Ob in der Musik, im Marketing oder im Urlaub, es geht mittlerweile nichts mehr ohne Englisch. Der Kabarettist Sven Kemmler geht am 21.2.2020 in der Lach- und Schießgesellschaft der Frage nach, wo man diese Sprache schätzt und wann man sie allerdings auch misshandelt. Vorkenntnisse nicht erforderlich!


Wer grölt nicht mit Leidenschaft englische Hits mit, obwohl man vom Text nicht die geringste Ahnung hat? Von manchen Liedtexten will man aber auch die Übersetzung gar nicht kennen, um nicht das selbst entworfene Bild zu desillusionieren. Wer will schon wissen, ob er nicht doch gerade etwas Schweinisches singt, obwohl er emotional zur Musik gerade sein Herz öffnet. Auch in Job und Marketing ist man scheinbar längst von der Weltsprache durchdrungen: \"Controlling\" und \"Empowerment\" kleiden alltägliche Vorgänge neu ein, um sie etwas interessanter und bedeutungsvoller wirken zu lassen. Aber auch der richtige Einsatz bestimmter Schimpfwörter, wie dem prominenten F-Word, will geübt sein.

Als Sprachlehrer, der um sinnvolles Englisch bemüht ist, führt Sven Kemmler sein Publikum in die Abgründe von Shakespeares Werkzeug und zu den Gipfeln von Eminems Malkasten. Dabei geizt er auch nicht mit mit seinen zahlreichen Dialekten und Akzenten, die er, angefangen von den Sümpfen Alabamas, über die Londoner Clubs und asiatischen Straßenküchen, bis hin zu den schottischen Highlands, mühelos beherrscht. An die Seite der Erkenntnis, dass nicht Englisch, sondern schlechtes Englisch Weltsprache ist, gesellt sich an diesem Abend noch ein brauchbarer Strauß an Fremdworten, die das Überleben im Alltag etwas erleichtern. Eine Englischstunde, wie man sie sich immer gewünscht hat.
Top