Aktuelle Corona-Infos der Stadt unter www.muenchen.de/corona

Wittelsbacher Palais

Derzeit keine Bewertungen vorhanden.
KulturGeschichtsPfade | Maxvorstadt, Universität

Wittelsbacher Palais

Wittelsbacher Palais
Wittelsbacher Palais, 1898

Zur Geschichte

An der Brienner Straße 18/20, wo sich heute die Bayerische Landesbank befindet, stand einst das Wittelsbacher Palais. An diesem Gebäude lassen sich 100 Jahre bayerischer Geschichte ablesen: Kronprinz Maximilian wollte das Palais eigentlich selbst beziehen, doch bei Fertigstellung hatten sich die Verhältnisse grundlegend verändert: Der Bauherr zog als Max II. in die Residenz, und der abgedankte Ludwig I. bezog den von ihm wenig geliebten Neubau als Alterssitz; 1918 wurde Ludwig III. als letzter bayerischer König von dort vertrieben, und der Aktionsausschuss der Räterepublik zog ein. Im Herbst 1933 übernahm die bayerische Politische Polizei das Gebäude. 1934 entstand im Hof ein Gestapo-Gefängnis, und das Palais wurde zur Terrorzentrale: Hier fanden in Nacht- und Nebelaktionen Verhöre und Folterungen statt; auch Deportationslisten für den Holocaust wurden hier erstellt.

1951 wurden die Ruinen des kriegszerstörten Palais abgetragen, während das ehemalige Gestapo-Gefängnis nach Jahren der gewerblichen Nutzung erst 1964 abgebrochen wurde. 1961–1965 erwogen Staat und Stadt, hier ein zentrales Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus zu errichten; stattdessen entstand ein solches auf dem nahegelegenen »Platz der Opfer des Nationalsozialismus«. Außerdem gab es Pläne, an der Stelle des einstigen Wittelsbacher Palais das große Münchner Kulturzentrum zu bauen, das dann auf dem Gasteig entstand. Seit 1984 erinnert eine Bronzetafel an der Hausecke Türkenstraße/Brienner Straße an die wechselhafte Geschichte des Grundstücks.

Zusatzinformationen

In der Türkenstraße 5/7 stand die 1895 vom Jugendstilarchitekten Martin Dülfer errichtete Tonhalle (Kaim-Säle). Hier rief Thomas Mann am 30. November 1926 zum »Kampf um München als Kulturzentrum« auf. 1942 wurde der neben dem Odeon einzige Münchner Konzertsaal Stammhaus der »Münchner Philharmoniker«. Die Tonhalle wurde im Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

 

Mehr zum Kulturgeschichtspfad

KulturGeschichtsPfad Maxvorstadt: Ein virtueller stadtgeschichtlicher Rundgang durch das beliebte Innenstadtviertel mit dem Kunstareal und seinen weltberühmten Museen

Alle Stationen des KulturGeschichtsPfads Maxvorstadt

Informationen zur Barrierefreiheit

Bewertungen zu Wittelsbacher Palais

 
Der Anbieter hat die Bewertung für diesen Beitrag deaktiviert
X

CORONAVIRUS: DIE AUSWIRKUNGEN AUF MÜNCHEN

Alle Infos
Top