Nockherberg: So war Maxi Schafroths virtuelle Fastenpredigt

Fastenredner Maxi Schafroth auf dem Nockherberg, Foto: Paulaner/Frank Achim Schmidt
Foto: Paulaner/Frank Achim Schmidt Maxi Schafroth hielt seine Fastenpredigt diesmal ohne Publikum

Wegen Corona: Derblecken ohne Publikum am Nockherberg

(5.3.2021) Letztes Jahr musste der Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg wegen der Corona-Krise kurzfristig abgesagt werden. 2021 fand das Derblecken unter besonderen Umständen wieder statt - ohne Publikum, aber mit virtuell zugeschalteten Politikern und musikalischen Einlagen. Maxi Schafroth teilte aber natürlich trotzdem kräftig aus.

Söder, Laschet und Co: Hochrangige Politiker sind zugeschaltet

Impressionen aus dem Festsaal, Foto: Paulaner/Frank Achim Schmidt
Foto: Paulaner/Frank Achim Schmidt

Bei seiner Nockherberg-Premiere als CDU-Chef hat Armin Laschet gut lachen. Zugeschaltet aus dem historischen Rathaus in seiner Heimatstadt Aachen hat der nordrhein-westfälische Ministerpräsident beim ersten digitalen Derblecken der Geschichte sichtlich Spaß. Genau wie viele andere der Spitzenpolitiker, die im Verlauf der Live-Sendung im Bayerischen Fernsehen beim ersten «Distanz-Nockherberg» immer wieder auf mal kleinen, mal großen Bildschirmen eingeblendet werden. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr wurde die Veranstaltung kurzfristig wegen der Pandemie abgesagt.

Der einzige, der während der Fastenpredigt von Kabarettist Maximilian Schafroth auf einem Dauer-Großbildschirm auf der Bühne steht, ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, zugeschaltet aus der Zirbelstube in der Staatskanzlei. Und der CSU-Chef ist es auch, der für seine Corona-Politik gleich zu Beginn ordentlich mit Spott überzogen wird: «Markus, du Don Juan de Corona. Die Herzen fliegen dir zu. Du bist auf dem Zenit, Markus, und alle machen was du sagst.» Weiter: «Wie du in Bayern durchregierst, die Gehsteige rauf und runter klappst, mit Hüftschwung um den Landtag rumregierst.»

Maxi Schafroth knöpft sich auch die Landespolitik vor

Fastenredner Maxi Schafroth auf dem Nockherberg, Foto: Paulaner/Frank Achim Schmidt
Foto: Paulaner/Frank Achim Schmidt

Um es an dieser Stelle vorwegzunehmen: Schafroths Experiment, ein digitales Derblecken, war ein Risiko, aber es ist gelungen. Auch wenn wegen der Corona-Krise erstmals kein Publikum im Saal auf dem Nockherberg zugelassen war, kommt das Format wegen gut ausgewählter Zuschaltungen der verspotteten Politiker aus Bund und Land sowie gelungener Liedbeiträge kurzweilig daher.

Mehr noch: anders als in früheren Jahren gibt es auch keine gefühlte Längen ohne krachende Pointen. Denn abseits der «großen Themen» Corona, Wirecard-Affäre und natürlich K-Frage kommt auch die Landespolitik mit ihren Protagonisten nicht zu kurz.

Scholz gegen Söder: Die Bundestagswahl als "1000-Meter-Lauf"

Auf dem Nockherberg im Festsaal: die Gäste live zugeschaltet via Livestream., Foto: Paulaner/Frank Achim Schmidt
Foto: Paulaner/Frank Achim Schmidt

Schafroth nutzte die digitale Möglichkeit, sich in seiner Predigt auch auf die Bundestagswahl am 26. September einzuschießen, sozusagen einen «Kanzlergipfel» einzuberufen. Denn neben Söder und Laschet ist auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mit von der Partie.

Schafroth lobte Scholz mit einer ordentlichen Portion Ironie dafür, dass er als «aktuell einziger Kanzlerkandidat der Bundesrepublik» für die SPD ins Rennen zu gehen: «Lieber Olaf, Gratulation zu deinem Mut. Also wenn die Bundestagswahl die Bundesjugendspiele wären, dann machst den 1000-Meter-Lauf von Anfang an und der Markus (Söder) rennt kurz vor der Ziellinie aus`m Gebüsch und sagt: "Leudde, so anstrengend war‘s jetzt auch wieder nicht"», In Berlin würden sie schon bei dem Gedanken zittern, dass Söder im Kanzleramt rumlaufe. «Die holen schon die Kruzifixe aus dem Keller.»

Schafroths frommer Wunsch zum Abschluss: Mehr menschliche Nähe

Impressionen aus dem Festsaal, Foto: Paulaner/Frank Achim Schmidt
Foto: Paulaner/Frank Achim Schmidt

Vielleicht renne aber am Ende gar nicht Söder aus dem Gebüsch, sondern Laschet, spottete Schafroth. Die Grünen-Chefs Robert Habeck und Annalena Baerbock waren nicht unter den zugeschalteten Gästen.

Maxi Schafroth beschloss seine Fastenpredigt an diesem unterhaltsamen Abend mit dem frommen Wunsch, dass schon bald wieder Kulturveranstaltungen und mehr menschliche Nähe möglich sein. Auf dass im nächsten Jahr das Krachen der Bierkrüge und das Lachen des Publikums nicht mehr virtuell eingespielt werden muss.

(dpa / muenchen.de)

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