Was hat man sich darunter vorzustellen, wenn ein Geheimdienst eine „Transparenzoffensive“ startet? Womöglich kommt dann so etwas wie die Ausstellung „Die BND-Zentrale in Pullach“ heraus. Die Fotodokumentation von Martin Schlüter im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung zeigt von 25.6. bis 5.10.2014 spannende Innenansichten des Spionageterritoriums.

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Foto: Martin Schlüter

Wie sehen die Werkstätten, die Büros und die IT-Anlagen des Bundesnachrichtendienstes in Pullach aus? Schlüter war selbst verblüfft, dass ihn die Agenten in ihrem hermetisch abgeriegelten Areal fotografieren ließen. Heraus gekommen sind zahlreiche großformatige Bilder, die in ihrem Detailreichtum überraschen. Abmachung war, dass Schlüter weder Mitarbeiter noch Fahrzeuge aufnimmt und auch nur nachts fotografiert. Zu sehen sind auch historische Relikte aus der Geheimdienstzeit, wie etwa die Verschlüsselungsmaschine Enigma, die im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam.

Impressionen der Ausstellung

BND-Innenleben in neuem Licht

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Foto: Martin Schlüter

Die spannende Frage bleibt: Was ist auf diesen Bildern tatsächlich zu sehen? Der Fotograf wurde auf seinen Rundgängen natürlich von BND-Mitarbeitern begleitet. Wollten sie, dass er genau das ablichtet? Oder sind auf den zweiten Blick noch weitere Details erkennbar, die den BND mit seiner wechselvollen Geschichte in einem neuen Licht erscheinen lassen? Fakt ist jedenfalls, dass man selten tiefere Einblicke in das Geheimdienstinnenleben bekommen hat, als in dieser Ausstellung. Der BND hat seit dem 6.12.1947 - damals noch unter dem Namen "Organisation Gehlen" - sein Hauptquartier in Pullach.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

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