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Karolinenplatz

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Karolinenplatz

Obelisk am Karolinenplatz
Obelisk am Karolinenplatz, 1865

Zur Geschichte

Der Karolinenplatz entstand 1809 im Zuge des von Friedrich Ludwig von Sckell und Karl von Fischer konzipierten Rasterplans für die Maxvorstadt als repräsentative Platzanlage entlang des Residenz und Schloss Nymphenburg verbindenden »Fürstenweges« (heute Brienner Straße).
Er ist benannt nach Königin Karoline (1776–1841), der zweiten Ehefrau von König Max I. Joseph. Trotz Kriegszerstörungen ist Fischers Konzept »einer durchgrünten Gartenvorstadt mit Pavillonbebauung« noch heute ablesbar. Der Obelisk in der Platzmitte wurde 1833 aufgestellt und erinnert an die 30.000 bayerischen Soldaten, die 1812 auf Napoleons Russlandfeldzug umkamen. Bayern war Anfang Oktober 1813 auf die Seite der Napoleon-Gegner (Russland, Österreich, Preußen, Schweden und England) gewechselt. Mit der Inschrift an dem Obelisken („Auch sie starben für des Vaterlandes Befreyung“) versuchte König Ludwig I., den Tod der bayerischen Soldaten im Russlandfeldzug nachträglich als Beitrag zur Befreiung von der napoleonischen Herrschaft zu werten. Diese Umdeutung einer historischen Tatsache führte später immer wieder zu Debatten um die Aussage auf dem Obelisken.

Die Adresse Karolinenplatz 5 (Prinz-Georg-Palais) steht für eines der grausamsten Verbrechen im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik. Im Hof und im Keller ermordeten Regierungstruppen 21 Mitglieder des „Katholischen Gesellenvereins St. Joseph“, die sie zuvor in deren Vereinslokal in der Augustenstraße festgenommen hatten. Die Kolping-Gesellen waren als „Spartakisten“, also als Anhänger der Räterepublik, denunziert worden. Die Beisetzung der bestialisch Ermordeten fand unter großer Anteilnahme der Münchner Bevölkerung auf dem Westfriedhof statt; die Grabrede hielt Pater Rupert Mayer.

Nach ihrem Einzug in das nahegelegene Palais Barlow erwarb die NSDAP systematisch die meisten Villen am Karolinenplatz. An der Stelle des kriegszerstörten Asbeck- (später Lotzbeck-) Palais entstand 1955–1957 das Amerika-Haus. Vor dem Umzug an den Karolinenplatz war diese Einrichtung der US-amerikanischen Demokratisierungspolitik zunächst im ehemaligen »Führerbau« untergebracht. Seit Januar 1998 ist das »Bayerisch-Amerikanische Zentrum im Amerika-Haus München e.V.« Träger der Einrichtung.

Zusatzinformationen

Im Hotel Union in der Barer Straße 7 fand bereits im Januar 1932 nach Aufruf der Pazifistin Constanze Hallgarten eine große Frauenfriedenskundgebung statt, an der sich ein breites Bündnis unterschiedlicher Frauenvereinigungen beteiligte. Zu den 1200 Zuhörerinnen und Zuhörern sprach unter anderem Erika Mann.

 

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