Gedenken an den 9. November 1938: Jeder Mensch hat einen Namen

Gedenken an den 9. November 1938, Foto: © Marina Maisel/IKG München und Oberbayern
Foto: © Marina Maisel/IKG München und Oberbayern

Gedenkveranstaltung wird online gezeigt

Auch in diesem Jahr gedenkt München der Opfer der Pogromnacht am 9. November 1938. Die Namenslesung an der ehem. Hauptsynagoge und die Gedenkstunde im Alten Rathaus am 9.11.2020 konnten dieses Jahr wegen Corona leider nicht wie geplant stattfinden. Die Gedenkveranstaltung ist deshalb als Videoaufzeichnung online auf muenchen.de zu sehen. Hier gibt es alle Infos.

Video der Namenslesung online

Mit der diesjährigen Online-Lesung von Namen und Biographien wird an die 191 jüdischen Bürger*innen erinnert, die in bayerischen Heil- und Pflegeanstalten und Behinderteneinrichtungen untergebracht waren und am 20. September 1940 über die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar in die Tötungsanstalt Hartheim in Österreich deportiert und nach ihrer Ankunft ermordet wurden.

Video vom Gedenkakt am 9.11.

Gedenken an den 9. November 1938, Foto: Marina Maisel/IKG München und Oberbayern
Foto: Marina Maisel/IKG München und Oberbayern OB Reiter sprach bei der Gedenkveranstaltung

Im Rahmen des Gedenkaktes sprachen Oberbürgermeister Dieter Reiter und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch. Der Historiker Dr. Andreas Heusler (Stadtarchiv München) und der Psychiater und Mitgründer der „Gedenkinitiative für die Euthanasie-Opfer", Prof. Dr. Michael Cranach, hielten die zentralen Gedenkvorträge.

Infolge der geltenden Corona-Beschränkungen konnte der Gedenkakt leider nicht wie sonst öffentlich im Alten Rathaus stattfinden. Die Online-Gedenkstunde gibt es jedoch hier zu sehen.

Gedenken an die Opfer der Pogromnacht

Gedenken an den 9. November 1938, Foto: © Marina Maisel/IKG München und Oberbayern
Foto: © Marina Maisel/IKG München und Oberbayern

Die Synagoge in der Herzog-Rudolf-Straße brannte, Geschäfte und Privatwohnungen wurden zerstört, jüdische Menschen in die Konzentrationslager verschleppt und ermordet. In der „Hauptstadt der Bewegung“ wüteten die Nationalsozialisten besonders heftig.

Nach der Pogromnacht radikalisierte sich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Ausgrenzung erheblich. Davon betroffen waren auch die jüdischen Patienten in Heil- und Pflegeanstalten und Behinderteneinrichtungen. Sie wurden reichsweit erfasst und auch in Bayern deportiert und ermordet. Der Transport, der am 20. September 1940 die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar verließ, jährte sich in diesem Jahr zum 80. Mal. Alle 191 jüdischen Männer, Frauen und Kinder wurden nach ihrer Ankunft in der Tötungsanstalt Hartheim in Österreich mit Kohlenmonoxid ermordet. Sie bilden einen weiteren wichtigen Aspekt des diesjährigen Gedenkens an die Opfer der Pogromnacht.

Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen rund um den Gedenktag finden Sie unter https://www.gedenken9nov38.de/.

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