Schillers Drama "Wilhelm Tell" stand Pate für Rossinis Grand opéra. Die Oper thematisiert das Drängen nach Selbstbestimmung und Freiheit am Beispiel der Schweizer, die sich gegen die Habsburgische Besetzung auflehnen. Regie führt Antú Romero Nunes.
Im schweizerischen Dorf Bürglen, das unter der Tyrannei der Habsburger zu leiden hat, herrscht heute ausnahmsweise Festtagsstimmung: Drei junge Paare sollen sich an diesem Tag das Jawort geben, die Trauung übernimmt der alte Melchthal. Nur dessen Sohn Arnold befindet sich nicht so richtig in Festtagslaune - macht ihm doch seine verbotene Beziehung zu der habsburgischen Prinzessin Mathilde schwer zu schaffen.

Als es zu einem Tumult im Dorf kommt, bei dem der alte Melchthal vom feindlichen Stadtvogt Gessler getötet wird, trennt Arnold sich von der Habsburger Prinzessin und schließt sich dem Schweizer Freiheitskämpfer Wilhelm Tell an: Die Männer leisten den Rüchli-Schwur gegen die Tyrannei. Bei der Feier zur hundertjährigen Besetzung der Schweiz befiehlt Gessler jedem Bürger, seinem an einem Baum befestigten Hut sinnbildlich die kaiserliche Ehre zu erweisen, doch Wilhelm Tell weigert sich. Gessler, der den Schweizer gerne tot sehen möchte, macht sich einen Spaß mit dem berühmt-berüchtigten Schützen. Er gibt ihm noch eine Chance: Wenn er es schaffe, einen Apfel vom Kopfe seines Sohnes Jemmy zu schießen, würde er ihm das Leben schenken ...

"Guillaume Tell" war Rossinis erste vollständig original französische Oper. Er begegnete der Herausforderung der französischen Bühne durch eine Oper, die italienische wie französische Einflüsse verband, die die Sache der Grand opéra beflügelte und die Ideale der Pariser Revolutionszeit ebenso vertrat wie die des gegen die österreichische Fremdherrschaft rebellierenden italienischen Risorgimento.
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