Lulu (Alban Berg)

Perfekte Inszenierung, perfekte Besetzung, musikalisch perfekt einstudiert!

Wahrscheinlich ist es genauso schwierig zu begreifen, warum Dr. Schön, Alwa, Schigolch, Geschwitz und die weitere bunt-lüsterne Gefolgschaft Lulu erliegen, wie sich unser gebanntes Interesse an dem Bühnengeschehen in Alban Bergs Lulu erklären lässt. Das Stück zeigt den doppelten Boden einer männlich dominierten Welt, in der die Frau zur Projektionsfläche und dabei selbst in Verzweiflung und Schuld verwickelt wird, andere zerstört, um am Ende selbst zerstört zu werden. Die Geschichte der Lulu, die immer mehr zum Objekt männlicher und weiblicher Begierde degradiert wird, verfolgt ihre Verstrickungen in eine bürgerlich Welt, gerade weil die junge Frau nicht den gängigen Konventionen entspricht, beziehungsweise deren Kehrseiten ans Tageslicht bringt. Denn Tatsache ist: Lulu verweigert als Frau all jene Dinge, die man gerne in sie hineininterpretieren möchte, und bleibt daher unnahbar und ein Rätsel.

Der Plan Alban Bergs, eine Lulu-Oper zu schreiben, entstand bereits 1927. Berg starb vor der Vollendung und seine Frau Helene Berg verhinderte die Veröffentlichung nach seinem Tod - handelte Lulu doch von der Affäire, die Berg zu Lebzeiten hatte. Erst nach dem Tod der Witwe erschien 1979 die von Friedrich Cerha komplettierte dreiaktige Fassung, die auch an der Bayerischen Staatsoper gespielt wird.

Der Regisseur David Alden inszeniert hier in München nach seinen zahlreichen Barock-Produktionen und Interpretationen des 19. Jahrhunderts erstmals ein Stück des 20. Jahrhunderts. Für die Bühne ist Giles Cadle, für die Kostüme Brigitte Reiffenstuel verantwortlich. Der Dirigent Michael Boder übernimmt die musikalische Leitung eines Ensembles, das von Margarita De Arellano als Lulu angeführt wird.

Pressestimmen zur Premiere 2004

Lulu: mehr Informationen und Tickets auf der offiziellen Website

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