Dult ist Kult! Hier kaufen die Münchner ein

Auer Dult, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Haferl, Tracht und & Co: Wo die echten Münchner einkaufen gehen

Wir Münchner lieben unsere Auer Dult! Gerade weil sie so gemütlich ist, überschaubar und traditionell. Schmankerl genießen, Kettenkarussell fahren, in Antiquitäten stöbern oder günstig und gut für den Haushalt einkaufen? Hier ist alles ganz entspannt möglich.

Dreimal im Jahr: Die Geschichte der Auer Dult

Auer Dult, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Seit 115 Jahren findet die Auer Dult dreimal im Jahr auf dem Mariahilfplatz in der Au statt: als Maidult, die am Samstag vor dem 1. Mai beginnt, im Sommer am Samstag nach Jakobi (25. Juli) – und im Herbst als Kirchweihdult am dritten Oktobersonntag. Sie dauert jeweils neun Tage. Ihre Geschichte beginnt jedoch bereits im Jahr 1310, als die Jakobidult erstmals am damaligen Anger stattfand, dem heutigen Sankt-Jakobs-Platz an der Synagoge. Ab 1791 war sie dann in der heutigen Fußgängerzone angesiedelt, zwischen Marienplatz und Stachus.

Alles für die Brotzeit! Europas größter Geschirrmarkt

Auer Dult, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Ein Superlativ muss trotz der Gemütlichkeit der Auer Dult aber schon sein: Auf dem Mariahilfplatz finden Münchner und Besucher den größten Geschirrmarkt Europas! Es gibt nichts, was es nicht gibt! Von Kaffeehaferln – wie den berühmten Namenstassen – über Weißwurstterrinen bis zu handgetöpferter und -emaillierter Keramikkunst. Und natürlich auch alles aus Holz: Kochlöffel, Bierdeckel, Brotzeitbrettln mit oder ohne Gravur. Viele Einheimische, von der Münchner Hausfrau bis zur Studenten-WG, shoppen hier ihren Bedarf für die Küche.

Öko und luftig: Geben's mir bittschön einen Korb!

Auer Dult, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Die Münchner kaufen ihre frischen Lebensmittel am liebsten auf den Bauern- und Wochenmärkten. Dafür eignet sich am besten ein Korb, in dem Obst, Gemüse, Eier, Käse, Fisch und Fleisch luftig und stabil transportiert werden können. Auf der Dult gibt's gleich mehrere Stände mit Körben aller Art – und praktischerweise kann man darin auch gleich die Haushaltsgegenstände oder Antiquitäten heimtragen, die man vor Ort ergattert hat.

Stöbern und Schmökern: Bücher und Antikes

Auer Dult, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Stundenlang in Antiquitäten und alten Büchern herumstöbern? Ein Vergnügen, das zur Auer Dult gehört wie die Bratwurst auf dem Jahrmarkt auf der anderen Seite der Mariahilfkirche. Oder die Zuckerwatte für die Kinder. In der Raritätengasse gibt’s nicht nur Bücher, Stoffe, Schmuck, Bilderrahmen, alte Schilder und antikes Kinderspielzeug aus Blech, sondern auch antike Möbel. Und Lederhosen, die ersichtlich viel erlebt haben. Kleiner Tipp: Wer etwas loswerden will – viele Stände bieten auch den Ankauf von Schönem und Altem an.

Der „Billige Jakob“ & Co: Absolute Dult-Klassiker

Auer Dult, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Ist man mit auswärtigem Besuch dort, empfiehlt es sich, auf jedem Fall beim „Billigen Jakob“ vorbeizuschauen und seinen Sprüchen zu lauschen. Aber auch die Verkäufer von Gemüsereiben, Besen oder Poliermitteln gleich in der ersten Gasse – im Süden der Kirche – sind ein Erlebnis für sich. Als heimlicher Star der Dult gilt allerdings Stephan Bastian, der „Königlich bayerische Hofphotograph“. Seit 1976 kann man sich hier von ihm ablichten lassen. Ebenfalls auf der Jahrmarktseite kann man vor Ort Scherenschnitte von sich oder seinem Kind anfertigen lassen. Nicht zuletzt empfiehlt sich eine Fahrt mit dem Kettenkarussell – übrigens auch ein tolles Fotomotiv, vor allem in der Dämmerung bei der Kirchweihdult, mit der Mariahilfkirche im Hintergrund.

Murmeln, Hüte und Tees: Noch mehr Shopping-Tipps!

Auer Dult, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Neben Geschirr, Körben, Haushaltswaren und Antikem kann man auf der Auer Dult auch wunderbar Geschenke einkaufen, beispielsweise in der „Herztropfen-Gasse“ oder der „Münchner-Kindl-Gasse“ – den Stand mit Schussern und Murmeln kennen viele Münchner schon seit ihrer Kindheit. Daneben gibt’s Hüte in allen Stilrichtungen und für alle Kopfgrößen, Lamm- und Schaffellerzeugnisse, Lederwaren, Kunsthandwerk, Kräuter und Tees aus der ganzen Welt, Leinenstoffe, Messer (und Messerschleifer), bayerische Tracht, Schuhe, Seifen, Strickwaren und eine Hosenträgernäherei. Übrigens auch an den Sonn- und Feiertagen!

 

 

Die drei Dulten 2018

Auer Dult, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Die Maidult findet vom 28. April bis 6. Mai statt, im Sommer gibt’s die Jakobidult vom 28. Juli bis 5. August, und im Herbst kann man vom 20. bis 28. Oktober die Kirchweihdult besuchen. Die Verkaufsstände öffnen täglich um 10 Uhr, die Fahrgeschäfte eine halbe Stunde später. Im Frühjahr und Sommer ist die Dult bis 20 Uhr geöffnet, im Herbst ist um 19 Uhr Betriebsende.

Es empfiehlt sich, mit den Öffentlichen anzureisen. Entweder direkt mit der Tram zum Mariahilfplatz oder mit einem kleinen Spaziergang, etwa von den U-Bahn-Stationen Fraunhoferstraße oder Kolumbusplatz.
 

 

Bildergalerie


Text: Anette Göttlicher
Fotos: Anette Göttlicher

April 2018

 

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