Was ihr noch nicht über eure Augen wusstet

augen, Brillen, Optiker, Kontaktlinsen, sehen, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Brillen, Linsen und mehr: Münchner Optiker erzählen

Gibt es heute mehr Fehlsichtigkeit als früher? Und wenn ja, warum? Wie kann man vorbeugen? Was ist besser: Brille oder Kontaktlinsen? Und wie sehen die aktuellen Brillentrends aus? Hier kommt das geballte Insiderwissen der Münchner Optiker!

Zu viel drinnen, zu viel Blaulicht? Das verdirbt die Augen!

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Foto: Anette Göttlicher

Francesco Ansini von Brille & Optik in Pasing erklärt, warum es heute tatsächlich mehr Fehlsichtigkeit gibt: „Die Kinder im Wachstum sind zu wenig draußen, den Augen fehlt das Tageslicht. Gleichzeitig verbringen sie zu viel Zeit vor Bildschirmen. Das bläuliche LED-Licht schadet den Netzhautzellen, wogegen warmes Licht sie regeneriert.“

Simone Weideneder von Riess Optik in Schwabing kennt einen weiteren Grund: „Der Blick auf den nahen Monitor scheint das Längenwachstum des Auges anzuregen – dadurch wird der junge Mensch kurzsichtig.“ 

Wie kann man vorbeugen und Sehschwächen verhindern?

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Foto: Anette Göttlicher

Michael Vojtech von Brille & Linse in Moosach hat einen praktischen Tipp für Menschen, die viel im Büro arbeiten: „Häufiger mal aus dem Fenster schauen, auch wenn das für den Chef seltsam wirken mag. Für die Augen ist der Wechsel zwischen kurzer und weiter Fokussierdistanz sehr wichtig. Damit kann man keine Kurzsichtigkeit korrigieren, aber die Augen spürbar entlasten.“

Und bei Optik Riess werden immer häufiger Computerbrillen mit Blaulichtfilter gekauft, um die schädlichen kühlen Strahlen auszuschalten. Sinnvoll? „Absolut “, sagt Simone Weidender.

Was können Eltern tun, damit ihre Kinder gut sehen?

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Foto: Anette Göttlicher

Das gelegentliche Lesen unter der Bettdecke ist kein Problem, da dem Kind dabei ohnehin meist die Augen zufallen. „Trotzdem ist Sehhygiene sehr wichtig“, betont Carina Freytag-Hafen von Optik Marx in Maxvorstadt. Was also tun? „Immer auf genügend Abstand und ausreichend Licht achten.“

Francesco Ansini rät, Kinder mehr ins Freie zu schicken – mindestens dreieinhalb Stunden am Tag. Und wenn sie doch eine Brille brauchen, hat er einen besonderen Service für die Kleinen: Sie dürfen ihre Brillengläser in der Werkstatt unter Anleitung selbst schleifen und die Brille zusammenbauen! „So eine Brille geht interessanterweise nicht mehr verloren“, schmunzelt er.

Brille oder Kontaktlinsen: Was ist besser?

augen, Brillen, Optiker, Kontaktlinsen, sehen, Foto: Marx Optik
Foto: Marx Optik

„Die Brille sollte immer die Erstversorgung sein“, findet Carina Freytag-Hafen von Marx Optik. „Außerdem ist sie für das Auge auch die gesündere Variante.“ Und zudem aus modischen Gründen in letzter Zeit – wieder – auf dem Vormarsch.

„Seit knapp zehn Jahren hat sich die Brille zum Modeaccessoire entwickelt“, weiß Francesco Ansini zu berichten. „Die Brillen wurden markanter und die Träger mutiger. Vor allem ältere Damen greifen beherzt zu knalligen Farben, weil sie sagen, dass die Brille nur ihnen selbst gefallen muss.“

Was sollten Kontaktlinsenfans beachten?

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„Kontaktlinsen sollten unbedingt vom Optiker angepasst werden“, so Carina Freytag-Hafen. „Viele wissen nicht, dass es unangenehme Folgen haben kann, wenn man die falschen Linsen trägt.“ Eine Unverträglichkeit ist da noch die harmlosere Folge. Und auch wenn die Linse gut sitzt, sollte man ab und zu zur Kontrolle gehen, um Augenschäden zu vermeiden.

Gut ist auch ein Wechsel zwischen Brille und Linsen – weil das die Augen entlastet. Michael Vojtech bietet bei Brille & Linse in Moosach zum Beispiel spezielle Sportbrillen an, deren Gläser eine größere Krümmung haben und ein weiteres Sichtfeld ermöglichen.

Wie sehen die Brillentrends für den Sommer und Herbst 2018 aus?

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„Trend ist, was dem Kunden gefällt und zu ihm passt“, findet Francesco Ansini. Allgemein beobachtet er einen Trend zu markanten Brillen, die ein Statement setzen, während viele Kunden gleichzeitig eher Understatement beweisen, indem ihnen große Markenschriftzüge nicht wichtig sind oder sogar gemieden werden. „Motto: Meine Brille hat 1500 Euro gekostet, aber man sieht es nicht“, schmunzelt er.

Simone Weideneder von Optik Riess bemerkt bei den Damen allerdings eher transparente Brillen und Pastelltöne. „Die Farben werden dezenter“, sagt sie. Und die Herren? „Greifen gerne wieder zu runden oder ovalen Metallbrillen im Retrolook.“ Bei Optik Riess gibt es übrigens neben den internationalen Marken auch die gesamte Munic Eyewear Kollektion – ein original Schwabinger Brillenlabel mit viel Liebe zum Detail.

Welche Brille passt zu welchem Träger?

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Foto: Anette Göttlicher

Wir wollten wissen, wie eine Brillenberatung abläuft, wenn der Kunde noch keine festen Vorstellungen hat oder Erstträger ist. Wird auch unter modischen Gesichtspunkten beraten?

„Selbstverständlich“, da sind sich alle Augenoptiker einig. Genau wie bei der Beobachtung, dass es in fast allen Fällen am Ende die Brille wird, die als erstes aus dem Regal genommen wurde. „Ich sage auch ehrlich, wenn ich finde, dass eine Brille dem Kunden nicht steht“, erzählt Michael Vojtech von Brille & Linse. „Ich möchte, dass der Kunde mit seiner Brille langfristig glücklich ist.“

Grundsätzlich passt zu einem eher runden Gesicht besser eine eckige Brille und umgekehrt. Auch die Nasenform muss berücksichtigt werden, damit die Brille auf jeden Fall gut sitzt: „Nur dann hat man Freude an seiner Brille“, weiß Carina Freytag-Hafen.

Wusstet ihr schon …?

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Foto: Anette Göttlicher

… dass die Alterssichtigkeit die Kurzsichtigkeit verbessern oder sogar aufheben kann? Durch das Nachlassen der Brechkraft des Auges ab ungefähr Mitte vierzig verschiebt sich der Brennpunkt, der bei Kurzsichtigen zu weit vorne liegt, nach hinten, und die Kurzsichtigkeit kann sich abmildern.

… dass es auch eine angeborene Winkelfehlsichtigkeit gibt? Francesco Ansini ist Spezialist für Prismengläser, die unterschiedlich lange Augenmuskeln ausgleichen. Symptome sind beispielsweise Übelkeit beim Autofahren, Kopfschmerzen oder Migräne bis hin zur Legasthenie oder rascher Ermüdung beim Lesen.  


Text: Anette Göttlicher
Fotos: 
Marx Optik, Anette Göttlicher

Juli 2018

 

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