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Alter Botanischer Garten

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Alter Botanischer Garten

Glaspalast
Glaspalast, Kupferstich Friedrich Ludwig von Sckell, 1854

Zur Geschichte

Friedrich Ludwig von Sckell gestaltete Münchens ersten Botanischen Garten, der 1812 eröffnet wurde. Dieser unterstand bis zur Gründung des Botanischen Gartens in Nymphenburg im Jahr 1914 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1853 musste der Direktor der Anlage, der Botaniker und Brasilienforscher Carl Friedrich Philipp von Martius (1794–1868), den Abbruch des zentralen Gewächshauses hinnehmen. Nach dem Vorbild des Londoner Crystal Palace (1851) entstand hier der 234 Meter lange Glaspalast als dreischiffige Eisen-Glas-Konstruktion. Die Nürnberger Firma Cramer-Klett lieferte die vorgefertigten Teile für das Prestigeobjekt Maximilians II., der den modernen Bau für die erste allgemeine deutsche Industrieausstellung von 1854 errichten ließ. Bis zum Großbrand im Juni 1931 fanden hier zahlreiche Gewerbe- und Kunstausstellungen statt.

Oswald E. Bieber und Joseph Wackerle gestalteten den Alten Botanischen Garten 1935–1937 um: Es entstanden Parkcafé, Neptunbrunnen und Ausstellungspavillon. Der Westteil der Anlage gehört heute den Kindern: Hier befinden sich ein Spielplatz und das Kinderspielhaus, das Fritz Krantz 1947 den Münchner Kindern gestiftet hat.

Das Ostportal (Emanuel Joseph von Herigoyen) von 1812 ist das letzte erhaltene Gebäude der Sckell’schen Anlage. Die lateinische Inschrift erinnert an die naturwissenschaftliche Zielsetzung der königlichen Stiftung: »Die über die Erde verstreuten Gattungen der Pflanzen wurden kunstvoll vereint auf Geheiß König Max Josephs 1812.«

Zusatzinformationen

Neben dem Alten Botanischen Garten erbaute August von Voit 1852 an der Sophienstraße ein modernes Labor- und Vorlesungsgebäude für Justus von Liebig (1803–1873), den Max II. für die Münchner Universität gewonnen hatte. Die öffentlichen Vorträge des berühmten Chemikers waren gesellschaftliche Ereignisse, an denen gelegentlich auch die Königsfamilie teilnahm. Auf Liebig folgten Adolf Baeyer, Richard Willstätter und Heinrich Wieland, die nacheinander den Nobelpreis für Chemie erhielten (1905, 1915 bzw. 1927). Willstätter sah sich antisemitischen Tendenzen ausgesetzt und trat bereits 1924 als Institutsdirektor zurück. Wieland versuchte das Chemische Institut gegen nationalsozialistische Einflüsse abzuschotten; noch 1943 waren dort ca. 25 sogenannte »Halbjuden« als Studenten, Doktoranden oder Assistenten beschäftigt (darunter Hildegard (Hamm-)Brücher). Die Institutsgebäude wurden nach der Verlegung der Fakultäten für Chemie, Pharmazie und Biologie 2004 abgerissen; es entstand das Luxusquartier Lenbachgärten.

 

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