen Zusatzinfos.

Öffnungszeiten der Touristeninformation im Rathaus

Barrierefreiheit im Neuen Rathaus

Lockerung der Corona-Maßnahmen in München

Nachdem die 7-Tage-Inzidenz fünf Mal in Folge unter 100 lag, gibt es in München einige Lockerungen der Corona-Regeln. Seit Dienstag, 11.5. ist die Notbremse aufgehoben, was sich u.a. bei den Kontakten und der Ausgangssperre auswirkt.

Durch eine neue Allgemeinverfügung der Stadt sollen ab Mittwoch, 12.5. zudem Außengastronomie, Kinos und Theater öffnen können.

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