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Schellingstraße und NSDAP

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KulturGeschichtsPfade | Maxvorstadt, Universität

Schellingstraße und NSDAP

Schellingstraße
Schellingstraße, nach Süden gesehen, 1920

Zur Geschichte

Die nach dem Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling (1775–1854) benannte Straße ist mit ihren knapp 2.000 Metern die längste durchgehende Straße der Maxvorstadt.

Bald nach Neugründung der NSDAP 1925 prägten Parteimitglieder und Hitler-Anhänger das Bild des Universitätsviertels.
Heinrich Hoffmann, dessen Firma für »Photographische Berichterstattung« sich seit 1924 im Hinterhaus der Nr. 50 befand, überließ der NSDAP 1925 einige Räume als Geschäftsstelle. Bis zum Umzug in das repräsentative »Braune Haus« 1930 wurde die deutschlandweit agierende Partei von hier aus organisiert. Als Hitlers Leibfotograf trug Hoffmann wesentlich zum Aufstieg Hitlers und der NSDAP bei. Über Hoffmann lernte Hitler auch die Fotolaborantin Eva Braun kennen. Über dem Eingang des 1935/1936 erbauten Vorderhauses ist bis heute ein Hoheitsadler deutlich erkennbar.

In der heute nicht mehr existierenden Nr. 39/41 befand sich das Buchgewerbehaus »Müller & Sohn«. In den Hofgebäuden wurde auf modernen Rotationsmaschinen u.a. der »Völkische Beobachter« gedruckt, dessen Redaktion 1922 das Vorderhaus bezog. Auf denselben Maschinen und im selben Format produziert, erschien hier ab 1945 die erste von den US-Amerikanern lizenzierte Zeitung: die »Neue Zeitung« mit Hans Habe als Chefredakteur, Erich Kästner als Feuilletonchef und den Redakteuren Alfred Andersch und Walter Kolbenhoff. Letzterer berichtet über diese Zeit in »Schellingstraße 48«, benannt nach seinem damaligen Domizil und Treffpunkt der »Gruppe 47«.

Später erschien hier auch die Münchner Ausgabe der »Bild«-Zeitung. Infolge des Anschlags auf Rudi Dutschke belagerten Studenten am 11. April 1968 das Buchgewerbehaus, um die Auslieferung des Springer-Blatts zu verhindern. Die Demonstration eskalierte am 15. April 1968 und endete mit zwei Toten.

 

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