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Richard-Wagner-Straße

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KulturGeschichtsPfade | Maxvorstadt, Universität

Richard-Wagner-Straße

Richard-Wagner-Straße
Links Richard-Wagner-Straße, rechts Köngigliche Kunstgewerbeanstalt, 1905

Zur Geschichte

Der 1897 angelegte Straßenzug ist nach dem gefeierten Komponisten benannt, der 1864/1865 in der Brienner Straße 21 lebte. Die Nähe zum Königsplatz machte die Straße zu einer Adresse des gehobenen Bürgertums. Leonhard Romeis verwendete beim Bau der Häuser (1899–1906) Zitate verschiedener Bauepochen, um den Eindruck einer gewachsenen Straße zu erwecken.
Zu den modernen Gebäuden zählen der ehemalige E.ON-Bürokomplex und ein Kindergarten.

Im Haus Nr. 7 lebte Josef Schülein (1854–1938), der die Aktiengesellschaft »Unionsbrauerei Schülein & Cie.« zu einer der größten Brauereien Münchens ausbaute. Die Nationalsozialisten hetzten gegen sein »Judenbier«, und Schülein zog sich auf Gut Kaltenberg zurück, das ihm mitsamt Brauerei gehörte. Er starb dort im September 1938. 1940 bezog die NS-Pferderennsportorganisation »Kuratorium für das Braune Band Deutschlands« Schüleins Haus.

In der Nr. 11 befand sich ein sogenanntes »Judenhaus«. Nach dem Tod der jüdischen Besitzer wurden hier »entmietete« Juden zwangsuntergebracht. Hier lebten bis 1941 22 Personen, die aufgrund des »Gesetzes zu Mietverhältnissen mit Juden« vom 30. April 1939 aus ihren Wohnungen vertriebenen worden waren. Anschließend wurden sie in das jüdische Altersheim oder in das Sammellager an der Knorrstraße abgeschoben und in Konzentrationslager deportiert. »Bedürftige Arier« zogen in die »freigewordenen Judenwohnungen«.

Der jüdische Chirurg Alfred Haas betrieb in der Richard-Wagner-Straße 17 und 19 eine erfolgreiche Privatklinik. Nach Entzug der Approbation im Oktober 1938 emigrierte er mit seiner Familie in die USA. Die Klinikräume wurden als Entbindungsanstalt genutzt und nach dem Krieg von Franziskanerinnen betrieben; zahlreiche Münchnerinnen und Münchner erblickten hier das Licht der Welt.
Fritz Gerlich (1883–1934), antinationalsozialistischer Herausgeber der Zeitung »Der gerade Weg«, lebte ab 1921 in der Nr. 21; nach der Machtergreifung wurde er umgehend inhaftiert und 1934 im KZ Dachau ermordet.

Zusatzinformationen

Im Haus Luisenstraße 22 wohnte der Schriftsteller Paul Heyse (1830–1914), den Max II. nach München geholt hatte und der 1910 als erster Deutscher den Literaturnobelpreis erhielt. Heyse war ein wichtiger Förderer der Mädchenbildung. Mit seinem Engagement trug er zur Gründung von Münchens erstem Mädchengymnasium, dem Luisengymnasium (Luisenstraße 7), bei.

 

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